{"id":205,"date":"2024-07-03T09:34:48","date_gmt":"2024-07-03T09:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=205"},"modified":"2024-07-03T09:36:38","modified_gmt":"2024-07-03T09:36:38","slug":"laddership","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/laddership\/","title":{"rendered":"Laddership"},"content":{"rendered":"<h1>Vorrede<\/h1>\n<p>Christopher Schacht betrat mit einer Leiter die B\u00fchne beim Leiterkongress 2022.<br \/>\nDieses Bild war gegenw\u00e4rtig beim H\u00f6ren eines Vortrags von Nipun Mehta zum Hintergrund von Servicespace, einer Initiative im Schnittpunkt von Technologie, freiwilligem Engagement und einer Kultur des Gebens.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pod.servicespace.org\/?t=NewsPerm&amp;pid=79009\">Nipun Mehta: Laddership: Leading with the Gifts of Emergence<\/a><\/p>\n<p>Vermutlich ist Einiges davon f\u00fcr die Erfahrung von Kirche am Ort relevant. Deshalb hier nun Gedanken dieses Vortrags zusammen mit biblischen Perspektiven als Blogbeitrag von <strong>Kirche weiter denken<\/strong>.<\/p>\n<p>Nipun Mehta versteht sich als der Designer von sozialen Bewegungen, die basieren auf<\/p>\n<ul>\n<li>Kleinen Gesten der G\u00fcte<\/li>\n<li>Augenblicke der inneren Wandlung<\/li>\n<\/ul>\n<p>und m\u00f6chte Personen dabei unterst\u00fctzen, die Gemeinschaft vor Ort in der Form von Many to Many Netzwerken zu f\u00f6rdern, um bewusst Mitgef\u00fchl zu kultivieren.<\/p>\n<p>Kirche, als Gemeinschaft von Menschen, die Jesu Beispiel im eigenen Leben nachfolgen, kann sich als eine solche Bewegung verstehen und von den Strategien und Erfahrungen der servicespace-Bewegung profitieren. Auf diesem Hintergrund wird manches Wort Jesu neu lebendig. Aktuell werden  oft Fragen an die kirchlichen Strukturen gestellt. Der ,,<em>Blick \u00fcber den Zaun<\/em>'' auf eine Selbstsicht anderer Bewegungen kann helfen, das eigene Interesse zu kl\u00e4ren. Welchen Einfluss haben Strukturen innerhalb einer Kirche?<\/p>\n<h1>Leitendes Interesse - der Rahmen bei servicespace<\/h1>\n<p>Nipun Mehtas leitendes Interesse als Impulsgeber f\u00fcr servicespace fokussiert auf Liebe, Einfachheit und angstfreiem Geben. F\u00fcr ihn sind da Bewusstsein, Erkenntnis und Mitgef\u00fchl (im Englischen alles Worte, die mit co beginnen: consciousness, cognition, compassion) wichtig. Er fragt, als jemand, der um Permakultur\u00fcberlegungen wei\u00df:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie entstehen Strukturen, die nachhaltig Mitgef\u00fchl f\u00f6rdern?<\/li>\n<li>Welche Weisen der F\u00fchrung f\u00fchren dazu, eine Br\u00fccke zu schlagen,<br \/>\nzwischen innerer Wandlung und Aktivit\u00e4ten, die das gesellschaftliche Miteinander f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer sich fragt, ob Kirche vor Ort \u00e4hnlich wie servicespace sein kann bzw. soll, der landet u.a. bei biblischen Gedanken, wie:<\/p>\n<p><strong>Geben ist seliger als Nehmen<\/strong> ein Jesuswort, dass Paulus in der Apostelgeschichte \u00fcberliefert.<\/p>\n<p><strong>Jesu Beispiel des Dienens und sein Hinweis, dass im Umfeld der Nachfolger die Dienenden Ansehen genie\u00dfen: Wer unter Euch gro\u00df sein will ...<\/strong> so bei der Fusswaschung oder auch mehrfach im Gespr\u00e4ch mit den J\u00fcngern, die sich nach Status sehen, fragen, wer ist der Gr\u00f6\u00dfte.<\/p>\n<p><strong>Liebe als Kern der g\u00f6ttlichen Gebote<\/strong> in Jesu Antworten auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot und auch in der Beschreibung des J\u00fcngsten Gerichts, kleine Taten der Liebe f\u00fchren dazu, von Jesus das Reich als Erbe empfangen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<h1>Permakultur als Inspiration<\/h1>\n<p>Die Idee des ,,Do nothing'' Ackerbau von M. Fukuoka, macht nicht nichts, sondern unterst\u00fctzt, damit  etwas w\u00e4chst, ein ,,System''. Die Vorstellung dabei ist:<br \/>\nEs braucht einen Wald, um eine Frucht anzubauen.<br \/>\nSo stellen sich f\u00fcr das Tun andere Fragen.<br \/>\nDieser Ansatz hat eine nachhaltige Ausrichtung.<\/p>\n<p>Das biblische Bild von der <strong>selbstwachsenden Saat<\/strong> (Mk 4) greift eine \u00e4hnliche Vorstellung von Landwirtschaft auf: <em>Der Samen keimt und w\u00e4chst und der Mann wei\u00df nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht,<\/em> So k\u00f6nnte man, ausgehend von diesem Gleichnis, fragen, wie m\u00fcsste jemand im Umfeld von lokaler Kirche verantwortlich agieren, um die Saat beim Wachsen zu f\u00f6rdern? Welche Weisen der Unterst\u00fctzung bew\u00e4hren sich und k\u00f6nnen auch f\u00fcr andere Personen weitergegeben werden? <\/p>\n<p>F\u00fcr den Theologen C. Schwarz ist dieses Gleichnis in Mk 4 ein wesentliches Fundament seiner \u00dcberlegungen. Er fragt, wo steht etwas diesem automatischen Wachstum (von selbst) im Weg? Was kann helfen, dies zu \u00e4ndern?<\/p>\n<h1>Spieltheorie als weiterer Ansto\u00df<\/h1>\n<p>F\u00fcr Nipun Mehta hat ein Buch zu Spielen viel bewusst werden lassen.<\/p>\n<p>Ein <strong>endliches Spiel<\/strong> wird zum <strong>Gewinnen<\/strong> gespielt. So entstehen auch <strong><em>Verlierer<\/em><\/strong>. Kann man auch in einer anderen Weise spielen?<\/p>\n<p>Neben den endlichen Spielen gibt es auch unendliche Spiele. Ein <strong>unendliches Spiel<\/strong> wird um des Spieles willen gespielt.<\/p>\n<p>Endliche Spiele greifen den Wunsch nach Status auf, nach <em>Gro\u00df<\/em>-Sein, von dem in den Evangelien \u00f6fter die Rede ist. Jesus mahnt die Menschen, die ihm nachfolgen, sich nicht auf ein Gef\u00e4lle, ein Oben oder Unten einzulassen. Mt 23 enth\u00e4lt daf\u00fcr einige Weisungen Jesu.<\/p>\n<h2>Tods\u00fcnden und Tugenden<\/h2>\n<p>Nipun Mehta zitiert  Reid Hoffman (Wall Street Journal Juni 2011): Soziale Medien funktionieren am Besten, wenn sie sich mit einer der 7 Tods\u00fcnden verbinden, (also nicht das Ganze in den Blick nehmen)<\/p>\n<ul>\n<li>Facebook mit Ego - Stolz<\/li>\n<li>Zynga mit sloth - Tr\u00e4gheit<\/li>\n<li>Linkedlin mit Greed - Gier<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was kann man entwickeln f\u00fcr die 7 Tugenden?<\/p>\n<p>Der Theologe C. Schwarz weist in seinen Ausf\u00fchrungen zur Gemeinschaft auf die Bedeutung der Ausrichtung hin. Die Energie, die einen Menschen zu einer Tods\u00fcnde verleiten kann, kann auch, wenn sie auf das Ganze der Gemeinschaft hin gelenkt wird, zu einer wichtigen Kraft f\u00fcr das Ganze werden.<\/p>\n<h1>Was ist soziale Permakultur?<\/h1>\n<p>Was k\u00f6nnte der ,Nichts-Tun'-Ansatz auf einem Gebiet bedeuten, welches menschliche Energie organisieren m\u00f6chte?<\/p>\n<p>Seit 25 Jahren experimentiert die servicespace-Bewegung dazu, welche Strukturen innere Wandlung  und die Ausrichtung auf ein unendliches Spiel unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ein Frage dazu ist schon: Wer sollen wir sein, um in eine Zukunft zu f\u00fchren, die wir uns nicht vorstellen k\u00f6nnen? Menschen sind nicht gut darin, die Zukunft vorhersagen zu k\u00f6nnen. Wir leben zwar in einer Illusion, dies zu k\u00f6nnen, aber diese kollabiert gerade ziemlich schnell. Die Beschleunigungerfahrung in unserer Gesellschaft ist eine Seite der Medallie. Dazu gibt es ja einiges von Hartmut Rosa.<\/p>\n<p>Deshalb orientiert servicespace an einer anderen Fragerichtung: Wie unterbricht man aktuelle Entwicklungen so, dass sich nachhaltig Mitgef\u00fchl zeigt? Wie kann sich diese menschliche Energie mehr in einer Weise der Permakultur organisieren?<\/p>\n<p>So eine Unterbrechung und Neuausrichtung wird in den Evangelien mit <strong>Umkehr<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n<p>Um etwas grundlegend zu unterbrechen muss sich auch das Paradigma, also die Grundausrichtung im Weltbild, unterscheiden, da, so eine Beobachtung, die herrschenden Werkzeuge niemals das herrschende Haus abrei\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Es braucht also neue Werkzeuge - welche sind das?<br \/>\nEine Beobachtung eines Benediktiner Bruno Barnhart, auf die Nipun Mehta hinweist, verdeutlicht die Herausforderung: Menschen ziehen eine \u00fcberschaubare Komplexit\u00e4t einer un\u00fcberschaubaren Einfachheit vor.<\/p>\n<h2>Grundentscheidungen von servicespace<\/h2>\n<p>Als Rahmen f\u00fcr diese Bewegung ist Nipun Mehta wichtig, service-space<\/p>\n<ul>\n<li>hat keine Angestellten<\/li>\n<li>unternimmt kein Fundraising<\/li>\n<li>und schaut nicht auf direkte Wirkung <\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Rahmen hat Konsequenzen f\u00fcr die servicespace-Bewegung:<\/p>\n<ul>\n<li>Ohne Angestellte bekommt intrinsische Motivation Bedeutung<\/li>\n<li>ohne Fundraising kommen unterschiedliche Formen von Kapital und Reichtum in den Blick - und die Frage, wie es geht, Systeme zu schaffen, die diese Arten von Kapital regenerieren. Es gibt ganz viel um das Geld und deutlich weniger im Blick auf andere Formen von Reichtum. <\/li>\n<li>Wer nicht auf direkte Wirkung schaut, erm\u00f6glicht kleine Gesten und ein Many-to-Many Netzwerk.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In diesem Rahmen zeigen sich bedenkenswerte Erfahrungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mikro-Engagement in Freiwilligkeit (zusammengef\u00fchrt durch Technik)<\/li>\n<li>Lokale Gruppen sowie virtuelle Unterst\u00fctzung auch mit AI<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn es gelingt, so etwas lang genug durchzuhalten,<br \/>\nzeigen sich neue Prinzipien.<\/p>\n<p>In gewisser Weise hinterfragt diese Bewegung die \u00fcberkommene hierarchische Struktur von Kirche und die hauptberufliche Ausrichtung gro\u00dfer Teile des kirchlichen Wirkens. So kann schnell die Frage nach dem Geld dominieren und Jesu Hinweis: <em>Ihr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon<\/em> wird aktueller als es den entsprechenden Personen lieb ist.<\/p>\n<h2>Fragen sind ein wichtiger Schl\u00fcssel<\/h2>\n<p>Welche Fragen werden gestellt und welche Fragen sind wirklich wichtig? Statt zu fragen<\/p>\n<ul>\n<li>Was machst Du?<\/li>\n<li>Wie bist Du wichtig?<\/li>\n<li>Was ist Deine Bedeutung?<\/li>\n<li>Was ist Dein Anliegen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00c4hnlich w\u00e4ren Fragen an Fukuoka wie: Wie viele \u00c4pfel hast Du?<\/p>\n<p>Gilt es eine andere Ausrichtung der Fragen und damit des eigenen Interesses zu finden. Und wer anders fragt, darauf weist Nipun Mehta hin, kann bei einem Netzwerk ankommen, bei dem:<\/p>\n<ul>\n<li>jede(r) mitmachen kann,<\/li>\n<li>es um kleine Gesten des Dienstes, der G\u00fcte geht<\/li>\n<li>eben nicht nur Privilegierte aktiv sind <\/li>\n<li>durch Inklusion Many-to-Many Netzwerkeentstehen .<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit \u00e4ndert sich das Vorgehen, das Modell. Statt <\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr einen Zweck, <\/li>\n<li>ein Projekt zu starten, <\/li>\n<li>Menschen an Bord zu holen, <\/li>\n<li>und dann auch etwas innere Wandlung zu beobachten,<\/li>\n<\/ul>\n<p>ist bei Service-Space der Beginn<\/p>\n<ul>\n<li>die innere Wandlung von Menschen<\/li>\n<li>diese werden dann von selbst aktiv<\/li>\n<li>verbinden sich mit anderen.<\/li>\n<li>Projekte entstehen und haben auch Wirkung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese auftauchende - emergente - Wirkung kann gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n<p>Hier zeigt sich eine interessante Beziehung von Glaube und Praxis. Die Praxis der Liebe, zu der servicespace  ermutigen will, findet sich, so z.B. die Beobachtung der Stiftung Weltethos, als eine Konsequenz der goldenen Regel in allen gro\u00dfen spirituellen Tradititionen, verbindet also unterschiedliche pers\u00f6nliche Glaubensausrichtungen.<br \/>\nSo eine Praxis hat gleichzeitig ja Auswirkungen auf den Glauben. So hei\u00dft es im Jakobusbrief Kapitel 2: <em>ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben.<\/em><br \/>\nDie Praxis zeigt die Au\u00dfenseite des Verhaltens, der Glaube, als Verdichtung, liegt auf einer inneren Ebene in unserer Person, so beschreibt es die Vorstellung des Vereinigten Feldes von Robert Dilts.<\/p>\n<p>In einer eher volkskirchlichen Fr\u00f6mmigkeitspraxis kann die Praxis der Liebe, der Diakonie, den Weg ebnen zu einem Bezug zur Quelle der Liebe, zu Gott, und eine wichtige Verwandlung, ein inneres Wachstum ansto\u00dfen.<br \/>\nF\u00fcr andere beginnt ihr Christwerden als innere Wandlung in der Hinwendung zu Jesus Christus und in der Orientierung an Jesu Lebensbeispiel ergibt sich f\u00fcr diese Menschen der n\u00e4chste Schritt im Leben.<br \/>\nUnd die J\u00fcnger werden zu zweien ausgesandt, verbinden sich dann noch weiter und es kann etwas auftauchen, was Glaubende dann mit dem Wirken des Geistes Gottes verbinden.<\/p>\n<h2>Generative Herzintelligenz<\/h2>\n<p>Folgendes Vorgehen funktioniert f\u00fcr Nipun Mehta und die servicespace-Initiative seit 25 Jahren:<\/p>\n<ul>\n<li>Diene ohne Transaktion (kleine Gesten der G\u00fcte)<\/li>\n<li>eine innere Wandlung ereignet sich in den dienenden Personen,<br \/>\nweil automatisch das Belohnungssystem aktiviert wird, also Endorphine ausgesch\u00fcttet werden. Es braucht also keine extrinische Motivation mehr<\/li>\n<li>man m\u00f6chte das Belohnungssystem wieder aktivieren,<br \/>\nalso mehr Gesten der G\u00fcte praktizieren.<\/li>\n<li>Wenn viele sich so verhalten, entsteht ein Gespr\u00e4ch,<br \/>\nein Wir derer, die sich so verhalten.<\/li>\n<li>Und die Belohnung f\u00fcr einen Dienst ist mehr Dienst.<br \/>\n(Ein Insider-Witz in der Servicespace-Community)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daf\u00fcr braucht es keine Abteilungen - eher stellt sich die Frage: Wie k\u00f6nnen wir gew\u00e4hrleisten, solchen Entwicklungen nicht im Weg zu stehen?<\/p>\n<h2>Die Logiken von Markt und Liebe unterscheiden sich.<\/h2>\n<p>Wo ist der Grundunterschied?<\/p>\n<ul>\n<li>Der Markt orientiert sich am Tausch, der Transaktion.<br \/>\nDas zielt auf Anh\u00e4ufung.<\/li>\n<li>Die Liebe orientiert sich an Beziehung und zielt auf Anteilgeben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie k\u00f6nnen unsere Systeme sich von einer Ausrichtung auf Transaktionen hin zu einer mehr beziehungsorientierten Ausrichtung entwickeln?<br \/>\nDas Beispiel Karma-Kitchen zeigt, manches ist m\u00f6glich. Ein Kontext kann entstehen, in dem alle sich beschenkt erfahren.<br \/>\n<strong><em>Mehr bezahlen, wenn man f\u00fcr andere bezahlt<\/em><\/strong> - ist die Erkenntnis einer Untersuchung von Berkley dazu.<br \/>\nEin Buffet wird so nicht funktionieren, es braucht die M\u00fche, den ,,Wald'' zu schaffen, dann k\u00f6nnen diese generativen Kreisl\u00e4ufe entstehen.<\/p>\n<p>Wer fragt, kann das funktionieren, meint oft, k\u00f6nnen die Rechnungen bezahlt werden. Es gibt einige Erfahrungen, die zeigen, es kann gehen. Und gleichzeitig ist es vermutlich die falsche Frage. Denn sie fokussiert nicht auf den wesentlichen Kern. Sie ist st\u00e4rker dem Paradigma des Geldes, der Logik des Marktes verbunden. <\/p>\n<p>Vermutlich erschlie\u00dft eine Frage wie <em>Was passiert in diesem Raum?<\/em> mehr.<\/p>\n<p>Der Umgang dort ist nicht auf Transaktionen ausgerichtet. Jede(r) zahlt f\u00fcr jede(n) und es gibt den Effekt der Multiplikation in diesem Raums und einen Kontext, in dem sich  Menschen anders verhalten. Ein Feld von Vertrauen kann sie mitnehmen.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass es Kurzgeschichten gibt, die Himmel und H\u00f6lle so verdeutlichen, Himmel, als einen Ort, an dem die Menschen f\u00fcreinander sorgen, einander zu essen geben, und H\u00f6lle als einen Ort, an dem jeder Mensch f\u00fcr sich sorgen m\u00f6chte, es aber nicht kann und die Hilfe der anderen als M\u00f6glichkeit nicht wahrnimmt.<\/p>\n<p>Kann das Miteinander von Glaubenden so ein Feld besser zug\u00e4nglich machen? Menschen dort auch \u00f6ffnen f\u00fcr  Gottesdienst im Sinn, dass Gott als Quelle der Liebe ihnen dient, sie bef\u00e4higt und motiviert, mehr und best\u00e4ndiger zu lieben. So verhei\u00dft Jesus in Joh 4 <em>wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben flie\u00dft.<\/em><\/p>\n<p>Gerade der Fokus auf kleine Gesten der G\u00fcte ist da wichtig. Diese Gesten sind allen m\u00f6glich. Und sie k\u00f6nnen uns in Kontakt mit der G\u00fcte bringen, so Dankbarkeit st\u00e4rken und Freude wecken.<br \/>\nWer diese Haltung in der pers\u00f6nlichen Beziehung zu Jesus Christus gestalten kann, findet hinein in eine Familie Gottes, ein Miteinander, was durch Kooperation und Gemeinschaft bestimmt ist.<\/p>\n<p>Der Kontext von Familie kann dann in uns Menschen<br \/>\nVerhaltensweisen aktivieren, die der Liebe verbunden sind.<br \/>\nDas ist uns zu einem Teil sicher auch angeboren,<br \/>\ngerade weil in den ersten Lebensjahren \u00fcber den Kontext<br \/>\nFamilie f\u00fcr den heranwachsenden Menschen viel erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<h2>Wie entstehen mehr solcher Systeme?<\/h2>\n<ul>\n<li>Der Schwenk von Transaktion zur Beziehung ist der Schl\u00fcssel. Transaktion f\u00fchrt zu Ausbeutung und Vereinzelung.<\/li>\n<li>Beziehungen f\u00fchren zu einem  Kontext einem ,Wald' von Verbindungen und damit zu einer Gemeinschaft, einem <strong><em>Wir<\/em><\/strong>. Und diese Gemeinschaft f\u00fchrt dann zum Bewusstsein von <strong><em>uns<\/em><\/strong>. Dann landen wir beim Mitgef\u00fchl. Das sind Beobachtungen, die f\u00fcr Nipun Mehta schon bei Buddha zu finden sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Erfahrung hinterfragt stark die Vorstellung von ,,<strong>Versorgung<\/strong>'', und entsprechend einer kirchlichen ,,<strong>Dienstleistung<\/strong>''. F\u00fcr Christen k\u00f6nnte sich ein solches Bewusstsein von <strong>uns<\/strong> in der Erfahrung des Leibes Christi als eine Weise, Kirchesein zu erleben, zeigen.<\/p>\n<p>Um diese Entwicklung zu f\u00f6rdern, sind manche traditionelle Muster zu hinterfragen. Das passiert aktuell vielfach in der Fresh-X-Bewegung.<br \/>\nF\u00fcr Nipun Mehta  braucht es, um ein solches Feld zu leiten, die Kompetenz von ,,<strong>Laddership<\/strong>''. Ladder ist das englische Wort f\u00fcr (die) Leiter. Es braucht eine ordnende Rolle.<\/p>\n<p>Im Kern ist der ,,Flow'', der durch intensive Beziehungen entsteht. Dieser taucht auf, wenn sich Grenzen aufl\u00f6sen. Wer \u00fcber den ,,Flow'' wirken m\u00f6chte, muss ihn sp\u00fcren, also diese Beziehungspotentiale zwischen den Individuen.<\/p>\n<p>,,Laddership'' wei\u00df sich mehr verbunden und ist an diesen Verbindungen interessiert und kann daher die Macht eine verteilten Netzwerkes ahnen. Diesen Flow gilt es anzunehmen. (Wie z.B. auf einer Welle surfen).<\/p>\n<p>So ein verteiltes Netzwerk zeigt sich f\u00fcr Gro\u00dfkirchen z.B. in Basisgemeinden oder personalen Glaubensgruppen, die nach den \u00dcberlegungen des Theologen S. Wiedenhofer eine Erfahrungsebene von Kirchlichkeit erm\u00f6glichen, die Kirche real werden l\u00e4sst. Oft auch der Ausgangspunkt einer ,Fresh-X' einer neuen Ausdrucksform von Kirchesein.<\/p>\n<p>In diesem Zugang zur Wirklichkeit macht Kontrolle so Nipun Mehta keinen Sinn. Im Annehmen lernt man, dem Flow zu vertrauen. Man lernt, 1+1 &gt; 2 denn das + Zeichen hat einen Wert in sich. Dieser Wert wird oft untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Es gibt nicht nur Verbindung - Beziehung, sondern auch Synergien und dadurch taucht Neues auf.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie k\u00f6nnen Menschen zusammenkommen, so dass sich etwas nachhaltig ereignet und sie der Welt dienen k\u00f6nnen?<\/li>\n<li>Wie k\u00f6nnen wir mit den Gaben, die auftauchen (evt. auch der Emergenz), leiten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Flow ist auch eine wichtige Seite bei Pilgererfahrungen. So beschreibt es Victor Turner in seinem Buch <strong><em>On image and pilgrimage in christian culture<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Vermutlich zeigt sich in Flowerfahrungen auch manche Erfahrung des Geistes Gottes.<\/p>\n<h2>Unterschiede von traditioneller Leitung und Laddership<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"text-align: left;\">Was<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">traditionelle Leitung<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Laddership<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Organisation<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Zentralisiert<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Verteilt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Fokus<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Planen + ausf\u00fchren<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Suchen + verst\u00e4rken<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Wichtig<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Zentrum<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">R\u00e4nder<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Ausrichtung<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Effizienz<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Resilienz<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Perspektive<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Vorhersagbar<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Emergenz<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Netzwerkbeziehungen<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Quantit\u00e4t<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">Qualit\u00e4t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>(d.h. die Ausrichtung von Laddership ist auf die Wahrnehmungsf\u00e4higkeit gerichtet) verst\u00e4rken geht nicht nur \u00fcber Geld sondern \u00fcber unterschiedliche Kapitalformen, die im Feld gegenw\u00e4rtig sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorrede Christopher Schacht betrat mit einer Leiter die B\u00fchne beim Leiterkongress 2022. 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