{"id":1044,"date":"2026-07-17T18:12:36","date_gmt":"2026-07-17T18:12:36","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=1044"},"modified":"2026-07-17T18:12:36","modified_gmt":"2026-07-17T18:12:36","slug":"16-sonntag-lesejahra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/16-sonntag-lesejahra\/","title":{"rendered":"16.Sonntag-LesejahrA"},"content":{"rendered":"<h4>Biblische Lesungen:<\/h4>\n<p>1. Lesung Weish 12,13.16-19<\/p>\n<p>Antwort-Psalm 86<\/p>\n<p>2. Lesung R\u00f6m 8,26-27<\/p>\n<p>Evangelium: Mt 13,24-43<\/p>\n<h4>Einleitung:<\/h4>\n<p>In diesen Tagen kommt das vom Schulrhythmus bestimmte Gemeindeleben mehr zur Ruhe. Es sind bald Ferien und dann ist wieder ein Schuljahr vorbei.<\/p>\n<p>Heute ist in den Texten der Schrift von Ernte und von Geduld die Rede.<\/p>\n<p>Zu Beginn lade ich daher ein, mit einem liebevollen Blick auf die letzten Tage zu schauen - was hat da meinen Blick geweitet.<\/p>\n<p>Ein Lied von Peter Strauch, einem freikirchlichen Theologen und Liedermacher, hat uns eingestimmt und zeigt in seiner Geschichte auch eine Erfahrung des Weitens. Es ist schon fr\u00fcher ins evangelischen Gesangbuch gekommen. In einem Beitrag zu diesem Lied weist Peter Strauch auf eine kleine aber wichtige \u00c4nderung im Text der 3. Strophe hin. Vor 45 Jahren hatte er als junger Mann gedichtet - <em>Es gibt Tage, die <strong>bleiben<\/strong> ohne Sinn.<\/em> Die Fassung im Gotteslob nutzt als Formulierung, <em>Es gibt Tage, die <strong>scheinen<\/strong> ohne Sinn<\/em>, die f\u00fcr Peter Strauch durch Erfahrungen im Laufe seines Lebens passender wurde.<\/p>\n<p>Rufen wir nun Gottes Erbarmen an, das uns auch solche Erfahrungen erm\u00f6glichen m\u00f6chte.<\/p>\n<h4>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h4>\n<p>Viele beten regelm\u00e4\u00dfig, oft t\u00e4glich, das Gebet des Herrn. Was bedeutet es f\u00fcr Sie, wenn Sie im Vater unser beten <em>Dein Reich komme<\/em>? - In Jesu Gleichnisworten vom Reich Gottes h\u00f6rten wir gerade etwas zu dieser Seite unseres Glaubens. Konnten die Gleichnisse da in Ihnen etwas best\u00e4rken? Gibt es eine Seite des Himmelreiches, die Ihnen deutlicher auffiel?<\/p>\n<p>Das erste Gleichnis nutzt eine Erfahrung der Landwirtschaft.\\<br \/>\nIm Vater unser beten wir: \u201eErl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen&quot;\\<br \/>\nWie kann das denn gehen? Was ist dabei wichtig?\\<br \/>\nWie geht ein angemessene Umgang mit Gutem und B\u00f6sem?\\<br \/>\nDa kann uns das heutige Gleichnis, glaube ich, wichtiges sagen. Denn es gibt, so sagen uns Sozialpsychologen eine menschliche Eigenschaft, die unsere Wahrnehmung auf das Schlechte, das Negative fokussiert. Wer dazu im Internet mit Stichworten wie <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/psychologie-sozialwissenschaften\/wie-sie-dem-negativ-sog-dieses-jahr-entkommen-koennen-100.html\">Negativit\u00e4ts-Effekt<\/a> oder Negativitybias sucht, findet ziemlich viel. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass diese Eigenschaft von den kommerziellen sozialen Medien ausgenutzt wird, damit die Nutzenden online bleiben. Es ist gleichzeitig ja nicht \u00fcberraschend: Wer sich sehr mit dem B\u00f6sen besch\u00e4ftigt, sieht nur noch B\u00f6ses.<\/p>\n<p>Es kommt also auf die bewusste Formung der eigenen Sichtweise an. Dazu m\u00f6chte das Gleichnis einen Beitrag leisten. Es endet ja nicht mit dem Verbrennen des B\u00f6sen, welches keinen Bestand hat, sondern mit der Ernte des Weizens, mit dem Blick auf das Gute. Dieser Blick kommt, so die Forschung zu unserer menschlichen Psyche, nicht von allein. Potentielle Gefahren zu bek\u00e4mpfen, solange es noch geht, hat sich in unserer Evolution bew\u00e4hrt. Aber nicht immer ist das gut m\u00f6glich. Kennen Sie solche Situationen aus Ihrem Lebensumfeld?<\/p>\n<p>Da st\u00f6ren sich Menschen an etwas bei ihrem Gegen\u00fcber, m\u00f6chten es ge\u00e4ndert wissen und bek\u00e4mpfen so unbewusst auch Anteile in sich selber.<\/p>\n<p>Manchmal ist es auch gar-nicht so klar, was nun wirklich langfristig gut ist. Vermutlich erleben wir das gerade in unserer jetzigen Lebensweise, wo einige Gewohnheiten, die uns Freude machen, langfristig negative Folgen haben. Die Klimakrise l\u00e4sst uns dies gerade st\u00e4rker sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Und Jesu Perspektive im Gleichnis? Gewaltfrei geht der Gutsbesitzer mit dem Auftauchen des Unkrauts um. Das f\u00e4llt oft schwer - lieber w\u00fcrden Menschen, wie die Knechte - aktiv etwas \u00e4ndern. Und es gibt ja immer wieder Ver\u00e4nderungsbedarf - in unserem Lebensumfeld bei Fragen eines nachhaltigen Lebensstils oder bei den Kriegen und gewaltsamen Konflikten unserer Zeit und der Suche nach Wegen des Friedens.<\/p>\n<p>Aktiv etwas zu machen - das erscheint attraktiv, entpuppt sich dann oft als gewaltt\u00e4tig. Wachsen lassen ist eine andere Haltung, gerade bei vielen notwendigen Ver\u00e4nderungen unserer Gesellschaft. um nachhaltiger zu werden braucht es Geduld, muss uns eine neue Weise des Miteinanders zuwachsen.<\/p>\n<p>Es hilft, sich achtsam f\u00fcr erste kleine Wachstumszeichen zu \u00f6ffnen. Wichtig ist dabei der Schulterschluss mit anderen, mit denen man sich gemeinsam st\u00fctzen kann.<\/p>\n<p>Gerade in Situationen der Ver\u00e4nderung erscheint das Neue, welches notwendig gebraucht, wie Unkraut und es gibt die Versuchung - gewaltt\u00e4tig zu werden. Das hat auch der Dichter unseres Eingangsliedes in seinem Leben wahrgenommen. Beim Hineinfinden in den Gottesdienst haben wir dar\u00fcber ja kurz nachgedacht. Vieles w\u00e4chst - so auch die beiden kleineren Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig. Hier zeigt sich eine Spannung zwischen dem Wachsen und dem Nutzen - vermutlich arbeitet ein Landwirt ja f\u00fcr etwas anderes, als dass auf seinem Acker die V\u00f6gel des Himmels Wohnung finden.<\/p>\n<p>Ein Gegenmittel - um nicht vorschnell zu Urteilen - ist Dankbarkeit. Was macht Ihnen gerade Dankbarsein leicht? Statt auszurei\u00dfen wird so der Boden f\u00fcr Neues bereitet. Wachsen lassen - ein Hinweis aus der 2. Lesung kann ermutigen: <em>Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an.<\/em> Lassen kann ein bewusster Akt des Vertrauens auf Gott und seinen Geist hin sein. Gott wird in uns aktiv - hei\u00dfen wir dieses ,,Eintreten f\u00fcr die Heiligen&quot; willkommen - versuchen wir, da mitzuziehen?<\/p>\n<p>Das heutige Evangelium f\u00fchrt den Blick weiter als nur auf das eigene Streben. Lasst wachsen - und lenkt die Aufmerksamkeit auf das gute Ende, die Ernte, die von Gott geschenkt wird. All das kann Gelassenheit schenken, uns dabei unterst\u00fctzen der Emp\u00f6rung nicht zu viel Raum zu geben und so in guter Weise handlungsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>Das Ende eines Schuljahres l\u00e4sst viele ja auch eine gewisse Ernte erleben. Die Zeugnisse zeigen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, ob es gelang, das, was gelernt wurde, auch abzurufen. Damit ist auch f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte eine wichtige R\u00fcckmeldung f\u00fcr das vergangene Arbeitsjahr verbunden.<\/p>\n<p>Ob es f\u00fcr uns so konkrete Ernteerfahrungen gibt oder nicht immer wieder lohnt es sich, bewusst f\u00fcr ein paar Augenblicke in Gottes Gegenwart zu verweilen und auf das eigene Leben dankbar zu schauen - sich so leiten zu lassen. Dazu haben wir nun noch einige Augenblicke im gemeinsamen Schweigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biblische Lesungen: 1. Lesung Weish 12,13.16-19 Antwort-Psalm 86 2. 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