{"id":849,"date":"2026-03-28T14:48:06","date_gmt":"2026-03-28T14:48:06","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=849"},"modified":"2026-04-03T15:43:34","modified_gmt":"2026-04-03T15:43:34","slug":"triduum-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/triduum-2026\/","title":{"rendered":"Triduum 2026"},"content":{"rendered":"<h2>Gr\u00fcndonnerstag<\/h2>\n<h3>Biblische Lesungen:<\/h3>\n<p>1. Lesung Ex 12,1-8.11-14 und Antwort-Ps 116,12f.15f.17f<\/p>\n<p>2. Lesung 1 Kor 11,23--26<\/p>\n<p>Evangelium Joh 13,1-15<\/p>\n<h3>Einleitung in diese Liturgie:<\/h3>\n<p>Wir beginnen mit diesem Gr\u00fcndonnerstag den l\u00e4ngsten Gottesdienst des Kirchenjahres, wenn man so will. Sie werden merken, der Gottesdienst endet nicht am Abend, wenn wir auseinander gehen in der Weise, wie wir es am Sonntag bei der Feier der Eucharistie gewohnt sind.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchren den Gottesdienst morgen hier mit der Karliturgie weiter<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfen werden wir diesen Gottesdienst dann in der Osternacht hier mit der Osternachtfeier.<\/p>\n<p>Dieser Gottesdienst l\u00e4sst uns auch den Preis erahnen, den unsere Erl\u00f6sung gekostet hat, den Jesus Christus f\u00fcr uns auf sich genommen hat. Bei aller Festlichkeit endet er mit einem herben Klang.<\/p>\n<p>Der Gottesdienst endet in seinem gemeinsamen Teil mit einem Taiz\u00e9gesang. Dieser Ruf erinnert an Jesu Wunsch am \u00d6lberg. Er wei\u00df, das gemeinsame Gebet kann helfen, die Angst, die sich oft einstellt, wenn wir ans Leiden denken, zu bestehen. Wir werden diesen Gesang dann 3x offiziell singen. Hier in der Kirche wird dann mit einer \u00d6lbergandacht die M\u00f6glichkeit sein, miteinander in diesem Raum des Betens zu bleiben. Schon jetzt m\u00f6chte ich herzlich dazu einladen.<\/p>\n<h3>Inhaltliche Einf\u00fchrung<\/h3>\n<p>Mit unseren Eingangslied haben wir einander ermutigt, sich auf Jesus und sein Beispiel hin zu \u00f6ffnen. Jedesmal wenn wir miteinander Eucharistie feiern, folgen wir ja der Aufforderung Jesu, Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis, erinnern wir uns, so wie er es tat, an Gottes befreiendes Wirken. Dieses Wirken soll sichtbar werden. Eine Gemeinschaft, die in guter Weise miteinander verbunden ist, hat dazu eine gro\u00dfe Kraft.<\/p>\n<p>Mich fasziniert, dass immer wieder befreiende Impulse \u00fcber Menschen auftauchen, die sich selbst nicht als Teil der institutionellen Kirche verstehen. Dazu werde ich sp\u00e4ter noch etwas mehr sagen.<\/p>\n<p>Wir sind seine Freunde - so wei\u00df die 4. Strophe. Das ist ja eine besondere Beziehung, die uns da geschenkt wird. Aus dieser Freundschaft heraus zu leben ver\u00e4ndert viel. Leider sind wir immer wieder auch versucht, diese freundschaftliche Beziehung nicht zu pflegen und wenden uns daher an Ihn, unseren Herrn und bitten Ihn um sein Erbarmen.<\/p>\n<h3>Liebe Mitchristen<\/h3>\n<p>Siehe ich mache alles neu - das ist die Brille, mit der in diesem Jahr viele Christen auf das Wort Gottes und dann nat\u00fcrlich auch auf die \u00f6sterliche Erfahrung schauen. Dieser Vers aus der Offenbarung des Johannes wurde von der \u00d6kumenischen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr das Bibellesen als \u00dcberschrift f\u00fcr das Jahr 2026 ausgew\u00e4hlt. Ich finde diese Jahreslosung sehr passend. Gott wird, davon bin ich zutiefst \u00fcberzeugt, unsere Weise des Wirtschaftens und unser Miteinander erneuern. Unserer Umgang mit der Sch\u00f6pfung und auch mit vielen Menschen l\u00e4sst wenig von Gottes Liebe und G\u00fcte sp\u00fcren, braucht diese Erneuerung.<\/p>\n<p>Wir schauen heute bewusst auf die Liebe, die wir in Jesu Handeln erahnen, die wir in seiner Nachfolge aufnehmen wollen. Diese Liebe wei\u00df sich mit dem Gott verbunden, der aus Knechtschaft befreit - \u00fcber die G\u00f6tter der Unterdr\u00fccker Gericht h\u00e4lt. Die Kraft dieses Feierns liegt auch in der Perspektive, die alle aufnehmen, die miteinander Pesach, den Vor\u00fcbergang Gottes, feiern. N\u00e4mlich, dass diese Befreiung heute f\u00fcr uns geschieht. Dieser Hinweis auf heute wird uns sp\u00e4ter in den Einsetzungsworten auch begegnen. In unserer Gegenwart werden wir von Gott aus Abh\u00e4ngigkeiten befreit - was kann das bedeuten? Wo nehmen Sie ungute Abh\u00e4ngigkeiten, zB S\u00fcchte wahr?<\/p>\n<p>Leider l\u00e4sst sich heute beobachten, Menschen und andere gesellschaftliche Akteure gehen freiwillig in eine Abh\u00e4ngigkeit. Einige von Ihnen werden wissen, dass ich Pfarrer im Zweitberuf bin. Nach meiner Schulzeit habe ich vor 50 Jahren eine Lehre als Programmierer begonnen und bin nat\u00fcrlich weiterhin interessiert an Entwicklungen im Digitalen. Da gibt es vermeintlich kostenfreie bequeme Angebote, die dazu f\u00fchren , dass einige Tech-Milliard\u00e4re in Monopolpositionen gelangen konnten, die unser gesellschaftliches Miteinander ungut beeinflussen. Wen dazu Hintergr\u00fcnde interessieren, der kann auf der Seite der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung f\u00fcndig werden. Erst in den letzten Monaten hat sich daf\u00fcr ein gr\u00f6\u00dferes gesamtgesellschaftliches Bewusstsein daf\u00fcr gebildet, wie besondere Regelungen f\u00fcr Jugendliche und Medien.<\/p>\n<p>Smartphones machen aktuell vieles in unserem gesellschaftlichen Miteinander deutlich. Die eigene Nutzung kann sehr unterschiedlich ausgerichtet sein. Manche Programme f\u00fchren dazu, dass wenige viel Geld und Macht bekommen - sind bestimmt von einer Logik des Nehmens, der Ausbeutung. Andere m\u00f6chten helfen, das eigene Leben zu bereichern, k\u00f6nnen genutzt aber nicht gekauft werden. Interessanter Weise geben die meisten der Programme, die sich f\u00fcr den Weg der Ausbeutung entschieden haben, vor, das Leben der Nutzenden zu bereichern, besser zu machen. Oft ist ihre Nutzung sehr bequem und die Art der Ausbeutung subtil, d.h. sie f\u00e4llt auf den ersten Blick gar nicht so auf. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass es im weltweiten Netz eine W\u00e4hrung gibt, die sich f\u00fcr Nutzende erst einmal kaum erschlie\u00dft, n\u00e4mlich ihre Daten. Wir lassen also unsere Daten diesen Programmen und merken erst viel sp\u00e4ter, welchen Einfluss wir damit anderen \u00fcber unser Leben geben.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, dass etwas, was Menschen nutzen, nicht k\u00e4uflich ist, kommt aus einer Subkultur der IT-Szene. Dort werden viele der Hinweise Jesu, die uns bewusst sind, gelebt. Diese Bewegung hat sie entdeckt, weil ihr Freiheit sehr wichtig ist. Sie kennt den Wert des Dienens, Gebens und freut sich dar\u00fcber, wenn andere kreativ Teil diese Kultur werden. Daher erz\u00e4hle ich heute davon. Mir zeigt es und macht Mut, wir Menschen k\u00f6nnen anders leben, es Gott erlauben, unser Miteinander und unser Wirtschaften neu zu machen. Und Gott ist da schon am Werk - davon bin ich fest \u00fcberzeugt. Mir ist es in dieser Subkultur, zu der ich durch meine berufliche Formung auch geh\u00f6re, bewusst. Vermutlich k\u00f6nnten andere Menschen aus ihrem Lebensumfeld \u00e4hnliches erz\u00e4hlen. Gottes Geist weht, wo er will und wir d\u00fcrfen uns davon inspirieren lassen.<\/p>\n<p>Dass Ausbeutung nicht wirklich funktioniert, ist vielen bewusst. Unsere Gesellschaft ist oft so unterwegs und merkt gleichzeitig die Grenzen dieser Lebensweise. Das Beispiel Jesu - der Dienst, das absichtslose Geben, Brot sein f\u00fcr Menschen - was kann das f\u00fcr mich bedeuten - fragen sich vermutlich viele Gl\u00e4ubige. Ich bin davon \u00fcberzeugt, diese Lebensweise wird viel \u00f6fter schon praktiziert, als es an der Oberfl\u00e4che sichtbar wird. So nutzen viele Menschen oft ohne es zu wissen ein Geschenk aus dieser Subkultur der freien Software. Alle die ein Smartphone mit Android nutzen, profitieren davon, dass die Basis dieser Software der Menschheit geschenkt wurde.<\/p>\n<p>Sie merken: Ich bin davon \u00fcberzeugt, Gott hilft auch heute seinem Volk und durch es allen Menschen in die Freiheit der Kinder Gottes zu finden. Wir lesen dies vom Volk Israel und dem Auszug aus \u00c4gypten in der Bibel. Heute vertiefte die erste Lesung unseren Bezug zum Beginn dieser Befreiung. Jede Osternacht erinnert an den Durchzug durch das rote Meer. Und nat\u00fcrlich hilft Gott durch etwas, was Menschen konkret erfahren k\u00f6nnen. So lesen wir vom Ostwind bei der Flucht vor den \u00c4gyptern, oder bei der R\u00fcckkehr aus dem babylonischen Exil vom K\u00f6nig Kyrus. Hilfe geschieht also oft durch Wirken und Initiative anderer Menschen.<\/p>\n<p>Von so einem Wirken m\u00f6chte ich noch kurz erz\u00e4hlen. Es gibt monatliche Kampagne aus der Zivilgesellschaft - di.day - um Menschen dabei zu unterst\u00fctzen, sich aus Abh\u00e4ngigkeiten im Digitalen zu befreien. DI steht f\u00fcr die englischen Worte digital independance - auf Deutsch Digitale Unabh\u00e4ngigkeit - an Ostern ist auch ein solcher di.day, f\u00fcr mich ein sch\u00f6ner Zufall. Die Personen, die da aktiv werden, teilen mit anderen ihr Wissen, m\u00f6chten zu etwas Gutem beitragen, in der kirchlichen Sprache hei\u00dft so etwas, segnen.<\/p>\n<p>Das Evangelium der Fu\u00dfwaschung heute hat mich angeregt, mit Ihnen eine Entwicklung in unserer Zeit zu teilen, in der etwas sichtbar wird von Jesu Beispiel. Dieses Beispiel ist immer in Gefahr vergessen zu werden, weil es das Grundvertrauen braucht, es wird f\u00fcr mich gesorgt, ich kann wagen zu geben, weil mir etwas gegeben wurde. In diesem Grundvertrauen sind hier in der Gemeinde auch Menschen bereit gewesen, Verantwortung f\u00fcr die Leitung zu \u00fcbernehmen. Sie merken gerade sehr die Herausforderung, was es hei\u00dft Gott spricht: Siehe ich mache alles neu. Die Form unseres Bistums wird sich deutlich \u00e4ndern. Was das dann f\u00fcr die Kirche und Gemeinde am Ort bedeutet, muss sich zeigen. Daher m\u00f6chte ich heute ... stellvertretend f\u00fcr alle, die hier Verantwortung \u00fcbernehmen, die F\u00fc\u00dfe waschen. So wird Jesu Beispiel f\u00fcr uns hoffentlich noch bewusster und zug\u00e4nglicher<\/p>\n<h4>Weiterer Hintergrund<\/h4>\n<p>Einige Akteure, die die digitale Unabh\u00e4ngigkeit mittels eine Kampagne f\u00f6rdern wollen, nutzen zur Vernetzung die Plattform <a href=\"https:\/\/di.day\">https:\/\/di.day<\/a><\/p>\n<p>Mehr zu Erfahrungen mit der Kultur des Gebens ist in online Aufs\u00e4tzen von Eric Raymond zu lesen, die auch als Buch ver\u00f6ffentlicht wurden: The Cathedral and the Bazaar<br \/>\nInsbesonderer der Aufsatz <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Homesteading_the_Noosphere\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Homesteading_the_Noosphere<\/a><\/p>\n<h2>Karfreitag<\/h2>\n<h3>Biblische Lesungen:<\/h3>\n<p>1. Lesung Jes 52,13-53,12; AntwortPs 31<\/p>\n<p>2. Lesung Hebr 4,14-16;<\/p>\n<p>Evangelium Johannespassion<\/p>\n<h3>Liebe Mitchristen:<\/h3>\n<p>Karfreitag ist ein besonderer Tag. Jesu Leiden f\u00fcr uns kommt intensiv in den Blick. Als Gottesdienstgemeinde schauen wir auf Jesu Umgang mit dem Kreuz, auf seinen Weg im Konflikt mit den Autorit\u00e4ten seines Volkes.<\/p>\n<p>Es gibt in den prophetischen Texten des alten Testaments Abschnitte, die den J\u00fcngern sp\u00e4ter geholfen haben, seinen Tod anders als ein schmachvolles Scheitern zu sehen. Wir haben einen zentralen Abschnitt aus dem Propheten Jesaja dazu, genannt das Gottesknechtslied gerade geh\u00f6rt. Jesus hatte diese Entwicklung vorausgesehen und w\u00e4hrend seines Lebens, so erz\u00e4hlen ja die Evangelien, versucht, seine J\u00fcnger entsprechend zu lehren. Aber sie konnten es nicht begreifen, denn diese Schmach des Kreuzes war so undenkbar.<\/p>\n<p>Vermutlich wird es den meisten von uns \u00e4hnlich gehen - Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? h\u00f6ren die Emmausj\u00fcnger und es braucht viel innere Arbeit, um dies annehmen und verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese innere Arbeit wird ja \u00fcbrigens auch von Jesus berichtet. Ich wei\u00df nicht, wie der Abschnitt aus dem Hebr\u00e4erbrief, die zweite Lesung heute, Ihre inneren Bilder von Jesus mitbestimmt. Da hei\u00dft es: Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tr\u00e4nen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erh\u00f6rt worden aufgrund seiner Gottesfurcht.<\/p>\n<p>Die \u00d6lbergandachten, die an vielen Orten gestern gebetet wurden, versuchen, sich dieser Wirklichkeit im Leben Jesu zu n\u00e4hern. D.h. in diesen Tagen ist es schon pr\u00e4sent. Wie ist es sonst im Jahr - im allt\u00e4glichen Gebetsleben, im Gespr\u00e4ch \u00fcber den Glauben mit der n\u00e4chsten Generation, mit Nachbarn, oder$\\ldots$<\/p>\n<p>Jesus <strong>hat durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam gelernt<\/strong> h\u00f6rten wir. Wir glauben Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott. Als Mensch musste er sich den \u00c4ngsten stellen, die Menschen im Leben leiten. \u00c4ngste unterst\u00fctzten uns dabei am Leben zu bleiben. Denn f\u00fcr uns als begrenzte Wesen gibt es Grenzen, deren \u00dcberschreiten lebensbedrohlich ist. Wesentlich ist dann, dass Gottesfurcht Jesus bestimmte und auch uns bestimmen darf.<\/p>\n<p>Jesus war sich bald \u00fcber die Konsequenz seines Lebens im H\u00f6ren auf den Vater bewusst. Und damit er diesen Weg dann gehen konnte, brauchte er Zeiten des Lernens, des Betens, Bittens, Schreiens und Weinens. Annahme ist immer ein Prozess und es ist m\u00f6glich, viel durch emotionale Arbeit zu steuern. Auch wir brauchen solche Zeiten und k\u00f6nnen uns da an Seinem Mitgehen orientieren. So ganzheitlich vor Gott zu sein sich dieser Wirklichkeit mehr und mehr zu \u00f6ffnen, das meint der Hebr\u00e4erbrief mit: Jesus ist f\u00fcr alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.<\/p>\n<p>Wer von Jesus lernen will, wird sich auch eigenen \u00c4ngsten stellen m\u00fcssen. Drei universal menschliche Grund\u00e4ngste die Angst, nicht mehr dazuzugeh\u00f6ren, die Angst vor dem Leiden und die Angst vor dem Tod m\u00f6chte ich nun st\u00e4rker herausheben.<\/p>\n<p>Als soziale Wesen kennen wir die Angst nicht mehr dazu zu geh\u00f6ren. Sie f\u00fchrt im guten Sinn dazu, Verbundenheit zu suchen.<\/p>\n<p>Die Kreuzigung war damals eine maximal schmachvolle Strafe - ein sichtbares Zeichen nicht dazu zu geh\u00f6ren. Jesus musste lernen, sich nicht von dieser Angst bestimmen zu lassen - bei dem zu bleiben, was er von Gott als Auftrag bekommen hatte - als geliebter Sohn, an dem der Vater sein Wohlgefallen hat. Sein Wirken hatte deshalb oft die im Blick, die im Gemeinwesen unter die R\u00e4der kamen, denen eine gute Weise der Verbundenheit nicht zugebilligt wurde, kam so in Konflikt mit denen, die sich \u00fcber ihren Status bei den Leuten definierten. Im Grunde will ja jeder und jede von uns, die das Vater unser betet, diesen Willen Gottes f\u00fcr das eigene Tun ergreifen und muss lernen, sich nicht von dem, was die Leute denken, zu sehr bestimmen zu lassen.<\/p>\n<p>Die Angst vor Leiden hilft uns auf die Warnsignale von Schmerzen zu achten, so das eigene Leben zu bewahren. Wer auf leidvolle Erfahrungen schaut, merkt, Leiden besteht neben k\u00f6rperlichen aus seelischen Schmerzen, die oft durch inneren Widerstand verursacht sind. Um mit dieser Angst umzugehen, braucht es die Aufgabe des Widerstands, bzw. eine Annahme.<\/p>\n<p>Wer achtsam hinschaut, merkt diese \u00c4ngste, vor dem nicht dazu zu geh\u00f6ren und dem Leiden k\u00f6nnen auch einem guten Leben im Weg stehen. Jesus ermutigt daher immer wieder, sich nicht vom Ansehen der Mitmenschen bestimmen zu lassen und das eigene Kreuz (also die damit verbundenen Leiden) anzunehmen. So hilft er einen pers\u00f6nlichen Weg in die Freiheit zu finden.<\/p>\n<p>Die Angst vor dem Tod wird oft als maximales Druckmittel genutzt. Pilatus sagt im Evangelium: Du sprichst nicht mit mir? Wei\u00dft du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?<\/p>\n<p>Wer innerlich so frei geworden ist, dass diese Angst nicht \u00fcberm\u00e4chtig wird, kann anders reagieren, sich eher treu bleiben.<\/p>\n<p><strong>Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit!<\/strong> fordert uns der Hebr\u00e4erbrief auf. Der Apostel Paulus schreibt an einer Stelle, wo der Geist des Herrn ist, ist keine Furcht - d.h. Gottes Geist hilft, sich nicht ungut von \u00c4ngsten bestimmen zu lassen. Um diesen Geist Jesu zu bitten, mit diesem Anliegen vor den Thron der Gnade zu treten, ist eine Seite des heutigen Gottesdienstes. Nach den F\u00fcrbitten sind wir eingeladen vor das Kreuz, den Thron der Gnade, von dem Jesus alle Menschen an sich zieht, zu treten, es zu verehren und uns so seinem Geist zu \u00f6ffnen. Eine Tr\u00e4ne als Symbol zeigt, jeder und jede von uns wird diesen Lernweg Jesu auch gehen m\u00fcssen, also mit lautem Schreien und unter Tr\u00e4nen Gebete und Bitten vor den zu bringen, der uns aus dem Tod retten kann.<\/p>\n<p>Gottesfurcht, also eine Ahnung von dieser uns nahen und doch ganz anderen Wirklichkeit, wird uns dabei helfen den rechten Gehorsam zu lernen. Im Staunen \u00fcber Jesu Handeln in den letzten Stunden seines irdischen Lebens ist ein Zugang zum ewigen Heil verborgen, der uns aus vielen irdischen Abh\u00e4ngigkeiten in die Freiheit der Kinder Gottes f\u00fchren will.<\/p>\n<h3>Weiterer Hintergrund<\/h3>\n<p>Den Fokus auf diese 3 Grund\u00e4ngste habe ich nach dem Lesen eines Interviews mit Rudy Karsan gew\u00e4hlt, <a href=\"https:\/\/www.awakin.org\/v2\/calls\/738\/rudy-karsan\/nuggets\">https:\/\/www.awakin.org\/v2\/calls\/738\/rudy-karsan\/nuggets<\/a><\/p>\n<p>Eine wichtige Studie zu Ehrfurcht, Staunen, Gottesfurcht findet sich hier: www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/ehrfurcht-demut-staunen-warum-wir-uns-tief-beruehren-lassen-102.html<\/p>\n<h2>Osternacht<\/h2>\n<h3>Biblische Lesungen<\/h3>\n<p>1. Lesung Gen 1,1.26-31a<\/p>\n<p>2. Lesung Gen 22, 1--18<\/p>\n<p>3. Lesung Ex 14,15-15,1<\/p>\n<p>4. Lesung R\u00f6m 6,3-11<\/p>\n<p>Evangelium Mt 28, 1-10<\/p>\n<h3>Liebe Mitchristen:<\/h3>\n<p>Jedes Jahr feiern wir in diesem mehrt\u00e4gigen Gottesdienst das zentrale Ereignis f\u00fcr unseren Glauben, also unsere Beziehung zu Gott. Aus der Feier der Eucharistie sind uns diese Worte dazu vertraut: Deinen Tod o Herr verk\u00fcnden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. Feiernd unterst\u00fctzen wir uns dabei, eine Ahnung von Gottes Gegenwart lebendig zu halten, die uns in die Freiheit der Kinder Gottes f\u00fchren will. Feiernd Erinnerung verfestigen, diese Praxis hat schon Jesus als gl\u00e4ubiger Jude gepflegt und beim letzten Abendmahl uns als seinen J\u00fcngerinnen und J\u00fcngern aufgetragen dieses Mahl zu feiern und so ihn in Erinnerung zu behalten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist dieses Geheimnis unseres Glaubens vermutlich oft weniger pr\u00e4sent beim Ringen mit konkreten, dr\u00e4ngenden Fragen, wie z.B. der zuk\u00fcnftigen Gestalt der Kirche vor Ort.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hgu2read.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/CollageColoriererGlobusGelberText.webp\" alt=\"\" \/><br \/>\nDie aktuelle Jahreslosung Gott spricht: Siehe ich mache alles neu! soll uns in diesem Jahr dabei unterst\u00fctzen, die Auferstehung Jesu tiefer zu erfassen und damit auch weiter hineinzufinden in diese je pers\u00f6nliche Beziehung zu Gott, der jeden und jede von uns in seinem Abbild geschaffen hat, wie wir in der ersten Lesung heute h\u00f6rten.<\/p>\n<p>Im Gemeindebrief der evangelischen Gemeinde in Bondorf wird die Jahreslosung auf der Titelseite aufgegriffen und erg\u00e4nzt mit der Frage: Machst du mit? F\u00fcr mich kommt da ein sehr attraktives Bild von Gottes erneuernder Kraft in unserer Welt in den Blick - n\u00e4mlich eine Vorstellung von Teilhabe an diesem Wirken. Gott f\u00fchrt uns in die Freiheit und l\u00e4dt ein, seinem Willen entsprechend unser Umfeld zu gestalten, zu erneuern.<\/p>\n<p>Um dieser Einladung folgen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir lernen, diesen Willen wahrzunehmen. Das ist nicht so einfach. In der 2. Lesung heute wird das \u00fcberdeutlich. Diese Erz\u00e4hlung l\u00f6st viele Widerst\u00e4nde aus. Schnell entsteht ein Bild von Gott, dass nicht zum Glauben einl\u00e4dt. Die Karfreitagserfahrung der J\u00fcnger, die erleben mussten, wie ihr Meister, ihr Lehrer, der, dem sie so viel Gutes verdankten, schmachvollst starb - ohne sich zu wehren, verdunkelt f\u00fcr viele leider ja auch ihre Vorstellung von Gott.<\/p>\n<p>Machst du mit? wer so gefragt wird, muss ja eine Chance haben, wahrzunehmen, um was es gehen soll. In der Bibel wird an einer anderen Stelle berichtet, wie der junge Prophet Samuel lernt, auf den Anruf Gottes angemessen zu reagieren. Hier bin ich - rede Herr, dein Diener h\u00f6rt. Es kommt darauf an, bereit zum H\u00f6ren zu sein. Dieses ,Hier bin ich' taucht in der 2. Lesung sogar 3x auf. Dieses ,Hier bin ich' hei\u00dft in der Sprache des alten Testaments HINENI - ein Wort, welches auch in unserer Zeit in geistlichen Liedern, ob von Leonard Cohen oder Helge Burggrabe, auftaucht. Diese wache und aufmerksame Haltung ist angemessen, um den Eindr\u00fccken, die wir mit Gottes Anruf verbinden, zu folgen. Dabei ist nat\u00fcrlich auch m\u00f6glich, dass ich einen Eindruck auf Grund meiner eigenen inneren Bilder nicht in der Weise verstehe, wie es zum Willen Gottes passt.<\/p>\n<p>Wer in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bindung_Isaaks\" title=\"Wikipedia Gedanken zu diesem Kapitel aus dem Buch Genesis\">Wikipedia Gedanken zu diesem Kapitel aus dem Buch Genesis<\/a> nachliest, merkt, wie vielf\u00e4ltig Gl\u00e4ubige zu unterschiedlichen Zeiten mit diesen Worten umgehen. Heute werde ich mich auf das Neuwerden von Vorstellungen konzentrieren, die wir uns von Gott gemacht haben, ohne die wir unseren Glauben kaum leben k\u00f6nnten. Denn es gibt als gro\u00dfe Versuchung von uns Menschen, Gott in unserem Abbild zu denken und so festzulegen. Das f\u00fchrt oft in die Irre - gleichzeitig ist es nat\u00fcrlich naheliegend, Erfahrungen, die wir mit Menschen machen, als Grundlage f\u00fcr das Deuten von Eindr\u00fccken zu nehmen, die wir mit dieser uns \u00fcbersteigenden Wirklichkeit erleben.<\/p>\n<p>Die 2. Lesung k\u00f6nnte ein Beispiel daf\u00fcr sein. Sie schildert, wie Abraham eine wichtige Lernerfahrung macht. Zuerst erscheint es ihm, dass er Gott seinen Sohn opfern soll. Abraham lebte in einem Umfeld, in dem Menschenopfer noch vorkamen und damit ein Gottesbild, welches st\u00e4rker magische Anteile hat. Das Opfer kann dann den Zorn der Gottheit bes\u00e4nftigen. Abraham kann sich auf Gottes Wunsch, ihm seinen Sohn zu \u00fcberlassen, einlassen und macht sich auf den Weg. F\u00fcr mich wesentlicher Ausdruck unseres Gehorsams auf Gott hin - ich horche, gehe und horche. Dieser Weg ist schwer und fordernd. Isaak spricht seinen Vater auf diesem Weg an und wieder kann Abraham antworten Hier bin ich, kann wach und ganz da sein. Das hei\u00dft ja auch, dass er seinen Gef\u00fchlen und seinen Gedanken nicht erlaubt hat, ihn zu dominieren. Dahinter steckt viel innere Arbeit, sagen wir heute - ein sich Hinhalten in die Gegenwart der Liebe, des Lebens.<\/p>\n<p>Und dann, bevor Abraham Isaak etwas antun kann, nimmt er erneut Gottes Anruf wahr, des Engels der Herrn und findet zu einem neuen Verst\u00e4ndnis seines urspr\u00fcnglichen Eindrucks. Er sollte Gott seinen Sohn nicht vorenthalten und gleichzeitig ihm nichts zu Leide tun und in dieser Haltung wird er und seine Familie zum Segen f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n<p>Gott spricht, Siehe ich mache alles neu! Die Feier von Ostern m\u00f6chte uns dabei unterst\u00fctzen, unsere Vorstellungen von Gott immer wieder erneuern zu lassen. Wie Abraham gilt es, zu h\u00f6ren - daf\u00fcr pr\u00e4sent, gegenw\u00e4rtig, achtsam zu sein - Hineni zu antworten. Sich dann auf den Weg zu begeben, dabei dann auch so auf sich zu achten, dass diese Haltung des Hineni weiter m\u00f6glich bleibt. An Karfreitag hatten wir dar\u00fcber nachgedacht, dass dieses Achten, dieses Lernen Leiden bedeuten kann. Gehen und h\u00f6ren - Gehorsam auf den Willen Gottes zu leben versuchen, das ist ja die Grundlinie unseres Glaubensverst\u00e4ndnisses. Wir lernen dabei von Jesus Christus und seinem Lebensbeispiel. Abraham ist uns Vorbild - und so haben wir heute die Herausforderung seines Lebens bedacht, die er mit Gottes Hilfe bestehen konnte, so wie auch wir vertrauen d\u00fcrfen, dass uns in den Herausforderungen unseres Lebens beim Versuch, mitzuwirken, wenn Gott alles neu macht, Er uns zur Seite steht, uns leitet und auch zum Segen werden l\u00e4sst.<\/p>\n<h3>Weiterer Hintergrund<\/h3>\n<p>Einen wesentlichen Gedanken f\u00fcr diese Auslegung habe ich aus der viertelj\u00e4hrlichen Zeitschrift: <strong>Dein Wort - Mein Weg<\/strong> und einem Beitrag von <em>J\u00fcrgen Werbick<\/em> zu biblischen Versuchungsgeschichten im Heft 2\/26. <\/p>\n<p>Mehr zu dieser sehr lesenwerten Zeitschrift findet sich bei <a href=\"https:\/\/www.frohbotinnen.at\">https:\/\/www.frohbotinnen.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcndonnerstag Biblische Lesungen: 1. Lesung Ex 12,1-8.11-14 und Antwort-Ps 116,12f.15f.17f 2. Lesung 1 Kor 11,23&#8211;26 Evangelium Joh 13,1-15 Einleitung in diese Liturgie: Wir beginnen mit diesem Gr\u00fcndonnerstag den l\u00e4ngsten Gottesdienst des Kirchenjahres, wenn man so will. Sie werden merken, der Gottesdienst endet nicht am Abend, wenn wir auseinander gehen in der Weise, wie wir es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":848,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"federated","footnotes":""},"categories":[5,1],"tags":[96,101,98,7,70,100,103,99,61,104,102],"class_list":["post-849","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigten","category-uncategorized","tag-abhaengigkeit","tag-annahme","tag-di-day","tag-fedikirche","tag-freiheit","tag-fsf","tag-geschenkkultur","tag-hineni","tag-hingabe","tag-karfreitag","tag-ostern"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=849"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":945,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions\/945"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}