{"id":315,"date":"2024-07-30T15:36:58","date_gmt":"2024-07-30T15:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?page_id=315"},"modified":"2024-07-30T15:49:55","modified_gmt":"2024-07-30T15:49:55","slug":"metagedankentaufkatechese","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/gemeindeleitung\/metagedankentaufkatechese\/","title":{"rendered":"MetagedankenTaufkatechese"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elternsein als Chance, Glaubensinteresse nachhaltig zu st\u00e4rken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kontakt mit Menschen, die gerade Eltern geworden ist, zeigt sich, dass die Geburt eines Kindes f\u00fcr die Eltern oft die Bereitschaft f\u00f6rdert, sich spirituellen Lebensthemen zu \u00f6ffnen. Staunen, Dankbarkeit, Wunder, solche Wahrnehmungen kommen in den Gespr\u00e4chen mit den Eltern oft ins Wort.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erste Br\u00fccke - Kontakt in 2 Abenden<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Mobilit\u00e4t, gerade in einer Gegend, in der es viel Arbeit gibt, haben die Eltern selber oft kaum Kontakt zur Ortsgemeinde aufgebaut. Ihre biographische Situation bringt sie in Kontakt mit Gemeinschaftserfahrungen aus der eigenen Kindheit und Jugend. Solche Erfahrungen m\u00f6chten sie auch der n\u00e4chsten Generation erm\u00f6glichen. Diese Motivation zeigt sich oft, wenn es ein Gespr\u00e4ch mit den Eltern zu ihrem Taufwunsch gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig hat sich ja die Zeit ver\u00e4ndert, d.h. Tr\u00e4gerkreise f\u00fcr Kinder- und Jugendarbeit sind nicht selbstverst\u00e4ndlich. Der Wunsch, ,,Die Kinder sollen zur Gemeinschaft der Kirche geh\u00f6ren - in unserem Glauben aufwachsen'' braucht eigenes Engagement, Dazutun. Deshalb sollen Eltern auch miteinander in Kontakt kommen wahrnehmen, was es gibt und wo sie auch selber sich einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Abend 1 - Aufbau von Beziehungen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Einstieg hat sich eine Kennenlernrunde zu den Vornamen in den Familien bew\u00e4hrt. Also welche Namen gibt es und warum wurden diese so gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz wird auf die Erwartung an Erziehung eingegangen, die mit dem Taufwunsch verbunden ist. Viele Eltern w\u00e4ren im Grunde mit einer Kindersegnung zufrieden, wobei die Erwartung einer Taufe sie ja zusammen gebracht hat, und diese Erwartung eine gro\u00dfe Kraft hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kirchenrechtlich ist es auch nur in besonderen F\u00e4llen m\u00f6glich, dieser Erwartung nicht zu entsprechen, die Taufe aufzuschieben, dem Wunsch der Eltern nicht nachzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Familien tauschen sich dann \u00fcber ihre Motivation, die Taufe des Kindes zu w\u00fcnschen. Karten mit m\u00f6glichen Gr\u00fcnden helfen den Eltern, dazu ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mitwirkung der Eltern an der Tauffeier<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Sammlung von Kopiervorlagen zu Liedern \/ Bibelstellen \/ Gebete f\u00fcr die Tauffeier wird den Eltern mitgegeben zusammen mit der konkreten ,,Hausaufgabe'', bis zum 2. Abend einige Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Tauffeier ausgew\u00e4hlt zu haben. Den inhaltlichen Schwerpunkt dieses Abends, die Meditation der Taufsymbole, beschreibt diese Seite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem gibt es als weitere kreative Aufgabe einen Holzpuzzle-Teil, welches die Eltern f\u00fcr das zu taufende Kind gestalten. Diese Teil sollten sie dann f\u00fcr die Kommunionvorbereitung der Kinder wieder bekommen. Die Gemeinde kann \u00fcber diese Puzzle-Teile bewusster an die Neugetauften in ihrer Mitte denken - f\u00fcr sie und ihre Familien beten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gemeinde und Familie gemeinsam st\u00e4rken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Orientierung der Gemeindearbeit ist sinnvoll und auch spannungsgeladen. Ein afrikanisches Sprichwort wei\u00df, f\u00fcr die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf. Das greift die Beobachtung auf, dass Kinder zwar auf die Eltern als Vorbilder schauen, aber eben auch dar\u00fcber hinaus ihre Pr\u00e4gung erhalten. Ihre gemeinschaftlichen Erfahrungen der Kindheit und Jugend haben die Eltern darin best\u00e4rkt, die Taufe und damit die Zugeh\u00f6rigkeit zur Glaubensgemeinschaft f\u00fcr ihre Kinder zu w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Initiationswege<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob diese W\u00fcnsche wahr werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt vermutlich mit Glaubenshaltungen zusammen, die durch die Erfahrung von Schwellenr\u00e4umen (Communitas im Sinne von Victor Turner) entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jesuswort, welches der Apostel Paulus bei einem Abschied in der Apostelgeschichte zitiert, bringt das auf den Punkt: ,,<strong><em>Geben ist seliger als Nehmen<\/em><\/strong>''<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">oder im Blick auf das Miteinander von Individuum und Gemeinschaft formuliert:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Ich f\u00fcr die Gemeinschaft<\/em><\/strong> (anstatt die Gemeinschaft f\u00fcr mich) so bringt der Autor Alan Hirsch die verwandelnde Kraft der Schwellenr\u00e4ume ins Wort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht also darum, die werdenden Familien so zu begleiten, dass diese miteinander ihr Lebensabenteuer gestalten \/ bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier zeigt sich im Gemeindealltag der Gro\u00dfkirche keine wirklich akzeptierte ,,<strong>best practice<\/strong>'', d.h. an manchen Stellen wird gesucht und ausprobiert, wie so etwas m\u00f6glich ist, und in anderen Gemeinden wird dieser Abbruch als ,,normal'' akzeptiert, die Kinder werden getauft, die Familien mit ihrem Wunsch nach gemeinschaftlichen Glaubenserfahrungen f\u00fcr ihre Kinder sich selbst \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausrichtung der Begleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der Eltern, die ihr Kind zur Taufe bringen, sind durch Erfahrungen der Schwangerschaft und der Geburt f\u00fcr spirituelle Fragen offen. D.h. die Gespr\u00e4che mit diesen Personen sind angeregt und in positiver Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Eltern ist es oft nach l\u00e4ngerer Zeit wieder ein Kontakt mit Fragen des Glaubens, mit anderen Eltern, die - wie sie selbst - etwas von der Kirche wollen und mit ihrem eigenen Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Gespr\u00e4che sind in unserer aktuellen Gesellschaft nicht an der Tagesordnung und wenn sie mit einer gewissen Leichtigkeit gef\u00fchrt werden, gibt es oft gute Resonanz, bedanken sich die Teilnehmenden nach den jeweiligen Abenden bei den Begleitern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diesem Hintergrund ist die Begleitung \/ Vorbereitung der Eltern f\u00fcr die Taufe eher niederschwellig, um den Kontakt zur Kirche am Ort besser zu bahnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einem Konzept der Di\u00f6zese folgend, waren die Eltern f\u00fcr einen Taufsonntag an 2 Abenden eingeladen, \u00fcber ihre Erfahrungen im Umfeld des Taufwunsches zu sprechen und sich auf die Tauffeier einzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu gab es eine sinnenorientierte <a href=\"https:\/\/hgu2read.de\/gemeindeleitung\/taufkatechese\/\">Meditation der Taufsymbole<\/a> und 2 ,,Challenges'', Aufgaben f\u00fcr die Eltern.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>einmal mussten Sie sich f\u00fcr Beitr\u00e4ge zum Taufgottesdienst entscheiden<\/li>\n\n\n\n<li>dann bekamen sie ein Puzzleteil aus Holz, mit dem ausgedr\u00fcckt wurde, dass in der Taufe ein neuer Stein in den geistlichen Tempel Gottes eingef\u00fcgt wird, der auch der Gemeinde erm\u00f6glicht, sich bewusster an die Taufen der letzten Zeit zu erinnern.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"405\" src=\"https:\/\/hgu2read.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/TPuzzle.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-319\" srcset=\"https:\/\/hgu2read.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/TPuzzle.jpg 800w, https:\/\/hgu2read.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/TPuzzle-300x152.jpg 300w, https:\/\/hgu2read.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/TPuzzle-768x389.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein beispielhafter Eindruck von Puzzleteilen, die am Taufstein einer Kirche befestigt wurden. Der Taufstein steht im Eingangbereich dieser Kirche. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beobachtungen zu diesem Zugang<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider haben es die meisten Eltern nicht geschafft, ihren Wunsch, dass ihr Kind zur Gemeinschaft der Glaubenden geh\u00f6ren sollte, konkreter zu st\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D.h. es zeigt sich st\u00e4rker die Erwartung, dass die Gemeinschaft etwas f\u00fcr sie tun soll, und weniger die Bereitschaft, etwas f\u00fcr die Gemeinschaft zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Tendenz, die dazu f\u00fchrt, dass es relativ wenig Kontaktpunkte der Kinder \/ Familien mit der Glaubensgemeinschaft am Ort gibt, also mit anderen Familien und weiteren Personen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Initiativen, die sich oft schon vor Jahren f\u00fcr solche Kontaktpunkte gebildet haben, finden gerade eher schwer Personen, die den ,,Staffelstab'' aufnehmen, als Tr\u00e4gerkreis so etwas wie Kristallisationspunkte f\u00fcr Gemeinschaft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundlegende Frage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend eines Taufgottesdienstes erkl\u00e4ren sich die Eltern bereit, ihr Kind im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den N\u00e4chsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat. Die Paten versprechen dann, die Eltern dabei zu unterst\u00fctzen. Gleichzeitig ist die Erziehungsaufgabe f\u00fcr die Eltern oft diffus. Das kommt einige Jahre sp\u00e4ter, im Umfeld der Begleitung bei der Kommunionvorbereitung, in den Blick. In der Begleitung der Eltern bei diesem Meilensteim der Glaubenserziehung wird die Vorbildrolle, die sie f\u00fcr ihre Kinder haben, fraglos akzeptiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erziehungsthemen betreffen ja nicht nur den Glauben - auch in anderen Bereichen stellen sich \u00e4hnliche Fragen - die L\u00f6sungen unserer Gesellschaft, Kinder schon fr\u00fch in die Kindertagesst\u00e4tte zu bringen macht deutlich, wir entlasten die Eltern da bereitwillig und merken vielleicht erst sp\u00e4ter, dass wir so das ganze System auch schw\u00e4chen - wenn der Gedanke der Organsisationsentwicklung im Umfeld der Lernenden Organisation stimmt, dass wenn man die Last von einem Glied eines Systems wegnimmt, die dieses Glied tragen muss, entsteht oft eine Abh\u00e4ngigkeit dieses Gliedes von dieser Unterst\u00fctzung, d.h. das Ganze wird nicht kr\u00e4ftiger, lebensf\u00e4higer sondern eher geschw\u00e4cht, in Abh\u00e4ngigkeiten verstrickt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage lautet vermutlich:<br><em>Wie geht Beten- und Glauben-Lernen mit und in den Familien?<\/em> und kann zu innovativen Ans\u00e4tzen f\u00fchren - Stichworte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kirche-Kunterbunt<\/li>\n\n\n\n<li>MessyChurch.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fl\u00e4chendeckend wird es leider noch nicht st\u00e4rker verfolgt.<br>Oft gilt noch, wie k\u00f6nnen unterschiedliche Meilensteine abgehakt werden - d.h. so ein Meilenstein des Glaubensweges, ob Taufe, Komunion, oder ... ist wie eine Dienstleistung der Kirche, die in Anspruch genommen wird, statt darin einen Schritt zu sehen, selber mehr Teil von Kirche zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass W\u00fcnsche an Glaubenspraxis f\u00fcr die Kinder und die pers\u00f6nliche Praxis als Familie auseinander driften, ist schwer im Erstkontakt mit den Eltern anzusprechen. Im Grunde bedeutet diese Wahrnehmung, an der eigenen Praxis<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>sowohl von der Glaubensgemeinschaft,<\/li>\n\n\n\n<li>wie auch von der Familie<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">etwas zu ver\u00e4ndern, und damit f\u00fcr das Leben von Glaube und Glaubensgemeinschaft neue Formen zu finden. Dies ist zus\u00e4tzlich zu den Ver\u00e4nderungen, die die entstehende Familie mit sich bringt, und wird von der Eltern, den Erwachsenen als Forderung \/ ungewohnter Anspruch wahrgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elternsein als Chance, Glaubensinteresse nachhaltig zu st\u00e4rken Im Kontakt mit Menschen, die gerade Eltern geworden ist, zeigt sich, dass die Geburt eines Kindes f\u00fcr die Eltern oft die Bereitschaft f\u00f6rdert, sich spirituellen Lebensthemen zu \u00f6ffnen. Staunen, Dankbarkeit, Wunder, solche Wahrnehmungen kommen in den Gespr\u00e4chen mit den Eltern oft ins Wort. 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