{"id":328,"date":"2024-09-01T09:53:12","date_gmt":"2024-09-01T09:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=328"},"modified":"2024-09-01T09:53:12","modified_gmt":"2024-09-01T09:53:12","slug":"22-sonntag-lesejahrb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/22-sonntag-lesejahrb\/","title":{"rendered":"22.Sonntag-LesejahrB"},"content":{"rendered":"<p>Predigtgedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext dieses Sonntag, sowie dem Tagesgebet des Sonntags<\/p>\n<h1>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h1>\n<p><em>unrein<\/em> -- das letzte Wort des heutigen Evangeliums ist kaum Teil der Alltagssprache. Heute m\u00f6chte ich mich mit Ihnen von dieser Anfrage der Schriftgelehrten an Jesus ausgehend, der Botschaft des Sonntags n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Wenn alles sauber und reinlich ist, sieht es gut aus, ist es f\u00fcr viele attraktiv. Und es ist mehr als nur \u00e4u\u00dferlich, denn Reinheit tut uns gut. Durch unsere Hygiene, Reinlichkeit vermeiden wir Krankheiten, erm\u00f6glichen verschiedene technische Prozesse erst. Reinlichkeit scheint zum Leben zu geh\u00f6ren. Aber es gibt eine Kehrseite. Wer sich nie die H\u00e4nde schmutzig macht, h\u00e4lt sich immer heraus, bleibt distanziert. Beziehung kommen nicht zustande, Hilfeleistungen unterbleiben. Die r\u00e4umlichen Abstandsregeln der Pandemiezeit haben das erfahrbar werden lassen, auch die Mitfeier im Gottesdienst erschwert. Wir glauben, hat Gott f\u00fcr uns in der Menschwerdung Jesu die Distanz verlassen, hat, wenn man so will, seine H\u00e4nde schmutzig gemacht.<\/p>\n<p>Das Streben nach Reinigung, nach L\u00e4uterung ist in unserer aktuellen Glaubenspraxis mehr im Hintergrund. Guter Umgang mit S\u00fcnde und Schuld oder auch mit Askese ist wenig gest\u00fctzt durch die uns umgebende Kultur. Manches mag da verloren gehen, denn Reinheit ist nichts Schlechtes. Aber die Konzentration auf Reinheit kommt im Evangelium heute nicht gut weg. Diese Konzentration hatte manchem der Zeitgenossen Jesu den Blick auf Wichtiges, Bedeutsames verstellt, auf die Begegnungschance mit Ihm.<\/p>\n<p>Die 1. Lesung fordert uns auf: <em>H\u00f6rt und ihr werdet leben.<\/em> Jeden Morgen vergewissert sich ein gl\u00e4ubiger Jude diesem Ruf zur Beziehung, zum Dialog. H\u00f6rt und ihr werdet leben. Eine prophetische Einsicht ist dann: <em>Jeden Morgen \u00f6ffnet ER mir die Ohren, damit ich h\u00f6re<\/em> -- denn es gibt da ja viele Worte der Heiligen Schrift - nichts soll hinzugef\u00fcgt werden, nichts weggenommen.<\/p>\n<p>Im Evangelium sagt Jesus dann: <em>H\u00f6rt mir alle zu und begreift, was ich sage<\/em>. Begreifen l\u00e4sst an Kontakt denken, an N\u00e4he. Jesus weist seine J\u00fcnger, die Menschen, die ihm zuh\u00f6ren, uns, auf etwas Wichtiges hin. Im Verst\u00e4ndnis des Wortes Gottes kann man, wie es ein Sprichwort benennt: den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht sehen. Man kann Gottes Gebot preis geben, sich an \u00dcberlieferungen der Menschen halten. Es gibt die Gefahr, sich dem Geist, der uns das Wort Gottes erschlie\u00dft, zu verschlie\u00dfen, das Grundinteresse der Bibel aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>Dieser Geist Gottes wird uns hineinf\u00fchren in das Innere, d.h. wir werden nicht an \u00e4u\u00dferlichen Fragen h\u00e4ngenbleiben. Nichts was von au\u00dfen in den Menschen hineinkommt macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die b\u00f6sen Gedanken. Das Herz, das Zentrum des Wollens, Denkens und F\u00fchlens in der Sprache der Bibel, kommt in den Blick. In der 2. Lesung h\u00f6rten wir dazu: <em>Nehmt in Sanftmut das Wort an, das in euch eingepflanzt worden ist und die Macht hat, euch zu retten!<\/em> <em>Werdet aber T\u00e4ter des Wortes und nicht nur H\u00f6rer, sonst betr\u00fcgt ihr euch selbst!<\/em><\/p>\n<p>Unser Herz, der Ort, an dem Gottes Geist Wohnung nimmt, kann einem gelingenden Lebensvollzug im Wege stehen. Dann n\u00e4mlich, wenn andere Interessen als der Geist Gottes das Herz bestimmen d\u00fcrfen. Eine Behandlung des Herzens tut dann Not. Sie ist heute im Tagesgebet angesprochen. <em>Pflanze in unser Herz die Liebe zu deinem Namen ein.<\/em> Die Liebe zu seinem Namen soll wachsen in unserem Leben. Welchen Namen gebe ich, geben Sie Gott und seiner Gegenwart? Kann ich diesen Namen lieben? Will ich diesen Namen lieben? Mir pers\u00f6nlich ist in diesem Zusammenhang die Vorstellung vom Licht sehr wichtig.<\/p>\n<p>Dieser Name Gottes, der mit Liebe im Herzen ausgesprochen wird - dieses Wort, das das pers\u00f6nliche Handeln bestimmt - das ist ja nicht f\u00fcr jeden Menschen gleich. Es gibt viele Namen Gottes. Es gibt viele Worte, die in ein Herz eingepflanzt sein k\u00f6nnen. Voraussetzung, wenn ich den Namen Gottes, Gottes Wesen, Gott selber lieben m\u00f6chte, ist, dass ich mich f\u00fcr die Gegenwart Gottes, f\u00fcr dieses eine Wort \u00f6ffne. Dieses beidseitige Geschehen wurde im heutigen Tagesgebet so ausgedr\u00fcckt: <em>Binde uns immer mehr an dich, damit in uns w\u00e4chst, was gut und heilig ist.<\/em><\/p>\n<p>Hier zeigt sich f\u00fcr mich ein entschiedener, christlicher Lebensstil. Eine Person \u00f6ffnet sich bewusst f\u00fcr Gottes Wirken. Nimmt sich ein Wort zu Herzen und handelt danach. Das ist kein Privileg von bestimmten Menschen. Alle k\u00f6nnen so ein gelingendes Leben f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ein solches Wort kann helfen, sich von dem, was aus dem Innern auftaucht an b\u00f6sen Gedanken, also an Gedanken, denen das Gute mangelt, abzuwenden. Hier lohnt es sich das regelm\u00e4\u00dfige \u00dcben.<\/p>\n<p>Vielleicht schreiben Sie sich Ihr Wort auf ein Herz und legen es sich in Ihre Brieftasche oder den Terminkalender oder kleben es an den Bildschirm. Dann kann das Wort praktische Auswirkungen auf den eigenen Alltag haben. Jeder, jede muss mit den inneren Regungen und Gedanken umgehen, lernen, sich dem was gut und heilig ist, hinzuwenden und von dem, was b\u00f6se ist, abzuwenden. Gemeinsam geht es besser. Nicht umsonst spricht die Lesung in der Mehrzahl. Glaubende st\u00fctzen sich gegenseitig, im Gottesdienst, in der Begegnung danach, in der Familie, oder wo im Alltag dieses Wir entsteht. Gemeinschaftliches Gebet hat daf\u00fcr gro\u00dfe Kraft. Liedrufe aus Taiz\u00e9 helfen vielen, dass das Wort Gottes den Weg ins Herz findet. Mit der Zeit kann man diese Rufe auswendig, in vielen Sprachen hei\u00dft das, man kennt sie mit dem Herzen. Und im gemeinsamen Singen entsteht ein Raum der Gegenwart Gottes.<\/p>\n<p>Am Ende der Predigtgedanken bitte ich Sie daher mit mir einen solchen Ruf zu singen. Es macht Licht als Name Gottes zug\u00e4nglicher. Der Taiz\u00e9ruf wei\u00df, dass im Licht Christi Gottes st\u00fctzende N\u00e4he in der eigenen Dunkelheit sp\u00fcrbar wird. Diese 2 Liedzeilen sprechen auch davon, Gottesbeziehung ist nicht nur einseitig, nicht nur ein Nehmen, sondern immer auch ein Weitergeben, ein Gesendet sein. Wer das Licht Christi im Innern gesp\u00fcrt hat, soll Licht f\u00fcr andere werden, ist gesandt in die Welt, wie am Schluss eines jeden Gottesdienstes. Bei diesen Liedrufen ist \u00fcblich, sie mehrfach gemeinsam zu singen. So klingt heute unser Nachdenken \u00fcber die Botschaft des heutigen Tages aus. -- <a href=\"https:\/\/www.taize.fr\/spip.php?page=chant&amp;song=354&amp;lang=de\" title=\"Christus Dein Licht\">Christus Dein Licht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtgedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext dieses Sonntag, sowie dem Tagesgebet des Sonntags Predigt: Liebe Mitchristen unrein &#8212; das letzte Wort des heutigen Evangeliums ist kaum Teil der Alltagssprache. Heute m\u00f6chte ich mich mit Ihnen von dieser Anfrage der Schriftgelehrten an Jesus ausgehend, der Botschaft des Sonntags n\u00e4hern. 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