{"id":682,"date":"2025-11-21T18:37:11","date_gmt":"2025-11-21T18:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=682"},"modified":"2025-11-21T18:37:11","modified_gmt":"2025-11-21T18:37:11","slug":"christkoenig-lesejahr-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/christkoenig-lesejahr-c\/","title":{"rendered":"Christk\u00f6nig Lesejahr C"},"content":{"rendered":"<h3>Bibelstellen<\/h3>\n<ul>\n<li>Les: Kol 1,12-20<\/li>\n<li>Ev: Lk 23,35b-43<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Predigt: Liebe Mitchristen<\/h2>\n<p>Heute hie\u00df es im Evangelium <em>Anderen hat er geholfen...<\/em> da kann uns schnell als Redewendung <strong>Hilf dir selbst, so hilft dir Gott<\/strong> einfallen. Wer zu dieser Spruchweisheit im Internet nachschaut, kann z.B. in der Wikipedia lesen: Obwohl das Sprichwort \u201eHilf dir selbst, so hilft dir Gott&quot; in der Bibel nicht auftaucht, wird es laut einer Umfrage des Meinungsforschers George Barna von 82 Prozent der Bev\u00f6lkerung der USA irrt\u00fcmlicherweise f\u00fcr ein Zitat dieser gehalten. Vermutlich ist es bei uns nicht ganz anders.<\/p>\n<p>In diesem Beitrag wird auch am Beispiel der Versuchung Jesu ausgef\u00fchrt, warum dieses Verst\u00e4ndnis von Gott nichts mit dem Gott Jesu Christi zu tun hat. F\u00fcr Jesus Christus ist das Vertrauen auf Gott das Zentrum, diese Weise des Glaubens m\u00f6chte ER uns, die wir IHM folgen nahebringen. Er tut, so sagt er an einer Stelle nur das, was er Gott tun sieht. Jeden Samstagabend bekennt die Kirche im Abendlob: <em>Jesus Christus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich, und wurde den Menschen gleich.<\/em><\/p>\n<p>Und in der Lesung hie\u00df es heute: Gott, der Vater, hat euch f\u00e4hig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.<\/p>\n<p>Es geht beim Christk\u00f6nigsfest um unseren Umgang mit Macht. Wer Macht hat, kann machen - so legt uns unsere Sprache nahe. Unser Glaube wei\u00df, wer denkt, er muss in den zentralen Themen des Lebens selber etwas machen, ist der Akteur, auf den es ankommt, der macht sich etwas vor.<\/p>\n<p>Interessanter Weise finden oft Menschen zu dieser Erkenntnis, h\u00f6ren auf, sich etwas vorzumachen, die im Leben mit Abh\u00e4ngigkeiten zu k\u00e4mpfen haben. Es gibt in der Selbsthilfebewegung ein Programm, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zw%C3%B6lf-Schritte-Programm\" title=\"zw\u00f6lf Schritte\">zw\u00f6lf Schritte<\/a>, und die beginnen mit der Anerkennen, dass man seinem eigenen Problem gegen\u00fcber machtlos ist. Das k\u00f6nnen beispielsweise Substanzabh\u00e4ngigkeit oder, je nach Thematik der Gruppe, auch andere Problematiken sein. Zugeben, dass man sein \u201et\u00e4gliches Leben&quot; nicht mehr bew\u00e4ltigen kann.<\/p>\n<p>Dann folgt als Schritt in die Freiheit, zum Glauben zu kommen, dass nur eine Macht, die gr\u00f6\u00dfer als man selbst ist, die eigene geistige Gesundheit wiederherstellen kann. Urspr\u00fcnglich wurde hier f\u00fcr \u201eMacht, gr\u00f6\u00dfer als man selbst&quot; das Wort \u201eGott&quot; eingef\u00fchrt. Um die Gruppen aber auch nichtreligi\u00f6sen Personen zu \u00f6ffnen, w\u00e4hlte man die neue Formulierung.<\/p>\n<p>Und dann gilt es, den Entschluss zu fassen, seinen Willen und sein Leben der Sorge Gottes, wie ihn jeder f\u00fcr sich versteht, anzuvertrauen. Man k\u00f6nnte auch sagen, Jesus K\u00f6nig sein zu lassen. Wie Menschen mit dieser Macht Gottes umgehen k\u00f6nnen, zeigt das heutige Evangelium an den beiden Verbrechern:<\/p>\n<p>Da ist der eine Verbrecher, der zuerst spricht. K\u00f6nnen Sie sein Anliegen verstehen? Er hat den Tod vor Augen. Er hat wahrscheinlich von den Wundertaten Jesu geh\u00f6rt. Er sch\u00e4tzt die Lage so ein, dass wenn dieser Mann ein Wunder vollbringt, er davon profitieren k\u00f6nnte. Es ist ein letzter Strohhalm, den er da wahrnimmt. So sagt er zu diesem Mann: <em>Hilf dir selbst und auch uns<\/em>. F\u00fcr Lukas ist dies eine Verh\u00f6hnung aber dieses Anliegen als solches ist f\u00fcr mich verst\u00e4ndlich. Was ist da das Problem mit diesem Mann, der seine Chance sieht, nicht sterben zu m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Hier zeigt uns das Evangelium eine Haltung, die Gott \u00f6fter begegnet. Der Verbrecher steht f\u00fcr den Menschen, der Gott sieht, als Mittel zum Zweck, zum Zweck das es mir besser geht. Diese Haltung entlarvt der Evangelist Lukas als Verh\u00f6hnung. Gott kann man nicht benutzen in dieser Weise. Denn dann stellt sich das Ego \u00fcber Gott. Jesus tut dies nicht in dieser Lage. Er bleibt sich und seiner Beziehung zu Gott, seinem Vater, treu. Es ist ein vertrautes Problem: Ich bitte Gott um etwas sehr konkretes und wenn meine Bitte nicht in Erf\u00fcllung geht, dann bin ich entt\u00e4uscht, gekr\u00e4nkt. Vielleicht beginne ich zu zweifeln, stelle ich Gott, zumindest sein Wesen infrage: Wenn du der Gott bist, der uns so liebt, dass du deinen Sohn am Kreuz f\u00fcr uns hast sterben lassen, dann hilf mir doch auch jetzt. Oft tritt dann die Erfahrung hervor, dass Gott zu schweigen scheint.<\/p>\n<p>Dem ersten Verbrecher wird es mit seinem Anliegen wohl so gegangen sein, als er mitbekam, wie Jesus starb. Der letzte Strohhalm, die letzte Hoffnung herauszukommen aus dieser Situation -- nichts wars. Er konnte Gottes Solidarit\u00e4t in seiner Lage, Gottes N\u00e4he, Gottes Beziehungsangebot nicht wahrnehmen. Dem anderen Verbrecher ist dies m\u00f6glich. <em>Denk an mich<\/em> -- da ist Hoffnung zu sp\u00fcren auf eine Beziehung, die tr\u00e4gt. Er kann Gottes unverdiente N\u00e4he wahrnehmen, als geschenkte Solidarit\u00e4t im Leiden.<\/p>\n<p>Solidarische Beziehung ist der tiefere Grund, der Selbstwerdung sinnvoll sein l\u00e4sst. Wir Menschen reifen am Du zum Ich - hier zeigt sich auch die Bedeutung der Vorbilder. Jesus Christus, der Sohn, lebt in der Beziehungsf\u00fclle des dreifaltigen Gottes, und will uns Beziehung erm\u00f6glichen. Die dr\u00fcckt schon sein Name aus. Jesus, Jeschua, hei\u00dft, Gott rettet. Diese Bedeutung des Namens wird heute im Evangelium und in dem, was wir miteinander erinnern, wenn wir Eucharistie feiern, besonders sp\u00fcrbar. Gott rettet und errettet durch Leiden und Tod hindurch ins Paradies.<\/p>\n<p>Am zweiten Verbrecher zeigt uns Lukas, wie Menschen zu Jesus angemessen eine Beziehung aufnehmen k\u00f6nnen. Der Mann nimmt an, was ihm im Leben widerf\u00e4hrt. Er wei\u00df um die Haltung der Gottesfurcht. Gott kann ich in dieser Haltung nicht f\u00fcr mich nutzen, aber ich kann mich an ihn wenden, mich ihm anempfehlen. Dieses Vertrauen wird nicht entt\u00e4uscht. Jesus selber lebt dieses mit seinem Passionsweg und wird von Gott beglaubigt durch die Auferstehung. Hier im Evangelium antwortet Jesus dem Bittsteller w\u00e4hrend er zu allen anderen schweigt.<\/p>\n<p>Der Wunsch ,Denk an mich' hei\u00dft ja, ich m\u00f6chte nicht vergessen werden. Das ist f\u00fcr viele ein gro\u00dfer Antrieb in ihrem Leben. Ich finde es ist eine wichtige Ausrichtung f\u00fcr unser Beten. Denn wer Ansehen bei Gott gefunden hat, wer glaubt, Gott wird ihn nicht vergessen, kann anders reagieren, anders leben<\/p>\n<p>Ich lade Sie ein, jetzt im Gottesdienst in Ihrer Lebenssituation diesen Glauben zu best\u00e4rken. Ein Taiz\u00e9ruf kann uns dabei helfen. Er ist von der Bitte des anderen Verbrechers inspiriert. Meist wird er auf Englisch gesungen. Dann hei\u00dft er:<\/p>\n<p>Jesus remember me, when you come into your kingdom. <\/p>\n<p>Wir h\u00f6ren die Orgel, wie sie diesen Vers spielt, dann wollen wir ihn einige Male gemeinsam miteinander singen und meditieren. Wir k\u00f6nnen auch im Wechsel mit der englische Fassung die deutsche \u00dcbersetzung singen, sie ist kleingedruckt daneben<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bibelstellen Les: Kol 1,12-20 Ev: Lk 23,35b-43 Predigt: Liebe Mitchristen Heute hie\u00df es im Evangelium Anderen hat er geholfen&#8230; da kann uns schnell als Redewendung Hilf dir selbst, so hilft dir Gott einfallen. 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