{"id":410,"date":"2025-01-31T15:05:07","date_gmt":"2025-01-31T15:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/?p=410"},"modified":"2025-01-31T15:05:07","modified_gmt":"2025-01-31T15:05:07","slug":"darstellungdesherrn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/darstellungdesherrn\/","title":{"rendered":"DarstellungDesHerrn"},"content":{"rendered":"<h2>Bibelstellen am 2. Februar<\/h2>\n<ol>\n<li>Lesung:  Mal 3, 1\u20134<\/li>\n<li>Lesung: Hebr 2, 11\u201312.13c\u201318<\/li>\n<\/ol>\n<p>Evangelium: Lk 2, 22\u201340<\/p>\n<h2>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>Wenn Sie jemanden beobachten, dem ein Licht aufgeht, dann ist das ja oft eine sch\u00f6ne Erfahrung. Das Licht scheint in den Augen dieser Person wieder -- schon dieser Widerschein kann Freude wecken. Sie k\u00f6nnen sich gewiss erinnern, dies bei Kindern gesehen oder auch erfahren zu haben.<\/p>\n<p>Unsere Sprache wei\u00df im Wort <em>Entt\u00e4uschung<\/em>, dass das Entdecken manchmal auch schmerzhaft ist. Das Licht tut weh, bildlich gesprochen, macht man dann unwillk\u00fcrlich die Augen wieder zu. Der Prophet Maleachi fragt daher: Wer ertr\u00e4gt den Tag, an dem er kommt? Diese Frage ist in unseren Tagen besonders aktuell. Viele reagieren auf die Erkenntnisse der Wissenschaftler zur globalen Erhitzung mit Ablehnung, im Grunde verschlie\u00dfen sie sich vor den Konsequenzen dieser Aussage. So kommt Umweltschutz und damit das Thema nachhaltige Zukunft auf den Wahlplakaten m.M.n. wenig vor. Die Entt\u00e4uschung vieler ist gro\u00df und f\u00fchrt, wie oft bei Trauerprozessen, erst zum Wegsehen, dann auch zu Aggression gegen alles m\u00f6gliche.<\/p>\n<p>Letzten Montag war Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Vor 80 Jahren wurde Auschwitz befreit. Auf diesem Hintergrund wird noch sichtbarer, die allgemeine politische Stimmung ist sehr aufgeheizt - es gibt richtig viel Wut bei uns und nicht nur dort. Der Blick in die USA zeigt es sehr deutlich. Wer ertr\u00e4gt Entt\u00e4uschung und Kr\u00e4nkung? Da kommt ein Tag grundlegender Kl\u00e4rung und Reinigung. Wut wird von kommerziellen digitalen Internetplattformen wie X oder Facebook, Instagramm bzw. TikTok sp\u00fcrbar verst\u00e4rkt. Was kann helfen, sich nicht mitrei\u00dfen zu lassen?<\/p>\n<p>In seinen Blogs wirbt der Antisemitismusbeauftragte von Baden-W\u00fcrttemberg, Dr. Blume daf\u00fcr, sich nicht zu einem Dualismus, also einem Schwarz-Wei\u00df Denken verf\u00fchren zu lassen. Dann sind die einen Gut und die anderen B\u00f6se. Dann gelingt es einfach, Grenzen zu ziehen, sich auf die ,,richtige&quot; Seite zu schlagen und die B\u00f6sen entsprechend zu bek\u00e4mpfen. Im aktuellen Wahlkampf stellt sich die Frage, Was kann man denn w\u00e4hlen? Vielleicht kennen Sie diese Unsicherheit. Es gibt viele Versprechungen - <strong>f\u00fcr mich<\/strong> damit die Frage - ist das realistisch? Also kann so etwas umgesetzt werden und welche Auswirkungen hat das? Weiteres Wachstum - das wissen wir durch wissenschaftliche \u00dcberlegungen - aber auch durch den gesunden Menschenverstand - hat Grenzen. Es braucht eine andere Erz\u00e4hlung von dem, was uns Menschen frei werden l\u00e4sst und dabei unterst\u00fctzt, heilig zu handeln, wie in den Tagen der Vorzeit. Wer so \u00fcber die Lesungen nachdenkt, will ja nicht zur\u00fcck in die Steinzeit. Sondern sucht nach einer Lebensorientierung, die mit Gott, dem Guten, Wahren, Sch\u00f6nen, dem Heiligen verbindet. Wie k\u00f6nnen Menschen \u00fcber den Sinn unseres Lebens sprechen und dann auch entsprechend handeln, der der Sch\u00f6pfung wohl tun?<\/p>\n<p>Mein Nachdenken \u00fcber die heutigen Lesung ist inspiriert durch ein Buch eines Theologen, der diese Fragen intensiv bewegt. Es hat den Titel <strong>Life After Doom<\/strong> - also Leben nach dem Untergang. Im Grunde wird es allen Menschen, die denkend genauer hinschauen, klar sein, die aktuelle Lebensweise, die unsere Erde massiv \u00fcbernutzt, wird untergehen. D.h. man kann nicht immer mehr an Ressourcen abbauen, immer mehr M\u00fcll wegwerfen - es wird nicht gehen. Nur was hilft, nicht wegzuschauen - wer ertr\u00e4gt diesen Tag? Einen Hinweis m\u00f6chte ich nun noch weitergeben, als Hilfe, wenn wir mit anderen ins Gespr\u00e4ch kommen, egal ob sie sich aktivistisch f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung einsetzen, oder eher zur\u00fcck zu fr\u00fcheren Zeiten wollen. Und vielleicht gilt das ja schon f\u00fcr die eigenen Gedanken in vielen von uns.<\/p>\n<p>Dazu folgende Weise unser Denken zu beschreiben: Jede Person hat Anteile, die sichern das \u00dcberleben. Sie sind auch im Gehirn zu identifizieren - es sind sehr wichtige Bereiche dort, ohne diese w\u00fcrden wir ja nicht existieren. Gleichzeitig gilt, wenn diese die Entscheidungen dominieren, sind wir in einer Welt des Fressen und Gefressen Werdens, einer Welt, die vom Recht des St\u00e4rkeren bestimmt ist.<\/p>\n<p>Dann gibt es einen Bereich, der steuert das soziale Verhalten. Der ist aus Sicht der Evolution auch ziemlich alt. Menschen haben ihn mit vielen S\u00e4ugetieren gemeinsam. Dazugeh\u00f6ren ist ein wesentlicher Wert. Viele Experimente zeigen, wenn die Gruppe etwas richtig oder wahr findet, was objektiv nicht stimmt, stimmen Einzelpersonen gegen ihr Wissen oft im Sinne der Gruppe.<\/p>\n<p>Und dann ist in uns - aus Sicht der Evolution der j\u00fcngste Bereich - ein Teil, der uns hilft, Sinn zu finden, pers\u00f6nliche Bedeutung, Kraft f\u00fcr das Leben. Dieser Bereich ist stark gepr\u00e4gt von den Erz\u00e4hlungen, die in der eigenen Gruppe die Identit\u00e4t formen.<\/p>\n<p>Es gilt nun Raum daf\u00fcr zu schaffen, dass diese 3 Anteile in mir miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen, lernen, einander zu w\u00fcrdigen, wertzusch\u00e4tzen. Die Trauer, die da ist, weil manche Hoffnung des Lebens entt\u00e4uscht wurde, gut zu leben. Und dann dies auch in Interaktionen mit anderen zu f\u00f6rdern. So werden die Lesungsworte aktuell, die ausprechen, dass es schwer sein kann, das Kommen des Herrn zu ertragen. So verbindet das Evangelium heute mit dem Licht, das dem Simeon aufgeht, auch ein Schwert, das Maria durch die Seele dringt. Jesus ist ein Zeichen, so Simeon, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Und es ist zumindest am Anfang unscheinbar, wie ein kleines Kind - nichts Spektakul\u00e4res. Das kann auch Hoffnung stiften.<\/p>\n<p>Widerspruch, Kl\u00e4rung, offenbar werden der Gedanken, ist das wenigstens ein wenig attraktiv? M\u00f6chten wir gereinigt oder gel\u00e4utert werden? K\u00f6nnen wir dem uns hinhalten oder werden wir ausweichen? Der Druck k\u00f6nnte ja einem die Luft abdrehen. Und dann sind wir bei einer weiteren Zeichen in diesem Gottesdienst, dem Blasiussegen. Er gilt, so die Tradition der Kehle. Die Kehle ist im alten Testament der Sitz der Seele. Das Licht Gottes soll uns aufgehen, durchdringen. Dann wird manches schwere und schmerzhafte deutlicher herauskommen. Aber es w\u00e4re eine T\u00e4uschung, wenn man meint, weil man das schwere ohne das Licht nicht sieht, ist es nicht da.<\/p>\n<p>Im feierlichen Ostergottesdienst beten wir antwortend auf das Licht - deo gratias - Dank sei Gott. Wir d\u00fcrfen dankbar auf das Licht schauen, das von Gott kommt. Diese Dankbarkeit, davon bin ich \u00fcberzeugt, wird uns auch helfen, Wege zu finden, unsere Geschichte mit Gott in neuer Weise zu erz\u00e4hlen, so dass wir den Tag des Kommens ertragen k\u00f6nnen gereinigt werden von Todesfurcht und Knechtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bibelstellen am 2. Februar Lesung: Mal 3, 1\u20134 Lesung: Hebr 2, 11\u201312.13c\u201318 Evangelium: Lk 2, 22\u201340 Predigt: Liebe Mitchristen Wenn Sie jemanden beobachten, dem ein Licht aufgeht, dann ist das ja oft eine sch\u00f6ne Erfahrung. Das Licht scheint in den Augen dieser Person wieder &#8212; schon dieser Widerschein kann Freude wecken. 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