{"id":587,"date":"2025-07-12T08:45:35","date_gmt":"2025-07-12T08:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=587"},"modified":"2025-07-12T08:45:35","modified_gmt":"2025-07-12T08:45:35","slug":"gleichnis-vom-barmherzigen-samariter-15-so-im-jk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/gleichnis-vom-barmherzigen-samariter-15-so-im-jk\/","title":{"rendered":"Gleichnis vom barmherzigen Samariter &#8211; 15. So im JK"},"content":{"rendered":"<h2>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>Dieses vertraute Evangelium hat unsere Sprache beeinflusst. Samariter sind barmherzige Menschen. Schauen wir noch einmal genau hin. Der Ausgangspunkt ist eine Frage, die auf die Probe stellt, die einen Haken hat: <em>Was soll ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?<\/em> Mit einer Gegenfrage \u00fcbernimmt Jesus in dieser Situation die F\u00fchrung. Der Gesetzeslehrer gibt nicht auf, fragt wieder. Jesus antwortet mit einer Geschichte. So nimmt er seine Zuh\u00f6renden mit. Damals den Gesetzeslehrer + die J\u00fcnger, heute uns.<\/p>\n<p>Was ist der Haken an der Ausgangsfrage? ,,Ewiges Leben bekommen&quot;, das geht ja nicht so direkt, Leben ist kein Konsumgut, ganz besonders, wenn es ,,ewig&quot; sein soll, also etwas Bleibendes - richtiges Leben, Lebendigkeit hat andere Qualit\u00e4t kann Menschen ergreifen, erf\u00fcllen, pr\u00e4gen. Es br\u00e4uchte also einen Perspektivwechsel. Das zeigt auch die nachgelegte Frage: Wer ist denn mein Mitmensch? (Da schwingt ja mit - und wer nicht?) Es geht dem Fragenden um Grenzen. Jesus geht es um den Kern, um die Haltung, also um dass, was uns im Leben Halt gibt, woran wir uns halten k\u00f6nnen. Und f\u00fcr diesen Wechsel nimmt Jesus seine Zuh\u00f6rer mit als begnadeter Erz\u00e4hler. Lassen wir noch einmal darauf ein:<\/p>\n<p>Ein Mann geht von Jerusalem nach Jericho. Sein Weg durch die W\u00fcste von Juda ist ungef\u00e4hr 27km lang. Jerusalem liegt auf der H\u00f6he, so dass es hei\u00dft hinab. Jesus benutzt im Griechischen, der Originalsprache des Evangeliums, eine Formulierung, die deutlich macht, dass ein gewohnheitsm\u00e4\u00dfiger Weg ist. Diesen Hinweis kann man einem Kommentar entnehmen, der sprachliche Eigenheiten des griechischen Urtext erkl\u00e4rt. Dann passiert mit dem \u00dcberfall ein Ungl\u00fcck. Der Mann, bislang handelndes Subjekt, wird zum Objekt der R\u00e4uber. Diese<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>nehmen ihm alles weg<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>schlagen ihn zusammen<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>machen sich davon<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>lassen ihn liegen (halbtot)<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>halbtot<\/em> macht es f\u00fcr einen Vorbeikommenden unklar, ob der Mensch lebt oder tot ist. Wie kann diesem Menschen geholfen werden.<\/p>\n<p>Der Priester geht auch gewohnheitsm\u00e4\u00dfig von Jerusalem, dh vom Tempeldienst, nach Jericho, wahrscheinlich sein Zuhaus. Ein Hoffungsschimmer entsteht. Ein Mann Gottes kommt nun am Ungl\u00fccksort vorbei. Den damaligen H\u00f6rern war bewusst, dass die Ber\u00fchrung mit einem Toten sie als Juden kultisch unrein macht, aber der Mensch ist ja nur halbtot. Die Worte <em>Sah ihn und ging vorbei<\/em> entt\u00e4uschen jeden, der sich unwillk\u00fcrlich etwas mit dem Halbtoten identifiziert hatte.<\/p>\n<p>Es gibt eine 2 Chance. Der Levit ist in der <em>Hierarchie<\/em> etwas tiefer angesiedelt also auch ein Gottesmann. Die Begegnung gestaltet sich wie beim ersten Mal. <em>Sah ihn und ging vor\u00fcber<\/em> -- dies dr\u00e4ngt die Hoffnung noch weiter zur\u00fcck. Es sieht schlecht aus f\u00fcr den Halbtoten.<\/p>\n<p>Aller guten Dinge sind 3, hei\u00dft es, und nach dem Priester und dem Leviten h\u00e4tte Jesus als 3. Person beispielsweise einen Laien w\u00e4hlen k\u00f6nnen, um etwas tiefer in der Hierarchie zu sein. Mit dem Samaritaner \u00fcberrascht er. Das l\u00e4sst es f\u00fcr den Halbtoten noch schwieriger werden. Durch eine geschichtliche gewachsene Spannung zwischen Juden und Samaritern erwartet ein Jude von Samaritern nichts Gutes. Dann: <em>Als er ihn sah<\/em>... Der H\u00f6rer ist gespannt. Was wird nun ein Samariter machen? Er wird <em>von Mitleid bewegt<\/em>. Das war nicht zu erwarten. Aus seiner inneren Haltung des Mitleids entspringen Taten. Der Samariter leistet <em>erste Hilfe<\/em>, die 3-fach entfaltet ist.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>geht zu ihm hin (dh er geht nicht vor\u00fcber, wie es als Samariter zu erwarten gewesen w\u00e4re)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>gie\u00dft \u00d6l und Wein auf die Wunden<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>verbindet sie<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>In 3facher Weise setzt der Samariter diese erste Hilfe fort - er<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>setzt den \u00dcberfallenen auf sein eigenes Lasttier<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>bringt den Verwundeten in eine Herberge<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>k\u00fcmmert sich um den Menschen dort<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und es gibt noch einen weiteren Horizont. Der Samariter setzt 2 Denare ein, um f\u00fcr die Zukunft zu helfen, und verspricht dem Wirt, f\u00fcr etwaige Mehrkosten aufzukommen. Ein Denar ist der Tagessatz eines Tagel\u00f6hners. 2 Denare m\u00f6gen f\u00fcr den Samariter eine sp\u00fcrbare Summe gewesen sein. Die Hilfe ist 3fach kurz-, mittel- und langfristig.<\/p>\n<p>Jesus wieder mit einer Frage - Sie wissen ja, wer fragt, der f\u00fchrt und in der Kultur des Judentums sind Fragen zentral: <em>Wer ist dem Mann, als Mitmensch begegnet?<\/em> Damit ist der Perspektivwechsel konkret. Und es geht um den eigenen Kern - nicht mehr um Grenzen, \u00fcber die man trefflich streiten kann.<\/p>\n<p>Der Perspektivwechsel ist angekommen, die Haltung des Mitleids ist im Blick - und Jesus fordert auf <em>Geh und mach es ebenso<\/em>.<\/p>\n<p>Und wenn wir das heute h\u00f6ren? Was kann heute dem eigenen Mitleid im Weg stehen? Was kann einem jeden von uns helfen, der Liebe, dem Leben, mehr Raum im eigenen Leben zu geben, so wie es uns das Gesetz nahelegt? K\u00f6nnen wir einander dabei im Alltag best\u00e4rken?<\/p>\n<p>Diese Predigtgedanken begleiten mich schon seit meinem Studium. Ich h\u00e4tte nie erwartet, dass bei uns und in anderen westlichen L\u00e4ndern in der Politik Abgrenzung so hoff\u00e4hig werden w\u00fcrde, dass sich da so ein Kontrast zu dieser Geschichte ergibt - Politiker, die sich als vom Christentum beeinflusst verstehen, Mitgef\u00fchl und N\u00e4chstenliebe so wenig wichtig nehmen. Wer Barmherzigkeit begrenzen will, der f\u00f6rdert im Grunde das Recht des St\u00e4rkeren, der wehrt sich gegen das schlechte Gewissen, dass sich fast automatisch zeigt, wenn Barmherzigkeit offensichtlich verweigert wird.<\/p>\n<p>Ein Weg der Best\u00e4rkung ist eine Entscheidung f\u00fcr eine Weggemeinschaft im Glauben mit anderen Weggef\u00e4hrten und Gef\u00e4hrtinnen. So ein gemeinsamer Lernweg, ob inspiriert durch das gemeinsame H\u00f6ren auf Gottes Wort oder durch andere geistliche \u00dcbungsformen wird die Teilnehmenden daf\u00fcr \u00f6ffnen, der Andere ist ja wie man selbst - ein Mensch - und so einen Zugang erschlie\u00dfen, zum Ausgangspunkt des heutigen Evangeliums, zum Doppelgebot der Liebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Liebe Mitchristen Dieses vertraute Evangelium hat unsere Sprache beeinflusst. Samariter sind barmherzige Menschen. Schauen wir noch einmal genau hin. Der Ausgangspunkt ist eine Frage, die auf die Probe stellt, die einen Haken hat: Was soll ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme? Mit einer Gegenfrage \u00fcbernimmt Jesus in dieser Situation die F\u00fchrung. 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