{"id":672,"date":"2025-11-14T08:57:29","date_gmt":"2025-11-14T08:57:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=672"},"modified":"2025-11-14T08:57:29","modified_gmt":"2025-11-14T08:57:29","slug":"33-sonntag-lesejahr-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/33-sonntag-lesejahr-c\/","title":{"rendered":"33. Sonntag Lesejahr C"},"content":{"rendered":"<h2>Bibelstellen<\/h2>\n<p>Mal 3,19-20b und Lk 21,5-19<\/p>\n<h2>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>An fast jedem Sonntag beten und bekennen wir im Glaubensbekenntnis von Jesus Christus: <em>er sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vaters; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.<\/em><\/p>\n<p>Das Evangelium und auch die Lesung machen mir deutlich, wie weit diese Glaubensaussage von den allt\u00e4glichen Lebensvollz\u00fcgen entfernt sein kann. Bei einem zeitgen\u00f6ssischen Liedermacher Manfred Siebald fand ich dazu folgendes Lied:<\/p>\n<p>Wir haben es uns gut hier eingerichtet -- Der Tisch, das Bett, die St\u00fchle stehn, der Schrank, mit guten Dingen vollgeschichtet. Wir sitzen, alles zu besehn. Dann legen wir uns ruhig nieder und l\u00f6schen, m\u00fcd vom Tag, das Licht und beten laut Herr, komm doch wieder. Und denken leise: Jetzt noch nicht.<\/p>\n<p>Es musste manches lange Jahr verflie\u00dfen, bis alles stand und hing und lag. Es ist nicht viel, doch wollen wirs genie\u00dfen, freu'n uns auf jeden neuen Tag. Das Gl\u00fcck h\u00e4lt unsre Sorgen nieder und webt die Stunden dicht an dicht. Wir sind gewiss Der Herr kommt wieder. Und denken still doch: Jetzt noch nicht.<\/p>\n<p>Ist uns der Himmel fremd geworden, kann uns nur noch die Erde freun? Soll unser S\u00fcden, unser Norden die Grenze unsres Lebens sein? Vom Himmel singen unsre Lieder, doch nie vom irdischen Verzicht. Wir singen laut: Herr, komm doch wieder. Und denken leise: Jetzt noch nicht.<\/p>\n<p>Mag sein, wir sahen nur die vielen Gaben und sah'n darin den Geber nicht, von dem wir doch erst alle Freude haben und der uns noch viel mehr verspricht. Wir wollen neu das Sehen \u00fcben und auch das Danken nicht zuletzt. Dann sagen es bald nicht nur unsre Lippen: Herr, komm doch wieder. Herr, komm jetzt.<\/p>\n<p>Dieses Lied ist schon \u00fcber 35 Jahre alt, und manches wird heute nicht mehr so zutreffen, es gibt wohl mehr Sorgen, aber das Z\u00f6gern, das Manfred Siebald beobachtet, wenn es um das Kommen Gottes in unsere Welt geht, um die Wiederkunft Christi, das ist wohl immer noch da. Wie geht es Ihnen mit dem Gedanken an die Wiederkunft Christi, an ein Ende der jetzigen Situation?<\/p>\n<p>Die Bilder des Evangeliums k\u00f6nnten fast den Nachrichten entstammen. Zu allen Zeiten ziehen Katastrophen Menschen an. Jesus geht nicht so sehr um \u00e4u\u00dfere Zeichen. Etwas vorher im Lukasevangelium sagt er, das Reich Gottes ist schon mitten unter euch, aber es kommt nicht so, dass man es an \u00e4u\u00dferen Zeichen erkennen k\u00f6nnte. Man kann es nicht festhalten. Dies spiegelt sich in dem Kern unseres Gottesdienstes, der Wandlung wider. Wer sich auf diese Wandlung, auf die Begegnung, die N\u00e4he Gottes einl\u00e4sst, dem erm\u00f6glicht Gott jetzt schon so zu leben, dass er als Sohn und Tochter Gottes erkannt wird. Zeugnis abzulegen steht im Zentrum des heutigen Evangeliums. Zeugnis wof\u00fcr? Was w\u00e4re das f\u00fcr ein Zeugnis, dass die anderen so in Rage bringt? Was f\u00fcr ein Zeugnis kann dazu f\u00fchren, das da solcher Hass zu sp\u00fcren ist? Verfolgung, Gef\u00e4ngnis, sogar Tod von einigen? Es ist eine ganz moderne Frage. Begleitend zur Klimakonferenz in Brasilien in diesen Tagen ist viel \u00fcber den Umgang mit der Sch\u00f6pfung und den begrenzten Ressourcen unserer Erde zu lesen. Wer sich da engagiert zu Wort meldet, muss mit Beleidigungen und Hass rechnen. Jesus verk\u00fcndigt den Menschen seiner Zeit den Anbruch der Gottesherrschaft. Es ist etwas, worauf sie gewartet haben, und doch wird es anders, als sie es erwartet haben. Jesus sagt nicht, Gott ist immer gut, ...sondern euer Gott, der Vater, will sich jetzt so mitteilen, dass ihr Gottes Willen entsprechend leben k\u00f6nnt. Die Anstrengung, das eigene Leben zu f\u00fchren, bleibt.<\/p>\n<p>Menschen, die so leben, laufen Meinungsmachern nicht nach. Sie sind bereit sich der Weisheit Gottes zu \u00f6ffnen, Zeugnis abzulegen f\u00fcr den lebendigen Gott. Die Werbung m\u00f6chte beispielsweise Konsumenten, die sich im Hier und Jetzt ganz einrichten. In den kommerziellen digitalen Plattformen versuchen Interessengruppen andere dazu zu bringen, nicht auf Benachteiligte oder kommende Generationen zu achten.<\/p>\n<p>Diese Interessengruppen k\u00f6nnen den Ruf ,,Komm Herr Jesus, komme bald&quot; nicht brauchen. Christen entziehen sich eher einem Konsumdruck. Sie k\u00f6nnen sich Weisen des Miteinanders vorstellen, die nicht auf Ausbeutung der Natur und weniger privilegierten Mitmenschen basieren. Sie m\u00fcssen dabei mit Anfragen und Anfeindungen rechnen. Denn dann st\u00fctzen sie nicht die Wirtschaft, das Wachstum, bislang zentrale Werte unserer Gesellschaft. Wobei seit \u00fcber 50 Jahren klar ist, der Wert Wachstum kann nicht tragf\u00e4hig sein. Wer sich der Begrenztheit des Lebens stellt, damit rechnet, dass es nicht ewig dauert, dass es den eigenen Tod gibt, dem wird sich manches anders darstellen. Dann verliert die Frage nach den neuesten Nachrichten an Interesse. Dann sind die sch\u00f6nen \u00c4u\u00dferlichkeiten, die es ja nicht nur am Tempel gab, sondern, die auch heute noch existieren, \u00c4u\u00dferlichkeiten. Diese Perspektive wird die irritieren, die sich ganz aufs Diesseits eingestellt haben.<\/p>\n<p>Die Frage bleibt: Wof\u00fcr geben wir durch unser Leben Zeugnis?<\/p>\n<p>Wie h\u00f6ren wir Jesu Worte - gerade wenn sie unsere selbstverst\u00e4ndlichen Lebensvollz\u00fcge anfragen?<\/p>\n<p>Ich finde, die Verbundenheit mit der Weltkirche kann helfen. Unter uns sind beispielsweise regelm\u00e4\u00dfig Glaubensgeschwister aus anderen Kontinenten. Sie k\u00f6nnten erz\u00e4hlen, wie andere Weisen des Lebens m\u00f6glich sind, Weisen die mehr auf das gemeinsame Haus achten, von dem Papst Franziskus vor 10 Jahren in seiner der wegweisenden Sozial- und Umweltenzyklika Laudato si' gesprochen hat. Der Kontakt mit ihnen wird helfen, eigene Lebensmuster zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Was kann ein gutes Zeugnis von Glaubenden sein, auch wenn sie nicht so dramatisch verfolgt werden, wie es im Evangelium angesprochen wird und in manchen Teilen der Welt ja leider auch der Fall ist? Zuh\u00f6ren ist da wichtig, und so einen Ort zu schaffen f\u00fcr den Wunsch nach Annahme und Verstehen. <\/p>\n<p>Wie kann sich diese wichtige Seite des Zeugnisses der Kirche am Ort, der Gemeinde zeigen? Menschen versammeln sich im Namen Jesu und in dieser Gemeinschaft wird etwas von der heilenden Gegenwart Gottes sp\u00fcrbar wird. F\u00fcr mich zeigt sich dies gut in einem besonderen monatlichen Gottesdienstformat, dem Heilungsraum in Aidlingen, einem Ort im Dekanat B\u00f6blingen, jeweils am letzten Donnerstag des Monats.<\/p>\n<p>Vielleicht helfen in solchen Begegnungen ja 2 der Schlusss\u00e4tze aus den heutigen Schriftstellen. <em>Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen<\/em>, und <em>f\u00fcr Euch aber wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Fl\u00fcgel bringen Heilung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bibelstellen Mal 3,19-20b und Lk 21,5-19 Predigt: Liebe Mitchristen An fast jedem Sonntag beten und bekennen wir im Glaubensbekenntnis von Jesus Christus: er sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vaters; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. 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