{"id":333,"date":"2024-09-13T10:14:17","date_gmt":"2024-09-13T10:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=333"},"modified":"2024-09-13T10:14:17","modified_gmt":"2024-09-13T10:14:17","slug":"24-sonntag-lesejahrb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/24-sonntag-lesejahrb\/","title":{"rendered":"24.Sonntag-LesejahrB"},"content":{"rendered":"<p>Liturgische Texte des Sonntags:  1. Les.  Jes 50,5--9a; 2. Les. Jak 2,14--18;  Ev: Mk 8,27--35<\/p>\n<h2>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>Das heutige Evangelium schildert, wie Petrus eine wichtige Einsicht zu Jesus hat und dann auch merken muss, seine Vorstellung von Christus, allgemeiner von Gott, entspricht nicht dem, was Jesus ihm vermitteln m\u00f6chte. Eine grundlegende Lernerfahrung hatte gerade erst begonnen.<\/p>\n<p>Kennen Sie das? Da ist eine Vorstellung von Gott und Seiner Gegenwart in Ihnen gewachsen, sie freuen sich vielleicht sogar \u00fcber diesen Glauben und dann kommt etwas im Leben, dass passt gar nicht dazu, dass darf <strong><em>eigentlich<\/em><\/strong> nicht sein.<\/p>\n<p>Das Bekenntnis des Petrus zu Jesus als dem Messias eint alle, die sich Christen nennen. Messias und Christus bezeichnen ja dasselbe - n\u00e4mlich einen besonderen Bezug zu Gott, als dessen Gesandter.<\/p>\n<p>Das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus ist das Fundament der Kirche, der Gemeinschaft der Glaubenden. Gleichzeitig bleibt es f\u00fcr jeden Gl\u00e4ubigen eine lebenslange Lernaufgabe, die Vorstellung vom Christus konkreter werden zu lassen, damit es in den vielf\u00e4ltigen Situationen des eigenen Lebens tr\u00e4gt. Jesus wusste, die politischen Vorstellungen seiner Zeit zu diesem Begriff standen dem im Weg, was ER von Gott, dem Vater, als Auftrag erkannt hatte.<\/p>\n<p>Manchmal stehen pers\u00f6nliche Gottesbilder einer positiven Glaubensbeziehung im Weg - gibt es \u00e4hnlich wie bei Petrus einen inneren Widerstand - <em>niemals darf das geschehen<\/em>, ist z.B. die Frage im Raum, <em>Wie kann Gott so etwas zulassen?<\/em><\/p>\n<p>Das Tagesgebet enth\u00e4lt f\u00fcr uns -- finde ich -- einen wichtigen Impuls: <em>Gib dass wir dir mit ganzem Herzen dienen und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.<\/em> -- Sich Gott zur Verf\u00fcgung zu stellen - das schwingt ja beim Dienen mit - und eine Offenheit f\u00fcr Gottes Zuwendung behalten, damit wir diese Liebe im Alltag sp\u00fcren, ist ja nicht automatisch Teil des eigenen Glaubensvollzugs. Das darf nicht \u00fcberraschen, wenn es schon bei Petrus gedauert hat und schwer war, wird es uns auch nicht leicht fallen - gleichzeitig, davon bin ich \u00fcberzeugt, ist es aller M\u00fche wert, in dieser Weise dazu zu lernen.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt ist im Evangelium die Frage: <em>Ihr aber, f\u00fcr wen haltet Ihr mich?<\/em> Die je pers\u00f6nliche Antwort muss sich ja an den jeweiligen Herausforderungen des Lebens bew\u00e4hren. Damals war es Jesus Einsicht gewesen, dass er leiden wird, die er den J\u00fcngern mitteilte. Dies wollte, dies konnte Petrus nicht akzeptieren. Und es ist auch nicht leicht anzunehmen.<\/p>\n<p>Das hat sich bis heute nicht ge\u00e4ndert. Ihr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich - diese Frage begegnet uns in unserem Alltag bei der Auseinandersetzung mit den Abgr\u00fcnden des eigenen Lebens oder des Lebens von nahestehenden Menschen? Welche Antworten zeigen sich, wenn das Dunkel, was uns in einer Situation entgegenkommt, uns zu ergreifen scheint? Ob Krankheit, Beziehungskrise, schulische oder berufliche Probleme, die Liste solcher Herausforderungen kann leicht verl\u00e4ngert werden.<\/p>\n<p>Wie suchen Sie in diesen Situationen nach der Macht der Liebe Gottes? Konnten Sie durch das Bestehen einer solchen Dunkelheit Ihre Beziehung zu Gott, Ihren Glauben schon einmal best\u00e4rken? Wie helfen Sie anderen beim Umgang mit diesen wichtigen Herausforderungen des Lebens?<\/p>\n<p>Die Lesung kennt eine hilfreiche Erfahrung. K\u00f6nnen wir wie der Prophet sagen, <em>ich mache mein Gesicht hart wie einen Kiesel?<\/em> Sind wir uns wie er bewusst: <em>Er, der mich freispricht, ist nahe?<\/em> Ein Prophet ist ein berufener Rufer. So wird ein solcher Mensch in der hebr\u00e4ischen Bibel, dem alten Testament, bezeichnet. Einen Ruf geh\u00f6rt zu haben zeichnet ihn aus, ihm wurde das Ohr ge\u00f6ffnet. <em>Gott der Herr hat mir das Ohr ge\u00f6ffnet<\/em>, so konnte er am Anfang dieser Lesung sagen. Diese Erfahrung ist der Angelpunkt in seinem Leben, kann Angelpunkt in unserem Leben sein. Die Herausforderung ist, einen solchen pers\u00f6nlichen Halt zu finden.<\/p>\n<p>Wichtig wird sein, bewusst das H\u00f6ren zu \u00fcben, sonst geht es uns schnell wie dem Petrus, der richtig h\u00f6ren konnte und Jesus als den Sohn Gottes erkannte. Der in einer schwierigen Situation dann auf Gewohntes zur\u00fcckgriff, auf die allgemeine Meinung zur Vorstellung des Messias, und so f\u00fcr das Neue am Weg Jesu verschlossen war. Es ist ein schwerer Weg, der uns Menschen nicht von selbst nahe liegt. Es braucht dazu eine pers\u00f6nliche Entscheidung, als Ausrichtung des Dienstes und einer Offenheit f\u00fcr die Macht der Liebe. Gewaltlosigkeit kennzeichnet ihn - O-ton des Propheten Jesaja. <em>Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zur\u00fcck<\/em>. Dieser Weg wird auch heute von Menschen gew\u00e4hlt. Mich beeindruckt dies mehr als der Versuch manches zu erzwingen. Gewaltlos ist nicht profillos. Mir hilft die Wahrnehmung, dass in unserer Sprache beim Wort ,leiden' mehreres mitschwingt - ich froh bin, wenn mich jemand leiden mag - und auch ich jemanden leiden kann.<\/p>\n<p>Auf dem Weg kann Dankbarkeit helfen, sich immer wieder neu das Ohr \u00f6ffnen zu lassen. Das Gehen dieses Weg erfordert die Bereitschaft, regelm\u00e4\u00dfig neu zu beginnen. Denn Gewohnheiten, das was fr\u00fcher mal gepasst hat, kann nun einem guten Leben im Weg stehen. So ist es ein Weg, der die M\u00fche lohnt. Ob in einer Partnerschaft, zwischen den Generation, im Arbeitsprozess oder auch in der Kirche, \u00fcberall gibt es die Versuchung, Gewalt anzuwenden, Unliebsames zu unterdr\u00fccken, das Leidvolle nicht anzunehmen. So werden wichtige neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine gute Zukunft nicht ergriffen.<\/p>\n<p>Jesus endet heute mit einem Paradox - <em>Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.<\/em><\/p>\n<p>Kennen Sie diese Seite der Wirklichkeit? Vieles im Leben l\u00e4sst sich nicht direkt anzielen. Wer im eigenen Leben Liebe, Vertrauen, Freundschaft erf\u00e4hrt hat oft davon schon eine Ahnung. Viele problematische Verhaltensmuster lassen sich darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass Menschen direkt etwas versuchen, was aber so nicht geht.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es m\u00f6glich, bei Jesus zu lernen, wie wir am je eigenen Platz Gott dienen k\u00f6nnen und darin dann die Macht der Liebe erfahren. Das zeigt sich konkret darin, dass wir Leben in F\u00fclle sp\u00fcren k\u00f6nnen, unsere Grundbed\u00fcrfnisse angemessen gestillt werden.<\/p>\n<p>Die Feier der Kommunion, also der Gemeinschaft, Verbundenheit mit Jesus, wird im Leben konkret in den je pers\u00f6nlichen Zug\u00e4ngen zu IHM, die uns leiten. Die Kommunion l\u00e4dt uns ein, bewusst auf Jesu Frage zu h\u00f6ren und sich von Gottes Geist eine Antwort schenken zu lassen: <em>Ihr aber, f\u00fcr wen haltet ihr mich?<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liturgische Texte des Sonntags: 1. Les. Jes 50,5&#8211;9a; 2. Les. Jak 2,14&#8211;18; Ev: Mk 8,27&#8211;35 Predigt: Liebe Mitchristen Das heutige Evangelium schildert, wie Petrus eine wichtige Einsicht zu Jesus hat und dann auch merken muss, seine Vorstellung von Christus, allgemeiner von Gott, entspricht nicht dem, was Jesus ihm vermitteln m\u00f6chte. 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