{"id":966,"date":"2026-05-25T17:30:50","date_gmt":"2026-05-25T17:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=966"},"modified":"2026-05-25T17:38:28","modified_gmt":"2026-05-25T17:38:28","slug":"pfingstmontag2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/pfingstmontag2026\/","title":{"rendered":"Pfingstmontag2026"},"content":{"rendered":"<p><strong>Biblische Lesungen:<\/strong><\/p>\n<p>Lesung Eph 4,1b-6<\/p>\n<p>Evangelium Joh 15, 26 -- 16, 3.12--15<\/p>\n<h4>Liebe Mitchristen<\/h4>\n<p>Heute, am Pfingstmontag, kommt durch das Evangelium das Zeugnis der Glaubenden in den Blick. Die Lesung aus dem Epheserbrief weist auf das Einende des Geistes Gottes hin, eine Erfahrung, der wir uns in den letzten Jahrzehnten mehr \u00f6ffnen konnten. Heute werden ja an vielen Orten \u00f6kumenische Gottesdienste gefeiert. Und wir erleben konkreter, wie passend das Leitwort von Renovabis in diesem Jahr -- zusammen wachsen -- f\u00fcr das Pfingstfest ist.<\/p>\n<p>Eine Taufe, ein Glaube, ein Gott und Vater aller - so haben sich die gro\u00dfen Kirchen vergewissert. Diese Grundlage f\u00fcr das gemeinsame Gebet verbindet uns durch das Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu. Jesu Tod am Kreuz bringt sein Wirken auf den Punkt. Er ist f\u00fcr uns Mensch geworden. Und die Auferstehung erschlie\u00dft etwas, was sich nur mit den Augen des Glaubens er\u00f6ffnet. Pfingsten ist f\u00fcr uns in unserem Glaubensleben wie ein Doppelpunkt. Nun geht es f\u00fcr uns los. Jetzt kann sich die Kraft des Glaubens zeigen, ist das Zeugnis der J\u00fcnger gefragt. Deshalb gilt es die Einheit zu wahren durch das Band des Friedens.<\/p>\n<p>Kr\u00e4nkungen, verletzende Situationen st\u00f6ren diese Einheit, schaffen Unfriede und passieren immer wieder. Oft ist es dann schwer angemessen damit umzugehen. Wer Kr\u00e4nkungen nicht loslassen kann, in dessen Inneren g\u00e4rt es. Negative Gef\u00fchle wie Wut, Angst oder Schmerz f\u00fchren schlie\u00dflich zu Bitterkeit, machen K\u00f6rper und Seele krank. In den letzten Jahren sind solche sch\u00e4digenden Folgen mehr ins Bewusstsein gekommen. Viele wissenschaftliche Studien belegen, wie gesundheitsf\u00f6rdernd es ist, zu verzeihen und Schuld loszulassen. Das Evangelium des Pfingstsonntags erz\u00e4hlt wie Jesus die J\u00fcnger anhaucht und sie bef\u00e4higt, zu vergeben. <strong>Vergeben wirkt heilsam<\/strong>. Sie kann die zerst\u00f6rerische Wirkung von Verbitterung stoppen. Z.B. zeigt ein Forschungsprojekt von Frederic Luskin an der Stanford University (mehr zu diesem Forscher findet sich u.a. <a href=\"https:\/\/greatergood.berkeley.edu\/profile\/fred_luskin\">hier<\/a>), wenn verbitterte Menschen lernen, ihren T\u00e4tern zu verzeihen<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>senkt es den Blutdruck und das Kortisol im Blut;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>wirkt es gegen R\u00fcckschmerzen, Depressionen und chronischen Schmerzen oder Kummerspeck;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>hilft gegen Kopfschmerzen, Schlafst\u00f6rungen, Schwindel und weitere psychosomatische Beschwerden.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer jemandem etwas nachtr\u00e4gt, bestraft sich nur selbst. Wem bewusst wird, anderen eine Schuld und damit eine Last sinnlos hinterher zu tragen, findet eher aus diesem selbstsch\u00e4digenden Verhalten heraus. Ungute Verhaltensmuster bringen sonst immer wieder neu Verletzungen, oft auf beiden Seiten.<\/p>\n<p>Was h\u00e4lt davon ab, zu vergeben? Selbst wer vergeben will, wei\u00df oft nicht wohin mit seiner Kr\u00e4nkung. Oberfl\u00e4chliches Verzeihen wirkt da nicht. Schmerzende Gef\u00fchle kommen h\u00e4ufig wieder zur\u00fcck. Gef\u00fchle brauchen einen Raum der Annahme. Das geschieht nicht auf Knopfdruck. Es hilft, herauszufinden, warum etwas so verletzend war -- wenn n\u00f6tig mit fachlicher Hilfe. Oft erm\u00f6glicht ein Vergebungsprozess nicht weiter fremde Schuld in sich zu tragen. Und braucht Zeit.<\/p>\n<p>Vergeben hei\u00dft nicht guthei\u00dfen, sondern loslassen. Dieses frei-werden ist zentrales Thema der Bibel. Jesus l\u00e4dt jeden Menschen ein, mit fremder und eigener Schuld zu ihm zu kommen, um die Sache zu kl\u00e4ren, loszulassen, ganz zu \u00fcberlassen und wirklich frei zu werden.<\/p>\n<p><strong>Eigenverantwortung annehmen<\/strong> Wer es schafft, sich f\u00fcr die eigene Verbitterung verantwortlich zu f\u00fchlen, anstatt ihr zum Opfer zu fallen, dem kann der Ausstieg gelingen, denn es gibt ihn. Keiner ist gezwungen, die Bitterkeit weiter zerst\u00f6rerisch wirken zu lassen. Vergeben hei\u00dft nicht, dass Vers\u00f6hnung stattfinden kann oder muss. Genauso wie es unl\u00f6sbare Konflikte gibt, ist es eine Einbildung, dass mit jedem Menschen oder T\u00e4ter eine Vers\u00f6hnung erreicht werden kann.<\/p>\n<p>In der Bitterkeit liegt eine enorme Wirkung -- aber ebenso in der Vergebung. Die Entscheidung sollte eigentlich klar sein, f\u00fcr alle, die sich etwas Gutes tun wollen. M\u00f6glicherweise gelingt es sogar, einer urspr\u00fcnglichen Kr\u00e4nkung oder Verletzung irgendwann eine positive Seite abzugewinnen. Wer zum Beispiel nicht bef\u00f6rdert wurde, dessen k\u00f6nnte Fazit so lauten: \u201eWie gut, dass ich nicht weiter im Hamsterrad der Karriere laufen muss.&quot;<\/p>\n<p>Der Geist Gottes nimmt Wohnung in den Menschen, den Getauften und dr\u00e4ngt sie, sich ins Leben einzubringen.<\/p>\n<p>Den Getauften schenkt dieser Geist Gaben, Kr\u00e4fte und Dienste von Gott. Zeugen f\u00fcr die Welt sollen wir sein, wir k\u00f6nnten auch sagen Mittler - daher spricht die religi\u00f6se Sprache vom gemeinsamen Priestertum der Getauften. Getaufte haben Anteil an Christus, dem Herrn, dem Hohenpriester, dem Mittler unseres Glaubens, sind gesandt, wie er selbst von Gott gesandt ist.<\/p>\n<p>Es kommt wesentlich darauf an, dass der Geist wirken kann, der damals am Pfingstfest auf die Apostel und die mit ihnen versammelten Frauen und M\u00e4nner herabgekommen ist. Denn dieser bewirkt, was uns Menschen schier unm\u00f6glich erscheint: Fremdheit wird \u00fcberwunden, gegenseitiges Verst\u00e4ndnis entsteht, Einheit in Vielfalt. Heute d\u00fcrfen wir uns diesem Heiligen Geist anvertrauen und zu ihm rufen: \u201eKomm, Heiliger Geist, erf\u00fclle unsere Herzen und entz\u00fcnde in uns das Feuer deiner Liebe.&quot;<\/p>\n<p>Mich spricht in diesem Zusammenhang ein neues pfingstliches Lied besonders an. Bitte schlagen Sie 818 mal auf. Diesem Hauch, als geheimnisvollen Atem, als Quelle unseres Lebens -d\u00fcrfen wir uns immer wieder von Gott erhoffen, so ein Gedicht eines Priesters aus dem letzten Jahrhundert (Lothar Zenetti, der vor 100 Jahren geboren wurde.) Er hat einige sehr nachdenkenswerte Texte geschrieben. <a href=\"https:\/\/liederdatenbank.de\/komme_geheimnisvoller_atem.html\" title=\"Dieses Gedicht \">Dieses Gedicht <\/a>wurde von dem Verantwortlichen f\u00fcr Kirchenmusik in unserer Di\u00f6zese vertont.<\/p>\n<p>Wir singen die erste Strophe<\/p>\n<p>Menschen, die sich nicht diesem Geist von Gott, diesem Hauch, der uns zu neuen Menschen werden l\u00e4sst, der Vergebungskraft schenkt, \u00f6ffnen sind wie tot.<\/p>\n<p>Oft braucht es auch neue Weisen des Redens, eine neue Sprache - das wird in unserer Zeit z.B. deutlich, wenn wie versuchen, inklusiver zu sprechen, und so M\u00e4nnern wie Frauen helfen, gemeint zu sein, zusammen zu wachsen.<\/p>\n<p>dann die 2.+3. Strophe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biblische Lesungen: Lesung Eph 4,1b-6 Evangelium Joh 15, 26 &#8212; 16, 3.12&#8211;15 Liebe Mitchristen Heute, am Pfingstmontag, kommt durch das Evangelium das Zeugnis der Glaubenden in den Blick. Die Lesung aus dem Epheserbrief weist auf das Einende des Geistes Gottes hin, eine Erfahrung, der wir uns in den letzten Jahrzehnten mehr \u00f6ffnen konnten. 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