{"id":220,"date":"2024-07-12T14:09:59","date_gmt":"2024-07-12T14:09:59","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=220"},"modified":"2024-07-12T14:09:59","modified_gmt":"2024-07-12T14:09:59","slug":"laetare2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/laetare2024\/","title":{"rendered":"L\u00e4tare2024"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe<\/strong> -- Predigtgedanken zum 4. Sonntag in der Fastenzeit, der \u00f6sterlichen Bu\u00dfzeit<\/p>\n<h2>Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>In diesem Jahr lautet die Jahreslosung, also ein Bibelwort, das uns Orientierung geben soll: <strong><em>Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.<\/em><\/strong> An diese  Mahnung aus den Paulusbriefen musste ich beim Lesen der heutigen Bibelworte aus dem Epheserbrief, Kapitel 2, Verse 4-10, und dem Johannesevangelium, Kapitel 3, Verse 14-21, denken. Wie kann man es verstehen, dass alles, was man tut, in Liebe geschehe?<\/p>\n<p>\u00d6sterliche Bu\u00dfzeit nennt die Katholische Kirche seit dem 2. Vatikanischen Konzil offiziell die Wochen vor Ostern. Dieser Begriff hat sich leider nicht wirklich durchgesetzt. Das Wort Bu\u00dfe assoziieren viele in anderen Zusammenh\u00e4ngen, wie dem Verkehr, ja mit Strafe. Davon unterscheidet sich das biblische Verst\u00e4ndnis. Bu\u00dfe, ein anderes Wort daf\u00fcr ist Umkehr, beschreibt eine andere Weise des Denkens. Es geht in dieser Zeit um ein Ein\u00fcben in Denkweisen, die der Erfahrung von Ostern, also der Erfahrung des Lebens, des Lichtes, der Liebe entsprechen.<\/p>\n<p>Um in dieses Denken hineinzufinden, braucht es  vermutlich weniger als man oft vermutet. D.h. manches ist uns schon vertraut und wir k\u00f6nnen darauf aufbauen. Gleichzeitig gibt es richtige H\u00fcrden. Heute ist ja gewisser Ma\u00dfen Halbzeit in der Vorbereitung auf Ostern. Und wir haben 2 Abschnitte aus Gottes Wort mit Gedanken zu Liebe, zu guten Werken und zum Glauben geh\u00f6rt. Das neue Denken, welches uns leiten k\u00f6nnte und nun bewusst ge\u00fcbt werden soll, ist bestimmt von einer Beziehung, wir sagen dazu vom Glauben an Gott.<\/p>\n<p>Diese Beziehung ist uns geschenkt, darauf weist Paulus in der Lesung hin.  Eine Beziehung ist nie nur aus eigener Kraft m\u00f6glich und auch nicht erzwingbar durch Werke. Eine Beziehung hat immer auch Seiten des Geschenks, der Gnade. Der \u00fcberflie\u00dfende Reichtum der Gnade zeigt sich oft darin, dass wir in unserem Alltag Gottes Liebe und Erbarmen sp\u00fcren k\u00f6nnen. Gutes wahrnehmen zu lernen geh\u00f6rt sicher auch zu dieser Weise des neuen Denkens. Dankbarkeit hilft dazu - deshalb sind wir ja auch zur Feier der Dankbarkeit, der Eucharistie versammelt. Wer diese Wahrnehmung \u00fcbt, wird immer wieder ins Staunen finden, eine f\u00fcr mich zug\u00e4ngliche Weise von Ehrfurcht, eine Weise, die lebendig werden l\u00e4sst. Das alte Denken, so wei\u00df die Lesung, erschlie\u00dft es nicht. Tot sein infolge der S\u00fcnden meint ja, dass in solchem Denken die Beziehung zu Gott, als dem Quell des Lebens besch\u00e4digt ist. Pl\u00f6tzlich gelangt das Eigene ins Zentrum des Denkens, Wollens und Tuns. Und damit wird aus einem Miteinander von Liebe ein Miteinander, das die anderen f\u00fcr den eigenen Vorteil nutzt und ausnutzt.<\/p>\n<p>Leider gelangt ins Miteinander von Menschen schnell ein Missklang. Dann geht es um Status, um Ansehen oder Ruhm, also nicht mehr um eine liebevolle Beziehung, ein Miteinander, sondern um mich und darum, dass ich auf andere herabschauen kann, bzw. andere zu mir aufschauen. Ein geistlicher Lehrer hat einmal darauf hingewiesen:<\/p>\n<ul>\n<li>worauf du in deinem Leben achtest, das bekommt Gewicht<\/li>\n<li>was du in dir wiederholst, das verst\u00e4rkst du in dir<\/li>\n<li>in welche Richtung du schaust, dorthin f\u00fchrt dein Weg<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bibelstellen dieses Sonntags m\u00f6chten uns helfen, in lebensf\u00f6rdernder Weise zu denken, also der Liebe, mit der Gott uns lebendig macht, Gewicht zu geben, sie zu verst\u00e4rken, sich daran zu orientieren.<\/p>\n<p>Besondere Markierungen unterst\u00fctzen eine Orientierung. So verstehe ich das Bild des erh\u00f6hten Menschensohnes. Als Erh\u00f6hter ist ER besser wahrzunehmen, ist es leichter, in diese Richtung zu schauen. Wir wiederholen und verst\u00e4rken damit dann eines seiner Worte, Jesus hat gesagt, <em>ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben<\/em>. Jesu Lebensprogramm ist schon in seinem Namen gegenw\u00e4rtig. Jesus bedeutet, Gott rettet. Und wie k\u00f6nnen wir uns das vorstellen? Der Vers <em>Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt ... ewiges Leben hat<\/em>. ist f\u00fcr viele die Kurzform der frohen Botschaft, des Evangeliums. Wer an Jesus glaubt, also eine Beziehung findet zu Gott, der rettet, also es nicht mehr nur selber meint machen zu m\u00fcssen, der kann anders leben, als jemand, der eben nicht glaubt, und damit sich meist selbst in den Mittelpunkt stellt also ganz den kreat\u00fcrlichen Impulsen folgt, die als Selbsterhaltung in uns Menschen angelegt ist.<\/p>\n<p><em>Dieses Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr<\/em> achteten also weniger auf dieses Licht es bekam in ihrem Leben kein Gewicht und st\u00f6rte nur - d.h. sie kamen nicht zum Licht, ein Teufelskreis dessen Folgen wir vielf\u00e4ltig in unserer Welt wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber und das steht ja nicht ohne Grund am Ende des heutigen Evangeliums <em>Wer die Wahrheit tut kommt zum Licht,<\/em> m\u00f6chte  Lichterfahrungen wiederholen, best\u00e4rken und wei\u00df, er schaut auf Gott als Quelle des Lichts f\u00fcr dessen Kraft und Wirken er oder sie Zeugnis ablegen darf, damit auch andere angezogen werden, sich \u00f6ffnen f\u00fcr diese Neuorientierung - in den Worten der Lesung sich retten lassen - den Menschen <em>den \u00fcberflie\u00dfenden Reichtum seiner Gnade zu zeigen<\/em> mit den <em>guten Werken, die Gott f\u00fcr uns im Voraus bestimmt hat,<\/em> unser Leben zu gestalten.<\/p>\n<p>Um in diese <em>guten Werke zu finden, die Gott f\u00fcr uns im Voraus bestimmt hat<\/em>, hilft eine bewusste Achtsamkeit auf die Richtung des eigenen Lebens:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>weg<\/strong> von der Frage: Was  brauche ich?  <br \/> <strong>hin<\/strong> zur Frage: Was kann ich beitragen?<\/li>\n<li><strong>weg<\/strong> vom Tausch als Grundmuster im Miteinander <br \/>  <strong>hin<\/strong> zu einem Vertrauen in das Gute der Menschen;<\/li>\n<li><strong>weg<\/strong> von einer Vereinzelung als Individuum  <br \/> <strong>hin<\/strong> zu einer Gemeinschaft, die sich miteinander einsetzt, dient;<\/li>\n<li><strong>weg<\/strong> von einer Defizitorientierung  <br \/> <strong>hin<\/strong> zu einem Blick auf die F\u00fclle dessen, was da ist<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und die frohe Botschaft dabei ist, man kann sogar wissenschaftlich nachweisen, dass Menschen, die sich so orientieren, sich selbst etwas Gutes tun. Dadurch werden Stoffe im Gehirn ausgesch\u00fcttet, die f\u00fcr eine gute Stimmung zust\u00e4ndig sind. D.h. in uns ist einiges angelegt, dass wir Liebe leben k\u00f6nnen. Viele Menschen sind in der Gefahr, die Bedeutung von kleinen Gesten der G\u00fcte - die Lesung spricht von guten Werken -  f\u00fcr das eigene pers\u00f6nliche Wachstum zu untersch\u00e4tzen. Solche Gesten bringen die Person, die in dieser Weise aktiv ist, mit der G\u00fcte, der Liebe, mit Gott in Kontakt und das ver\u00e4ndert etwas. Wer dies best\u00e4ndig praktiziert wird merken, wie Liebe und G\u00fcte im eigenen Leben, im eigenen Inneren mehr Raum haben. Wie es da hell wird. Lassen Sie uns nun in einigen Augenblicke der Stille zum Licht kommen, und so f\u00fcr unser Alltagsleben bei Gott Orientierung finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe &#8212; Predigtgedanken zum 4. 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