{"id":214,"date":"2024-07-12T14:13:14","date_gmt":"2024-07-12T14:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=214"},"modified":"2024-07-12T14:13:14","modified_gmt":"2024-07-12T14:13:14","slug":"triduum2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/triduum2024\/","title":{"rendered":"Triduum2024"},"content":{"rendered":"<h2>Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>In diesem Jahr sollte der Impuls der Jahreslosung die Feier der wichtigen Gottesdienste in der Heiligen Woche bestimmen<\/p>\n<ul>\n<li>Palmsonntag mit dem Einzug nach Jerusalem<\/li>\n<li>Gr\u00fcndonnerstag mit der Feier vom letzten Abendmahl<\/li>\n<li>Karfreitag mit der Kreuzverehrung<\/li>\n<li>Osternacht mit einer Tauferinnerung<\/li>\n<li>Ostermontag zusammen mit einem Emmausgang<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein modernes Lied passt gut zur Jahreslosung und hat diese Gottesdienste untereinander auch verbunden.  H-J Eckstein hat es aus dem Englischen \u00fcbertragen:<\/p>\n<ol>\n<li>Gib mir Liebe ins Herz, lass mich leuchten, Gib mir Liebe ins Herz, bet' ich. Herr, du selbst bist das Licht, das erleuchtet, darum scheine du nun selbst durch mich.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ref: Sing Hosianna, sing Hosianna, sing Hosianna zu dem Herrn der Welt. Sing Hosianna, sing Hosianna, sing Hosianna zu dem Herrn.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<p>Lass mich sein wie lebendiges Wasser, das durch Trockenheit flie\u00dft, bet\u2018 ich. Herr, du selbst bist das lebende Wasser, darum fliesse du nun selbst durch mich. Sing ...<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Lass mich sein f\u00fcr die Welt wie ein Hirte, der f\u00fcr andere lebt, bet\u2018 ich. Herr, du selbst bist der allertreuste Hirte, darum sei du nun auch das durch mich. Sing ...<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Palmsonntag<\/h2>\n<p>Gib mir Liebe ins Herz, so haben wir gerade drau\u00dfen gesungen. Dieser Wunsch verbindet uns vermutlich mit ganz vielen Menschen. Keine Liebe im Herzen zu sp\u00fcren, das wollen, wenn \u00fcberhaupt, nur ganz wenige.<\/p>\n<p>Der Refrain dieses Liedes passt zum Geschehen des Palmsonntag. Wir nehmen ja innerlich an einer Wallfahrt teil, die Jesus und viele andere nach Jerusalem machen, wenn wir in die Kirche einziehen.<\/p>\n<p>Der Ruf Hosianna war den Menschen damals durch die Psalmen vertraut. Wer das Wort Hosianna auf Wikipedia nachschaut, wird auf den Ps 118 verwiesen, einen Psalm, der stark mit dem Osterfest zusammenh\u00e4ngt. Der Psalm ist ein kleiner Dankgottesdienst, welchen Menschen so miteinander feiern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Wunsch: Gib mir Liebe ins Herz - passt richtig gut zur aktuellen Jahreslosung. Sie lautet: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. Wie geht das, in Liebe zu handeln? Und was bedeutet das f\u00fcr mich und mein Umfeld? Diese Fragen stellen wir uns heute an Palmsonntag, dem Beginn der Heiligen Woche - also einer Zeit im Jahr, die unseren Glauben in besonderen Gottesdiensten nahe bringt.<\/p>\n<p>Gib mir Liebe ins Herz, lass mich leuchten Liebe ist gewisser Ma\u00dfen die Energie, die unser Leben hell sein l\u00e4sst. Wer Liebe ins Herz bekommen m\u00f6chte, muss sich \u00f6ffnen, verwundbar, empfangsbereit sein.<\/p>\n<p>Das gilt heute oft als uncool - lieber ist man der Held unverwundbar, der Sieger. Wer Palmsonntag und die Heilige Woche bewusst feiert, merkt, wie diese Gottesdienste eine andere Sicht anbieten. So zeigt ja auch das Lied mit den weiteren Strophe gut auf, welche Priorit\u00e4ten ein Leben haben kann, wenn Liebe das eigene Herz erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>F\u00fcreinander sind wir dann da. Und das tut richtig gut. Viele werden es aus der Familie kennen. Und man kann es sogar k\u00f6rperlich nachweisen, wer anderen etwas Gutes tut, dessen innere Befindlichkeit ver\u00e4ndert sich. Botenstoffe, die positive Stimmung bewirken, werden z.B. ausgesch\u00fcttet und vieles mehr.<\/p>\n<p>Ganz wichtig ist, dass der Zugang zu diesem F\u00fcreinander nicht schwer ist. Kleine Gesten der G\u00fcte sind jedem und jeder von uns m\u00f6glich. So sind wir selber wirksam, nicht von anderen abh\u00e4ngig. Konkrete Gesten, also wo merke ich, dass ich etwas Gutes getan habe k\u00f6nnten wir jetzt mal kurz einsammeln wenn ich mit dem Mikro durch die Kirche gehe. Beispiele in meinem Leben, die auch viele andere praktizieren, w\u00e4ren Freundliche Gr\u00fc\u00dfe auf der Stra\u00dfe, M\u00fcll von der Stra\u00dfe aufheben, bewusst jemandem zuh\u00f6ren, auch wenn ich gerade etwas anderes machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Selbst etwas machen zu k\u00f6nnen, ist auch eine Erfahrung von Freiheit. Diese Freiheit m\u00f6chte Jesus uns schenken. Bei jedem Gottesdienst erinnern wir uns an Seinen Auftrag, Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis, also das Erinnerungsmahl zu feiern, welches die Befreiung durch Gott aus der Sklaverei \u00c4gyptens bewusst bleiben l\u00e4sst. Sklaverei ist als Erfahrung f\u00fcr uns hier in Altingen nicht so wirklich pr\u00e4sent, aber Abh\u00e4ngigkeiten sind es schon. Viele Menschen sind abh\u00e4ngig von der Meinung der anderen. Was denken die Leute, die Mitsch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, die Nachbarn, oder wie immer die Gruppe hei\u00dft, auf deren Ansehen man Wert legt.<\/p>\n<p>Um frei zu werden kann die Frage helfen: Worauf m\u00f6chte ich  am Ende des Lebens zur\u00fcckschauen? Welche Aktivit\u00e4ten sind da wichtig? Was hat Bedeutung \u00fcber das eigene Leben hinaus?<\/p>\n<p>Selbst etwas zu machen, hat ja auch mit Macht zu tun. Welche Macht hat uns Gott anvertraut? Wie \u00fcbe ich sie aus? Also was mache ich?<\/p>\n<p>Im Laufe der Woche k\u00f6nnen wir in den  Gottesdiensten dann auch bewegen und vertiefen, was diesem Selber etwas Gutes machen im Wege stehen kann. Angst verhindert da oft etwas. Wir werden Jesus begleiten und sp\u00fcren d\u00fcrfen, wie er mit Angst und Widerst\u00e4nden umging. Deshalb ist die Mitfeier dieser Heiligen Woche zutiefst heilsam - das, was wir gerade in diesen 7 Symbolen  angeschaut haben, wird sich weiter entfalten und dann hoffentlich auch in uns Kraft bekommen. In diesem Sinn - herzliche Einladung zu Gr\u00fcndonnerstag 19.00, Karfreitag 15.00 und zur Osternacht um 20.30 Uhr.<\/p>\n<h2>Gr\u00fcndonnerstag<\/h2>\n<p>Heute an Gr\u00fcndonnerstag schauen wir auf das letzte Abendmahl. So kommt Jesu Auftrag in den Blick, der im Johannesevangelium mit der Fu\u00dfwaschung verdeutlicht wird. Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis. <\/p>\n<p>Uns begleitet dabei in dieser Woche ja das Lied<br \/>\nGib  mir Liebe ins Herz<\/p>\n<p>Im heutigen Evangelium d\u00fcrfen wir Jesus beobachten, was er tut, und uns bewusst machen, was davon beispielhaft f\u00fcr uns ist. Sein Herz ist voller Liebe - das wird morgen, am Karfreitag nochmals deutlicher. Sein Tun und sein Beispiel sollen wir erinnern, also es in uns lebendig sein. Was hei\u00dft das konkret?<\/p>\n<p>Immer wenn wir Eucharistie feiern denken wir daran, dass Jesus beim Mahl das Brot nahm und dankte.<\/p>\n<p>Dankbarkeit ist ein wichtiger Schl\u00fcssel f\u00fcr die Zufriedenheit im Leben. Die Akteure in der Konsumgesellschaft haben ja ein Interesse daran, dass Menschen leicht unzufrieden sind und vermuten, wenn ich mir das oder das kaufe werde ich zufriedener sein. Die Versprechungen der Werbung verbinden dazu oft ein Haben, Konsumieren mit dem Sein und f\u00fcr die meiste Zeit gehen diese Aussagen nicht auf. D.h. das Sein l\u00e4sst sich nicht so einfach durch ein Haben ver\u00e4ndern. Gib mir Liebe ins Herz - diese Liedzeilen zeigen das f\u00fcr mich: Kein Mensch kann Liebe direkt kaufen.<\/p>\n<p>Wie kann Liebe ins Herz gelangen? Jesu Handeln lenkt den Blick nach dem Danken auf etwas, das im Grunde vielen vertraut ist.<\/p>\n<p>Er teilt das Brot - also er gibt. Wer mit anderen teilt, etwas Gutes gibt, der merkt, wie im Eigenen auch etwas w\u00e4chst. In unserer Zeit werden auch solche Ph\u00e4nomene untersucht und man kann wissenschaftlich  nachweisen, dass in Menschen, die geben,  Substanzen ausgesch\u00fcttet werden, die f\u00fcr eine gute Stimmung sorgen.<\/p>\n<p>Wer im Internet Begriffe googeled, wird merken sowohl Danken wie auch Teilen haben richtig viele Treffen. Es sind wichtige Worte und sie sind den Meisten auch zug\u00e4nglich. <\/p>\n<p>Jesus weist mit seinem Wort Geben ist Seliger als Nehmen auf eine pers\u00f6nliche Priorit\u00e4t hin, die selig macht, wir k\u00f6nnten auch sagen, zufrieden. Diese Erfahrung k\u00f6nnen inzwischen viele Menschen best\u00e4tigen, auch wenn sie mit dem Glauben an Jesus in der Gemeinschaft einer Kirche nicht viel anfangen k\u00f6nnen, weil andere Erfahrungen f\u00fcr sie den Weg verstellt haben.<\/p>\n<p>Es lohnt sich, zus\u00e4tzlich, darauf zu achten, wie Menschen geben und Gutes mit anderen teilen.<\/p>\n<ul>\n<li>Manche m\u00f6chten helfen - sehen so die anderen als bed\u00fcrftig an,<\/li>\n<li>manche m\u00f6chten heilen - sehen also etwas als kaputt oder krank an, Sichtweisen, die nicht gut tun, da in ihnen ein Gef\u00e4lle entsteht, die gute Seite die hilft und die schwache \/ kranke Seite, die Hilfe annimmt.<\/li>\n<li>Jesus ermutigt zum Dienen. Das ist eine Weise, sich beim Teilen des Guten dem anderen so zu n\u00e4hern, dass diese Person sich nicht abgewertet erf\u00e4hrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Einsicht finde ich wichtig. Sie ist mir vor einiger Zeit bei einem Vortrag eines Mannes, der andere daf\u00fcr begeistern m\u00f6chte, Gutes zu tun, aufgefallen. Dieser Mann ist ein Aktivist f\u00fcr<br \/>\neine Geschenk\u00f6konomie. Er weist darauf hin, jeder und jede von uns kann mit kleinen Gesten der G\u00fcte etwas tun und das wirkt sowohl in das Umfeld wie auch auf diese Person zur\u00fcck. An Palmsonntag hatten wir ja auch schon ein wenig dar\u00fcber nachgedacht. Unterschiedliche Gesten wurden da genannt. In diesen Gesten kommen wir in Kontakt mit der Liebe und sp\u00fcren sie im Herzen. Gib mir Liebe ins Herz war ja der Ausgangspunkt unserer Gedanken heute im Teilen von kleinen Gesten der Liebe als Dienst an anderen oder der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Menschen, die sich engagieren, sind immer auch eine Ermutigung f\u00fcr andere, weil sie zeigen, so etwas ist m\u00f6glich. In diesem Sinn bitte ich .... nun nach vorne und ich werde ihnen, so wie Jesus damals den Aposteln die F\u00fc\u00dfe waschen, ein Zeichen, dass wir immer wieder mit Liebe unser Tun im Alltag erf\u00fcllen lassen.<\/p>\n<h2>Karfreitag<\/h2>\n<p>In diesem Jahr lenkt die Jahreslosung <strong>Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.<\/strong> unseren Blick auf das eigene Tun und die Liebe, mit der dies geschieht. Wir haben gerade den Bericht einer Aktion mitbekommen, die ganz stark von Liebe bestimmt ist, und gleichzeitig ist diese Liebe f\u00fcr viele Teilnehmende in diesem Kontext verborgen. Um sich dieser Liebe mehr zu \u00f6ffnen, hilft es wahrscheinlich, \u00fcber das Wort Opfer nachzudenken. Dieser Begriff kann einen Zugang zu Jesu Liebe erm\u00f6glichen und auch klarer werden lassen, was f\u00fcr uns in manchen Beziehungen, die wir als schwierig erleben, eine kleine Geste der G\u00fcte bedeuten kann.<\/p>\n<p>Der Begriff Opfer hat ja unterschiedliche Seiten.<\/p>\n<p>In den Gottesdiensten wird oft vom Opfer Jesu Christi gesprochen. Er hat sein Leben hingegeben als S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen sagen wir dann als Glaubenserkenntnis. Der Begriff Opfer meint hier ein heiliges Tun also ein Tun, welches diejenigen, die es tun, mit dem Heiligen und damit auch mit der Liebe verbindet. Ein Beispiel aus unserer Zeit ist mir in einem Interview begegnet, welches ich vor einigen Tagen geh\u00f6rt habe. Es war mit einer Mutter, die f\u00fcr ihre Kinder, die sie brauchen, bereit ist, die Qualen ihrer Krebstherapie auf sich zu nehmen.<\/p>\n<p>Jesus war in den Augen vieler Menschen auch ein Opfer - das kommt im Evangelium von Johannes heute klar heraus. Es gibt T\u00e4ter auf der einen Seite und ihn als Opfer, also als eine Person, die Gewalt erleiden muss, konkret am Kreuz zu Tode gefoltert wird. Gleichzeitig hat Jesus innerlich nicht die Opferrolle angenommen. Im Johannesevangelium hei\u00dft es im Kapitel 10: <em>17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entrei\u00dft es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.<\/em> Diese Entscheidung ist f\u00fcr die eigene Wahrnehmung sehr wichtig. Ein Opfer ist passiv - ihm widerf\u00e4hrt das Schicksal. Jesus bleibt in der Verantwortung f\u00fcr sein Tun. Er hat sich bewusst daf\u00fcr entschieden, dieses Opfer zu vollbringen. Ein wichtiges Detail heute in der Passionserz\u00e4hlung ist die Sorge f\u00fcr die Mutter, die er seinem J\u00fcnger anvertraute.<\/p>\n<p>Menschen, die sich in eine Opferrolle begeben oder dr\u00e4ngen lassen, \u00fcberlassen das Tun den T\u00e4tern. Und damit kommen sie innerlich in eine sehr schwierige Lage. Personen, die sich gegen ungerechte Umst\u00e4nde zur Wehr setzen, die als St\u00f6renfriede in vielen L\u00e4ndern der Welt dann gefoltert werden und um ihr Leben f\u00fcrchten m\u00fcssen, sind immer wieder in der Gefahr in eine Opferrolle zu kommen, so die T\u00e4ter noch zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Jesu Beispiel, welches wir jedes Jahr an Karfreitag so ausf\u00fchrlich bedenken, oder auch das Lied vom Gottesknecht, das wir in der ersten Lesung h\u00f6rten, k\u00f6nnen helfen, im Alltag Einladungen zu durchkreuzen, solch eine Opferrolle anzunehmen. F\u00fcr die meisten von uns ist der Einstieg in die Opferrolle nicht so dramatisch und gleichzeitig existiert oft eine ganz reale Gefahr, dass man sich als Opfer wahrnimmt, also als ein Mensch, dem etwas Ungutes widerf\u00e4hrt der keine Chancen hat, sich angemessen zu wehren, abzugrenzen.<\/p>\n<p>Um in solchen Konfliktsituationen einen anderen Weg zu finden, brauchen wir Liebe. Liebe ist eine wesentliche Kraft, einer guten Ver\u00e4nderung den Weg zu bahnen. Denn es geht ja nicht darum, dass bisherige T\u00e4ter zu neuen Opfern werden. Dieses Muster steckt ja meist in den Impulsen, sich zu r\u00e4chen. Zwischen dem T\u00e4ter und dem Opfer gibt es in der Regel ein Gef\u00e4lle, der T\u00e4ter erlebt sich als \u00fcberlegen, besser, als das Opfer. Und so eine Beziehung kann sich schnell verfestigen. Dann ist da Mobbing im Spiel oder andere Formen der Abwertung. Sie k\u00f6nnten da sicher aus Ihrem Alltag einiges erz\u00e4hlen. Wir Menschen haben in uns die Impulse der Rache, aber auch die F\u00e4higkeit zur Vergebung, als eine Weise, uns der Liebe zu \u00f6ffnen. Diese Liebe braucht einen langen Atem. Das Lied, welches uns in dieser Woche begleitet, <strong>Gib mir Liebe ins Herz<\/strong> greift in der 2. Strophe das Bild vom  Wasser in einer trockenen Umgebung auf. Schnell verdunstet da etwas und wie gelingt es dran zu bleiben? In der vergangenen Fastenzeit konnte ich an einem Abend bei einem Gespr\u00e4ch teilnehmen, in dem ein Friedensaktivist aus dem Westjordanland  seine Erfahrungen teilte. An diesem Tag war gerade ein Jugendlicher erschossen worden, der einen israelischen Grenzposten mit einem Messer angegriffen hatte. Gewalt hilft nicht, verdunkelt das Miteinander und es braucht, so ein Bild dieses Mannes einen Strom frischen Wassers, der diese dunkle Br\u00fche wegschwemmen kann, die entsteht, wenn man sich auf dieses Gef\u00e4lle, diesen Kampf einl\u00e4sst. Das Lied kennt das Vertrauen, dass Gott selbst durch uns flie\u00dft. Das hilft beim Dranbleiben. Das Ziel ist die Verbundenheit, die Gemeinschaft, das Miteinander. T\u00e4ter k\u00f6nnen im Idealfall ihr Unrecht erkennen und dann eine neue Beziehung mit den Menschen eingehen, ein Raum, in dem Liebe und Frieden gedeihen, kann so entstehen - in Konflikten unseres Alltags aber auch in denen, an die wir sofort denken, wenn man von Opfern der Gewalt spricht.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat Jesu Opfer schon vielfach seine Wirkkraft gezeigt und hat bleibendes Potential. Immer wieder neu d\u00fcrfen wir uns diesem heiligen Tun anvertrauen, uns daf\u00fcr \u00f6ffnen. Wir sind heute eingeladen, nach den F\u00fcrbitten, zum Kreuz zu gehen, mit einem Herzsymbol das eigene Herz Jesu Herzen zu \u00f6ffnen, der Quelle  g\u00f6ttlicher Liebe. Ein Liedruf kann uns da den Weg weisen. Er greift etwas aus der Passionserz\u00e4hlung von heute auf. Aus der Seite, aus dem Herzen Jesu floss Blut und Wasser hervor. Ein Bild f\u00fcr dieses Opfer, welches Jesu durch seinen Weg f\u00fcr die Menschen erfahrbar werden lie\u00df, eine Quelle der Liebe.<\/p>\n<p><em>Herz Jesu, Quell der heilgen Liebe, entflamme uns durch deinen Geist, dass unser Herz dir \u00e4hnlich werde, dass deine Liebe in uns brennt.<\/em><\/p>\n<h2>Osternacht<\/h2>\n<p>Gib mir Liebe ins Herz - dieses Lied begleitet uns schon seit dem Palmsonntag. Und heute Abend m\u00f6chten uns alte Texte aus der Bibel, dem Wort Gottes, erschlie\u00dfen, wie dieser Wunsch mehr in Erf\u00fcllung gehen kann. Ich m\u00f6chte mich heute an der Lesung aus dem Buch Jesaja orientieren. Diesen Text habe ich etwas gestaltet. Sie k\u00f6nnen ihn im Aushang anschauen, oder auch auf einem meiner Blogs  im Internet. Gottes Wort kehrt nicht leer zu IHM zur\u00fcck, es bewirkt was ER will - so haben wir in dieser Lesung geh\u00f6rt. Der Prophet Jesaja wei\u00df auch, dass menschliche Denkmuster nicht alles erfassen k\u00f6nnen. Der Sieg des Lebens \u00fcber den Tod - den wir heute feiern, wenn wir Jesu Auferstehung vergegenw\u00e4rtigen ist ein gutes Beispiel f\u00fcr solche Gedanken, die sich uns Menschen nicht direkt erschlie\u00dfen. \u00d6sterlich zu denken unterscheidet daher Glaubende von anderen Menschen. Die Gewissheit, dass Jesus lebt, erschlie\u00dft andere Quellen der Liebe, erschlie\u00dft andere Verhaltensweisen. Wer diesen lebendigen Herrn mit seinem Lebensprogramm Jesus, der Name bedeutet ,,Gott rettet'', sucht, wird merken, ER l\u00e4sst sich finden. Mir ist in den letzten Jahren daf\u00fcr die Erfahrung der Emmausj\u00fcnger ans Herz gewachsen. Miteinander sind sie auf dem Weg, suchen, h\u00f6ren auf das Wort der Schrift, und erleben, wie eine neue Sicht sich auftut, sie in diesen Glauben an Jesu Auferstehung hineinfinden. Festgefahren wie diese k\u00f6nnen wir uns oft wahrnehmen - das Suchen m\u00fcndet oft in eine pers\u00f6nliche Offenheit f\u00fcr den Bund, den Gott mit uns geschlossen hat in Jesus Christus. Wir k\u00f6nnen erkennen, wie im Danken, Teilen und Segnen Liebe in unser Herz str\u00f6mt. Wie wir so zu IHM kommen, h\u00f6rend und auch erfahren k\u00f6nnen, wie ER in unser Herz kommen kann - das ist ja das Wesen der Tauferneuerung, die wir gleich miteinander vollziehen. Denn das Taufversprechen meint ja, Jesu Beispiel soll unser Leben leiten, wir verbinden uns mit IHM, dem Lebendigen und vertrauen ihm das eigene Leben an.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist da das Autofahren ein eindr\u00fcckliches Bild. Wenn mein Leben eine Autofahrt ist, wo in dem Auto ist da Jesus Christus? Habe ich IHN im Kofferraum, quasi im Verbandskasten f\u00fcr die Notf\u00e4lle, darf er auf der R\u00fcckbank sitzen, oder auf dem Beifahrersitz, so dass ich ab und zu um Navigationshilfe frage, oder \u00fcberlasse ich IHM den Fahrersitz? Wem es gelingt, Gott, der rettet, an das Steuer des pers\u00f6nlichen Lebens zu lassen, der wird vieles, was heute in den Augen der Gesellschaft attraktiv ist, was Geld kostet, nicht mehr so erstrebenswert finden. Der wird das eigene Geld anders investieren, ausgeben.<\/p>\n<p>Denn wenn Liebe die Regungen des Herzen, das ist ja auch eine Weise \u00fcber den Kern unseres Denkens, Wollens und F\u00fchlens nachzudenken, bestimmen darf, dann gelten andere Ma\u00dfst\u00e4be, nicht mehr der Tauschhandel, das Vergleichen oder das Statusdenken. Dann ist die Gemeinschaft, die sich an Jesu Beispiel orientiert, also sich dienend f\u00fcr andere engagiert, wichtig, das Vertrauen in die Menschen, und wir werden sp\u00fcren, wie Liebe da ist im Herzen und Licht.<\/p>\n<h2>Ostermontag<\/h2>\n<p>Unser heutiges Evangelium ist ein wichtiger Schl\u00fcsseltext des Glauben. Wie  die Emmausj\u00fcnger erleben  viele Menschen heute, dass sie gewisser Ma\u00dfen feststecken. Wichtige Informationen kommen nicht an. \u00c4hnlich wie damals die Botschaft der Frauen die Emmausj\u00fcnger nicht so direkt erreichen konnte, gibt es auch in unserer Zeit einiges, was viele zwar oberfl\u00e4chlich zur Kenntnis genommen haben, aber nicht ins eigene Leben aufgenommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses Aufnehmen gibt es den biblischen Begriff ,,Umkehr'' als Beschreibung f\u00fcr ein erneuertes, ver\u00e4ndertes Denken und Handeln. Dieser Kern unseres Glaubens fordert heraus. Denn schnell l\u00e4sst man sich von gewohntem leiten, wie die J\u00fcnger, die Jesus beim Mitgehen nicht sofort erkennen. Als der Auferstandene ist er anders und dann doch auch derselbe.<\/p>\n<p>In der Erfahrung der Emmausj\u00fcnger war die Botschaft vom leeren Grab, die Botschaft der Auferstehung noch nicht angekommen. Dabei geht es ja um mehr, als darum, dass das Grab leer ist. Es geht um eine Lebensorientierung, die mit dem lebendigen Jesus rechnet, sich seiner Gegenwart \u00f6ffnet, bereit ist, f\u00fcr  neue Weisen der Lebendigkeit.<\/p>\n<p>Diese Neuorientierung ist vermutlich in einer kleinen Gruppe eher zug\u00e4nglich. So verstehe ich jedenfalls die Erz\u00e4hlungen in den Evangelien, ob von der Verkl\u00e4rung, der Auferweckung der Tochter des Jairus, oder auch der Kl\u00e4rung des Weges im Garten am \u00d6lberg. Es sind alles Begebenheiten, bei denen Jesus eine ganz kleine Gruppe von J\u00fcngern mitnimmt, die so zu einem gemeinsamen Raum von Wahrnehmung, Offenheit, Kraft werden.<\/p>\n<p>Einer solchen Gruppe wird von IHM seine Gegenwart verhei\u00dfen: Wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.<\/p>\n<p>Ich finde, es ist nicht ganz \u00fcberzeugend, diese Zusage auch f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Gruppen zu vermuten, denn in diesen Gruppen gelten oft andere Regeln. Jesus muss \u00f6fter Rangstreitigkeiten im Kreis der J\u00fcnger schlichten, in einer solchen Kleinstgruppe haben solche Fragen kaum Raum.<\/p>\n<p>Stattdessen entsteht in diesen Mikrogruppen ein Raum zu lernen, gut zuzuh\u00f6ren, einander, aber auch sich selber und damit auf eine Stimme, die wir im Glauben mit dem Fl\u00fcstern des Heiligen Geistes beschreiben k\u00f6nnen. Daher m\u00f6chte ich Sie alle ermutigen, immer wieder solche Weggemeinschaften zu suchen - miteinander einen Glaubensweg zu gehen, sich \u00fcber wesentliche Fragen auszutauschen, miteinander dann zu erkennen, wie Jesus dabei ist, diese Gegenwart wahr zu nehmen, sich davon ber\u00fchren zu lassen. Das wird, wie vieles, was wir im Glauben feiern nicht best\u00e4ndig sein, vor\u00fcber gehen - die J\u00fcnger sahen Jesus nicht mehr, nachdem sie IHN erkannt hatten.<\/p>\n<p>Solche Ber\u00fchrung macht lebendig. Die J\u00fcnger brechen auf und eilen nach Jerusalem.  Diese Lebendigkeit w\u00fcnsche ich uns in unserem Alltag mit den Fragen des Klimas, des Konsums, der Kriege. Wir Menschen, das zeigen ganz viele Untersuchungen, sind soziale Wesen. Das Miteinander ist also eine gro\u00dfe Kraft. Leider erleben viele Miteinander nicht lebendig oder lebensstiftend - sondern als Konkurrenz, als Wettbewerb, als Zwang, sich einf\u00fcgen zu m\u00fcssen, das zu tun, was man halt so macht. Dann bleibt die Sehnsucht, die in uns ist, wie wir zu Beginn des Gottesdienstes gesungen haben, auf der Strecke - bekommt sie keinen Raum.<\/p>\n<p>Das ist aber nicht gottgegeben, dass muss nicht so bleiben. Es lohnt sich, dass Leben so zu gestalten, dass Jesus mitten unter uns ist, ER, dessen Namen bedeutet, Gott rettet, der uns also einen Weg der Rettung weist, einen Weg, davon bin ich \u00fcberzeugt, den wir eher als Gemeinschaft von Gemeinschaften finden. Kleinste Gruppen von 3 oder 4 k\u00f6nnen da einen Unterschied machen. Der Austausch gelingt leichter auf Augenh\u00f6he zwischen allen, die dabei sind und jedes Mitglied der Gruppe ist gefordert, sich einzubringen kann Resonanz und Ber\u00fchrung erleben, eine Lebendigkeit, f\u00fcr die es sich lohnt, im Leben etwas zu tun.<\/p>\n<p>Bis heute erleben Menschen wie damals die  Emmausj\u00fcnger, wie Jesus mit ihnen unterwegs ist und ihnen einen Weg in die Weite zeigt, wenn sie<\/p>\n<ul>\n<li>Miteinander ehrlich ins Gespr\u00e4ch kommen<\/li>\n<li>auf die Erfahrungen der Bibel neu schauen lernen<\/li>\n<li>eine neue Sichtweise ergreifen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kleine Weggemeinschaften, die sich wohlwollend f\u00fcreinander im Geist Jesu \u00f6ffnen, haben gro\u00dfes Potential \u2013 nutzen wir es.<\/p>\n<p>Gerne gebe ich weitere Hinweise dazu nach dem Gottesdienst an Interessierte weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung In diesem Jahr sollte der Impuls der Jahreslosung die Feier der wichtigen Gottesdienste in der Heiligen Woche bestimmen Palmsonntag mit dem Einzug nach Jerusalem Gr\u00fcndonnerstag mit der Feier vom letzten Abendmahl Karfreitag mit der Kreuzverehrung Osternacht mit einer Tauferinnerung Ostermontag zusammen mit einem Emmausgang Ein modernes Lied passt gut zur Jahreslosung und hat diese [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":219,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"federated","footnotes":""},"categories":[9,5],"tags":[7,24,17],"class_list":["post-214","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kircheweiterdenken","category-predigten","tag-fedikirche","tag-gemeinschaften","tag-juengerschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=214"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":218,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214\/revisions\/218"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}