{"id":830,"date":"2026-03-08T16:18:27","date_gmt":"2026-03-08T16:18:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=830"},"modified":"2026-03-08T16:18:27","modified_gmt":"2026-03-08T16:18:27","slug":"3-fastensonntag-lesejahra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/3-fastensonntag-lesejahra\/","title":{"rendered":"3.Fastensonntag-LesejahrA"},"content":{"rendered":"<h2>Biblische Lesungen<\/h2>\n<ul>\n<li>Lesung Ex 17,3-7 <\/li>\n<li>Evangelium Joh 4,5-15.19b-26.391.40-42 (Kurzfassung)<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Leere H\u00e4nde zeigen eine wichtige Haltung f\u00fcr uns Menschen auf, gerade wenn es um eine eigene Freiheit geht, etwas, was immer wieder bedroht ist. <\/p>\n<p>Ein Buch zum Umgang mit den digitalen Seiten unserer Welt hat mich vor einiger Zeit neu auf die Bedeutung einer Fastenzeit hingewiesen. Der Autor Cal Newport beobachtet gerade bei der Nutzung kommerzieller digitaler Plattformen, wie viele Menschen sich in gro\u00dfer Abh\u00e4ngigkeit befinden und es Zeit braucht, aus dem Teufelskreis dieser Abh\u00e4ngigkeit herauszukommen. Er empfiehlt dazu eine Zeit der Medienabstinenz, also des Fastens.<\/p>\n<p>Am 3. Fastensonntag, also nach 2 Wochen dieser besonderen Zeit, lohnt sich wahrzunehmen: Haben Sie sich f\u00fcr die Vorbereitung auf Ostern etwas vorgenommen? Was hilft Ihnen von der Oberfl\u00e4che wegzukommen, in die eignen Tiefen, zu den gro\u00dfen Sehns\u00fcchte des Lebens? Heute h\u00f6ren wir im Evangelium von einem Weg in die eigene Tiefe. Unser aktuelles M\u00fchen in dieser Fastenzeit d\u00fcrfen wir nun dem Erbarmen Gottes anvertrauen.<\/p>\n<h4>Liebe Mitchristen<\/h4>\n<p>Wie ging es Ihnen, als Sie den Beginn der ersten Lesung h\u00f6rten? Da hei\u00dft es, das Volk murrte gegen Mose. Menschen, die Verantwortung f\u00fcr andere \u00fcbernehmen, so wie Mose, erleben das sicher \u00f6fter. Heute war Landtagswahl und unterschiedlich Politiker k\u00f6nnten von diesem Murren viel berichten. Es gibt, angefeuert von manchen sozialen Medien und Internetportalen, eine Stimmung von Emp\u00f6rung, gegen die da oben. Ihnen werden keine guten Motive unterstellt so wie in der Lesung Mose vorgeworfen wird, dass er Menschen in den Tod f\u00fchren will.<\/p>\n<p>Massa und Meriba - Probe und Streit, als Grundversuchung der Menschen, gibt es in allen Zeiten. Dann vergessen Gl\u00e4ubige was in Gottes Namen als Wesenzug offenbart ist: Ich bin da. Sie h\u00f6ren auf mit dieser uns \u00fcbersteigenden Wirklichkeit in Verbindung zu bleiben, erlauben es sich, Gott aus den Augen, dem Sinn zu verlieren. Sie sind bereit, den eigenen Glauben sogar gewisser Weise abzulegen. Dann reiben sie sich nur noch an den Politikern, der Kirchenoberen, den... und murren.<\/p>\n<p>Um mich gegen die Versuchung des Murrens und Klagens zu stemmen, hilft mir die Erfahrung: Gott \u00f6ffnet immer wieder T\u00fcren, sein Wesen mehr zu ahnen, zu sp\u00fcren, ER will meinem Leben nahe sein. Auf der Seite der Di\u00f6zese gibt es unter der Rubrik ,Fastenzeit' in diesem Jahr Anregungen sich mit seinem Glauben zu besch\u00e4ftigen, um manches - wie es die Jahreslosung anregt, von Gott her Neu werden zu lassen.<\/p>\n<p>Das ist eine der viele Einladungen, zusammen mit anderen diese Vorbereitungszeit auf Ostern zu nutzen. Oft geht es darum, im eigenen Alltag einen Raum f\u00fcr Gottes Gegenwart bewusst zu \u00f6ffnen, sich daf\u00fcr einzuschr\u00e4nken. Unter der \u00dcberschrift Klimafasten schaut z.B. ein \u00f6kumenisches Netzwerk aus 25 Partnerorganisationen und -kirchen auf Suffizienz, also die Frage was brauchen wir zu einem guten Leben. Oder ein \u00f6kumenisch-getragenen Verein in Th\u00fcringen motiviert zum Autofasten. Solche Aktionen thematisieren Auswirkungen unseres Lebensstils auf das Klima oder unser Miteinander. Haben Sie in diesen Wochen schon Erfahrungen mit einer bewussten Gestaltung dieser Vorbereitungszeit machen k\u00f6nnen? Die gew\u00e4hlten Einschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen ja sehr unterschiedlich ausfallen. Das bringt in kreativer Weise die Fastenaktion der evangelischen Kirche jedes Jahr ins Wort. Diesmal lautet die Aktion Mit Gef\u00fchl! 7 Woche ohne H\u00e4rte.<\/p>\n<p>Oft ist es schwer, etwas zu ver\u00e4ndern - Darauf setzen ja die sozialen Medien, die Menschen gezielt emp\u00f6rungss\u00fcchtig machen damit sie l\u00e4nger online bleiben. Was kann uns auf diesem Hintergrund das Wort Gottes sagen? Diese Begegnungsgeschichte erz\u00e4hlt von einer gro\u00dfen Ver\u00e4nderungdynamik und spielt an einem Brunnen. Brunnen hatten lange Zeit existenzielle Bedeutung. Heute, in unserer technisierten Welt, kommt f\u00fcr viele das Wasser aus dem Hahn. Da ist der Brunnen, die Quelle, aus der Menschen und andere Lebewesen ihren Durst stillen, nicht mehr so gegenw\u00e4rtig. Wir sp\u00fcren die Bedeutung des Brunnens eher, wenn wir eine Burg oder eine Festungsanlage besuchen. An einem solchen Brunnen, dem Jakobsbrunnen begegnet Jesus einer Frau und spricht sie an. Es ist mehr als ein Gru\u00df, ein Hallo oder Gr\u00fc\u00df Gott. Diese Ansprache war gegen die damalige Konvention, hat die Frau \u00fcberrascht. Der Hass, den wir heute zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern beobachten, war damals zwischen Juden und Samaritern. Man redete nicht miteinander. Jesus redet nicht nur mit der Frau, er stellt sich gewisser Ma\u00dfen unter sie. Er macht ihr deutlich, ich brauche dich, gib mir zu trinken.<\/p>\n<p>Er vermittelt ihr: Du kannst, du darfst mir das Wasser reichen.... Ermutigt steigt die Frau in ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das Wasser ein. Sie meint das selbstgesch\u00f6pfte Wasser im Brunnen. Er spricht vom Wasser, das aus Gottes Lebensquelle sprudelt. Er l\u00e4dt ein, den Lebensdurst in seiner N\u00e4he zu stillen. Es ist eine N\u00e4he die Ruhe schenkt und Frieden. Die Frau braucht etwas Zeit. Sie kommt dann zum Glauben und bringt andere zum Glauben. Der Durst nach den Menschen hat Jesus ja, wenn man dieses Bild nutzen will, Mensch werden lassen. Diesen Durst hat die Frau aufgenommen. Sie hat dabei auch erfahren, dass der Glaube, das Wasser, das sie von Jesus empfangen hat, in ihr f\u00fcr andere weitersprudelte.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch bekam schnell eine gro\u00dfe Tiefe mit Fragen, die auch uns ber\u00fchren. Fragen des Betens, der Sehnsucht. Wie und wo soll man Gott anbeten? So ging es der Frau damals -- und heute?<\/p>\n<p>Jesu Vorbild, andere einzubinden, zu fragen, herauszulocken, dieses Vorbild zieht bis heute Kreise. Wer sich so selbstwirksam erf\u00e4hrt ist auch weniger gef\u00e4hrdet zu murren, sich zu emp\u00f6ren, lernt, Teil einer L\u00f6sung zu werden, die Gutes in die Welt bringt, sich mit Gott, der Quelle des Guten, verbunden wei\u00df. Dabei kann die Ausrichtung der Fastenaktion <strong>Mit Gef\u00fchl! 7 Wochen ohne H\u00e4rte<\/strong> helfen mehr in ein Miteinander zu finden mit Menschen und mit Gott.<\/p>\n<p>Leider bekommen zu oft zu viele Menschen R\u00fcckmeldungen, die sie verzagen lassen, die viel H\u00e4rte, wenig Gef\u00fchl transportieren. Kann man vergessen, braucht man nicht, \u00fcberfl\u00fcssig - gerade in digitalen Welten, wo man anonym auftritt, ist der Umgangston oft sehr rauh. Das zeigt sich dann auch in weiteren Bereichen, dem Arbeitsplatz, dem Stra\u00dfenverkehr, der Schule - Sie k\u00f6nnen diese Liste sicher schnell verl\u00e4ngern. Menschen landen dann bei der vermeintlichen Einsicht, ich bin nicht ok, mit mir kann keiner etwas anfangen$\\ldots$ Diese Einsicht entspricht nicht dem Blick Gottes.<\/p>\n<p>Das schwingt \u00fcbrigens auch zwischen den Zeilen in der heutigen Geschichte. Die 6. Stunde ist die Zeit der Mittagshitze, in der man nicht zum Brunnen geht. Vermutlich hatte die Frau ihre Gr\u00fcnde, weshalb sie zu dieser Zeit zum Brunnen ging, um Kontakte mit anderen zu vermeiden. Jesus findet etwas an ihr, was er best\u00e4rkt und f\u00f6rdert. In Gottes Augen wird jeder Mensch gebraucht, ist f\u00fcr etwas wichtig.<\/p>\n<p>Dies vers\u00f6hnt mich auch mit dem aktuellen Umbruch in unserer Kirche. Vieles bliebe sonst in den H\u00e4nden der Hauptberuflichen und die Kirche w\u00e4re \u00e4rmer in meinen Augen. Wir w\u00e4ren uns nicht unseres Reichtums bewu\u00dft: das Wasser der Taufe flie\u00dft in allen Christen, in M\u00e4nnern und Frauen. Und mehr Menschen erleben, wie in ihnen diese Quelle sprudelt, wie sie so etwas in die Welt bringen k\u00f6nnen, dass sie selbst n\u00e4hrt, im Evangelium hei\u00dft es dass sie keinen Durst mehr haben.<\/p>\n<p>Wer so \u00fcber die Bibelstellen des Sonntags nachdenkt, kann auch die Kirche, das Volk Gottes heute in der ersten Lesung wiedererkennen. Da ist ein Murren und ein Klagen. Der Aufbruch in die Freiheit der Kinder Gottes mit dem Vat II und die Sehnsucht nach lebendiger N\u00e4he zu Gott verblassen, sind oft nicht mehr so pr\u00e4sent. Ein befreundeter Priester, Konzilstheologe, bei dem ich meine Studien zu einem gr\u00f6\u00dferen Teil gemacht habe, sagte, wir wollten nie im Leben diese Form von Kirche weiterf\u00fchren, die Kleriker und Gl\u00e4ubige, M\u00e4nner und Frauen so trennte. Die W\u00fcstenwanderung ist nicht angenehm, \u00c4gypten, das Versorgt sein mit manchem, auch wenn es als Preis die Freiheit gekostet hatte, bleibt attraktiv. In dieser Spannung lebt es sich als Volk Gottes auf dem Weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biblische Lesungen Lesung Ex 17,3-7 Evangelium Joh 4,5-15.19b-26.391.40-42 (Kurzfassung) Einf\u00fchrung Leere H\u00e4nde zeigen eine wichtige Haltung f\u00fcr uns Menschen auf, gerade wenn es um eine eigene Freiheit geht, etwas, was immer wieder bedroht ist. 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