{"id":1114,"date":"2026-08-09T09:18:20","date_gmt":"2026-08-09T09:18:20","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=1114"},"modified":"2026-08-09T09:18:20","modified_gmt":"2026-08-09T09:18:20","slug":"19-sonntag-lesejahra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/19-sonntag-lesejahra\/","title":{"rendered":"19.Sonntag-LesejahrA"},"content":{"rendered":"<h4>Biblische Lesungen:<\/h4>\n<p>1. Lesung 1 K\u00f6n 19, 9a.11-13a<\/p>\n<p>Antwort-Psalm 85<\/p>\n<p>2. Lesung R\u00f6m 9, 1-5<\/p>\n<p>Evangelium: Mt 13,44-52<\/p>\n<h4>Einleitung:<\/h4>\n<p>Meine engen Grenzen bringe ich vor Dich, haben wir gerade gesungen.(GL 437) An was haben Sie dabei gedacht? Welche \u00c4ngstlichkeit m\u00f6chte uns und unser Verhalten bestimmen, soll verwandelt werden in Vertrauen und W\u00e4rme? Diese Frage steckt ein wenig hinter den Impulsen des heutigen Sonntags.<\/p>\n<p>Und zu Beginn unseres Gottesdienstes kann jeder und jede von uns sich fragen, was tue ich, wenn ich merke, dass in mir Angst st\u00e4rker wird, aufsteigt, meine Lebens\u00e4u\u00dferung bestimmt?<\/p>\n<p>Wie finde ich aus der Enge meines Lebens in die Weite, in die Weite unseres Gottes und seiner Liebe?<\/p>\n<h4>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h4>\n<p>In den Worten der Bibel heute begegnen uns gleich mehrere Bilder f\u00fcr das, was Menschen Angst macht: Feuer, Sturm, Erdbeben, Nacht, Wasser, Wellen, Wind...<\/p>\n<p>Angst ist wichtig zum \u00dcberleben. Ohne Angst kann man Gefahren nicht angemessen einsch\u00e4tzen. So gibt es ja auch das M\u00e4rchen von einem, der auszog das F\u00fcrchten zu lernen. Angst kann sich aber auch verselbst\u00e4ndigen und so das Leben einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Der heutige Abschnitt aus der Elijageschichte ist f\u00fcr mich eine ganz wichtige Stelle der Heiligen Schrift. Elija muss etwas lernen, was Menschen erst im Laufe ihres Lebens lernen k\u00f6nnen und manche vielleicht auch nie erfassen. Dazu nun ein Blick in das Umfeld dieser Erz\u00e4hlung. Den Propheten Elija habe ich immer gerne im Religionsunterricht mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erkundet. Elijas Name bedeutet Eli (mein Gott) ja (Jahwe). Sein Name ist also ein ganz knappes Glaubensbekenntnis zum Gott, der da ist, der Mose am Dornbusch erschienen ist, Israel aus \u00c4gypten herausgef\u00fchrt hat. Es ist ein Gott, der auf der Seite der Schwachen steht, ihnen hilft, zu bestehen, gegen die Starken. Der aber nicht die Schwachen stark macht, damit sie als die neuen Starken die alten Starken beherrschen und niedermachen.<\/p>\n<p>Denn das ist auch immer wieder die Gefahr. Eine Gefahr, der Elija erlegen ist. Im Opferwettstreit mit \u00fcber 400 anderen Propheten, alles Anh\u00e4nger von G\u00f6ttern, die sich von Jahwe unterschieden, konnte er gewinnen. Mit einem machtvollen Gottesurteil hat er, so berichtet die Buch der K\u00f6nige, das Programm seines Namens best\u00e4tigt und das Volk dazu gef\u00fchrt, auch auf Jahwe zu bauen, den <em>einen<\/em> Gott nun zu verehren.<\/p>\n<p>Im \u00dcberschwang des Sieges hat er seine Macht dazu genutzt, die Gegner zu massakrieren, hat die feindlichen Propheten umbringen lassen. Das r\u00e4chte sich. Die Racheschw\u00fcre der K\u00f6nigin trieben ihn in die W\u00fcste und er kam bis zum Berg Horeb. Unterwegs wollte er schon sterben, im Selbstmitleid versunken, aber Gott, der ein Gott des Lebens ist, hat ihn bewahrt.<\/p>\n<p>Nun ist er am Berg Horeb, nach einem Marsch von vierzig Tagen und vierzig N\u00e4chten durch die W\u00fcste. Er ist m\u00fcde, will schlafen und kann es nicht, das Wort Gottes ruft ihn heraus. In dieser Verfassung begegnet ihm Gott nicht im machtvollen Naturgeschehen, wie beim Gottesurteil, sondern im S\u00e4useln. Eine andere \u00dcbersetzung sagt, im verschwebenden Schweigen und auf seine Klage, die er vorbringt (dies ist nach dem heutigen Lesungsabschnitt erz\u00e4hlt) h\u00f6rt er eine Antwort, die die Not wendet, aber auch anders ist, als er es vielleicht erhofft hat.<\/p>\n<p>Eine neue Sicht auf die Wirklichkeit zu bekommen, gerade auch die des Glaubens und Schw\u00e4che im eigenen Lebens annehmen zu lernen, dies k\u00f6nnen wir am biblischen Lebensbeispiel des Elija beobachten und uns vielleicht mit ihm identifizieren. Es lohnt sich also, das Umfeld der heutigen Lesung im Alten Testament mal anzuschauen.<\/p>\n<p>So kommen wir Petrus und den J\u00fcngern mehr auf die Spur und dem, was der Evangelist uns mit dieser Nachtgeschichte nahebringen will. Wasser, Nacht und ein den See aufw\u00fchlender Wind sind hier mehr als die Begleitumst\u00e4nde unter denen Jesus sich seinen J\u00fcngern zu erkennen gibt. Sie sind Symbole f\u00fcr das, was Menschen zu schaffen macht. Unverhofft begegnet Jesus den J\u00fcngern. Zuerst halten sie ihn f\u00fcr ein Gespenst. Doch auch als sie ihren Lehrmeister erkennen, ist ihnen noch unheimlich zumute. Erst als er im Boot ist, wird es ruhig.<\/p>\n<p>Fragen an diese Bibelworte wie: <\/p>\n<ul>\n<li>Ist diese Geschichte wirklich so passiert? <\/li>\n<li>Was ist damals wirklich geschehen? <\/li>\n<li>Ist sie wahr? <\/li>\n<\/ul>\n<p>liegen nahe und k\u00f6nnen aber verhindern, in der Geschichte den eigenen Platz zu suchen. Wer sich in diesen Worten finden kann, hat andere M\u00f6glichkeiten mit der eigenen Angst umzugehen, sich herausrufen zu lassen aus manchem Strudel der Gedanken, die in Tagen gr\u00f6\u00dferer Ruhe vielleicht st\u00e4rker auftauchen, als Zeichen einer Suche nach Sinn und Halt f\u00fcr das eigene Leben.<\/p>\n<p>Petrus und sein Gang auf dem Wasser weist auf eine Seite und M\u00f6glichkeit des Lebens, die sich auch im Leben des Elija zeigte. Je nach Blickrichtung und Ausrichtung ist Menschen manches m\u00f6glich, was anderen unm\u00f6glich erscheint, so war f\u00fcr Elija im Opferwettstreit \u00fcbernat\u00fcrliches Wirken m\u00f6glich. Das Gehen auf dem Wasser, das Wirken von Wundern allgemein gesprochen ist etwas, was sehr verunsichert, wenn es denn Menschen ereilt, als Erfahrung der Gegenwart des ganz anderen Gottes. Trotzdem ist es attraktiv, anziehend, etwas, was fasziniert. Dies gilt gerade auch f\u00fcr glaubende Menschen. Elija, Petrus und viele nach ihnen haben sich auf den Ruf Gottes eingelassen, der Grenzen \u00fcberwindet, der Wunder wirkt. Ein solcher Schritt auf das Wasser braucht den andauernden Bezug zu dem, der Halt schenkt, zu dem, der sich letztlich eben nicht nur im Spektakul\u00e4ren offenbart, sondern in der Stille, im Frieden, in der Zuwendung im Alltag. Dabei wird es fast zwangsl\u00e4ufig zur Erfahrung des Petrus kommen. Das Evangelium sagt, er sah, wie heftig der Wind war, er schaut also nicht mehr nur auf Christus, hat ein Auge f\u00fcr mehr, merkt, die Gesetze der Welt, der normalen Wirklichkeit nehmen ihn in den Griff. Und er st\u00fcrzt ab, w\u00fcrden wir heute sagen.<\/p>\n<p>An Petrus, gerade nach seinem Absturz, und auch an Elija k\u00f6nnen wir erleben, Gott bleibt seinem Namen treu, er bleibt, der er ist, Jahwe, der Gott auf der Seite der Schwachen. Elija klagt Gott, der ihm begegnet, sein Leid, dass er mit Leidenschaft f\u00fcr Gott eingetreten ist, und nun merkt, Menschen trachten ihm nach dem Leben. Gott geht auf ihn ein, Elija bekommt den Auftrag andere in die Nachfolge zu rufen, darf sp\u00fcren, er ist nicht allein in seinem Einsatz, er ist aber auch nicht unersetzlich.<\/p>\n<p>Immer wieder gibt es die Versuchung, wenn der Gegenwind stark ist, die Ver\u00e4nderung zu gro\u00df erscheint, sich ganz alleine vorzukommen, das Selbstmitleid gro\u00df werden zu lassen, Gottes lebensspendende Kraft nicht mehr im Blick zu haben. F\u00fcrchtet Euch nicht, so h\u00f6ren immer wieder die Menschen, die sich in Gottes N\u00e4he aus der eigenen Enge und Angst rufen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biblische Lesungen: 1. Lesung 1 K\u00f6n 19, 9a.11-13a Antwort-Psalm 85 2. Lesung R\u00f6m 9, 1-5 Evangelium: Mt 13,44-52 Einleitung: Meine engen Grenzen bringe ich vor Dich, haben wir gerade gesungen.(GL 437) An was haben Sie dabei gedacht? Welche \u00c4ngstlichkeit m\u00f6chte uns und unser Verhalten bestimmen, soll verwandelt werden in Vertrauen und W\u00e4rme? 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