{"id":980,"date":"2026-06-05T08:46:16","date_gmt":"2026-06-05T08:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/?p=980"},"modified":"2026-06-05T08:46:16","modified_gmt":"2026-06-05T08:46:16","slug":"fronleichnam26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgu2read.de\/interessen\/fronleichnam26\/","title":{"rendered":"Fronleichnam26"},"content":{"rendered":"<h3>Biblische Lesungen:<\/h3>\n<ol>\n<li>\n<p>Lesung Dtn 8, 2--3.14--16a<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Lesung 1 Kor 10, 16--17<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Evangelium: Joh 6, 51--58<\/p>\n<h3>Liebe Mitchristen<\/h3>\n<p>Miteinander feiern wir Fronleichnam. Im Grunde geht es darum, dass sich die Glaubensbotschaft von Gr\u00fcndonnerstag entfalten kann, ohne, dass der Verrat und das Ringen Jesu mit seinem grausamen Foltertod so dominant ist. Bei der Feier vom letzten Abendmahl, das ist nun 9 Wochen her, hatte Jesus den Auftrag hinterlassen, tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis. In diesem Bewusstsein feiern Gl\u00e4ubige seit fast 2000 Jahren regelm\u00e4\u00dfig das Abendmahl vertiefen f\u00fcr sich das Geheimnis des Glaubens an den Tod und die Auferstehung Jesu. In der kirchlichen Sprache wird so ein Geheimnis mit ,Sakrament' bezeichnet. Ein Begriff, den auch das Tagesgebet heute nutzt: Im Altarsakrament - hie\u00df es da - hast du uns das Ged\u00e4chtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen. Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erl\u00f6sung zuteil wird.<\/p>\n<p>Es gilt also, die Geheimnisse des Leibes und Blutes Jesu in einer Weise zu verehren, dass uns die Frucht der Erl\u00f6sung - also ewiges, bleibendes Leben - zuteil wird. Fronleichnam ist ein wichtiger Ausdruck der Eucharistiefr\u00f6mmigkeit, also einer Spiritualit\u00e4t, die sich bewusst ist, Jesus ist bei uns alle Tage, bis zum Ende der Welt und die dies an der Eucharistie, am Leib Christ, besonders festmacht. Verehrung erm\u00f6glicht so einen Zugang zur Grundemotion Ehrfurcht, die uns Menschen immer wieder f\u00fcr Neues aufschlie\u00dft. Es lohnt sich, Ehrfurcht als Lebensweise zu kultivieren, die offen bleibt f\u00fcr das Wirken und die F\u00fchrung Gottes. Die erste Lesung aus dem Buch Deuteronomium weist auf die Versuchung hin, Gott zu vergessen - eine Gefahr, die uns Menschen wahrscheinlich das ganze Leben begleiten wird. So eine Lebensweise erstarrt nicht in festen Formen, bleibt aufmerksam f\u00fcr dieses leise Wehen des Geistes, der Gegenwart unseres Gottes, ist bereit, ganzheitlich Jesu Lebensbotschaft aufzugreifen.<\/p>\n<p>Der Vers vor dem Evangelium ist vielleicht noch im Ohr: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. -- Vermutlich geht es Menschen immer wieder so, wie den Juden, von denen das Evangelium erz\u00e4hlt, die sich fragen: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?<\/p>\n<p>Im Schott, einer verbreiteten Aufbereitung der liturgischen Texte unserer Gottesdienste, ist dazu als Kommentar mit Blick auf das Ganze der Brotrede Jesu im Kapitel 6 des Johannesevangeliums zu lesen: <em>Jesus verlangt nicht nur Glauben an seine Person, sondern auch wirkliches Essen des Brotes, das er selber ist. Wie soll man das verstehen? Jesus selbst wendet sich gegen ein \u201efleischliches&quot; Verst\u00e4ndnis: der Geist ist es, der lebendig macht.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Letzten Abendmahl werden die J\u00fcnger die Tragweite der Worte Jesu besser verstehen. Und nach dem Weggang Jesu werden sie das \u201eMahl des Herrn&quot; feiern, das die Vielen, die das eine Brot empfangen, zu dem einen Leib Christi macht.<\/em> - So weit die Gedanken aus dem Schott. Sie verdeutlichen, die Worte Jesu im heutigen Evangelium erschlie\u00dfen sich durch das Geschehen beim letzten Abendmahl.<\/p>\n<p>Das Johannesevangelium berichtet als wesentliches Element dieses besonderen Mahls von der Fu\u00dfwaschung. Jesus gibt den J\u00fcngern ein eindrucksvolles Beispiel des Dienens. Heute haben wir geh\u00f6rt: Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Jesu Beispiel beim letzten Abendmahl kann uns helfen, diese Worte besser zu verstehen. Es geht darum, sich gewisser Ma\u00dfen Jesu Sendung und Auftrag einzuverleiben, also sich ganzheitlich ergreifen zu lassen von der Sendung Jesu. So zu leben, wie es dem Beispiel Jesu entspricht. Das anzugehen, was wir mit dem Willen des Vaters in unserer Zeit verbinden.<\/p>\n<p>In unserer Welt orientieren sich Menschen oft an solchen, die viel von anderen nehmen konnten, reich wurden, viel Geld angeh\u00e4uft haben. Dieser Ausrichtung steht die Botschaft Jesu, die Weisung unseres biblischen Glaubens, die Gebote, die wir bewahren sollen, wie es die erste Lesung des Fronleichnamsfests formulierte, entgegen.<\/p>\n<p>Bleibendes Leben ist durch Ausbeutung nicht zu haben. Es entsteht durch das Geben, im Bild gesprochen durch die Bereitschaft, nahrhaft zu werden und wohlschmeckend f\u00fcr die Menschen, die mit uns leben. So werden wir gegenw\u00e4rtiger Leib Christi, lassen erfahrbar sein: Christus ist das gro\u00dfe Ja Gottes zum Menschen. Seine Liebe geht so weit, dass er sich buchst\u00e4blich zur Nahrung f\u00fcr uns macht. Wir empfangen seinen Leib im Brot und sein Blut im Wein und nehmen so Leben in uns auf, das kein Ende kennt - ewig ist, dem wir geh\u00f6ren, d.h. wir k\u00f6nnen es nicht f\u00fcr uns behalten, sondern sind gerufen, es zu teilen mit den Menschen, mit denen wir zusammen den Alltag gestalten.<\/p>\n<p>Am Ende dieses Kirchenjahres werden wir im Matth\u00e4usevangelium h\u00f6ren, wie Jesus bei denen, die dieses ewige Leben erben, wahrnahm, dass sie ohne Hintergedanken Werke der Barmherzigkeit taten. F\u00fcr mich zeigt sich hier das Miteinander von Kontemplation und Aktion. Wir verehren Christi Leib und Blut, seine Gegenwart im Sakrament des Altares. Unsere Ehrfurcht und Dankbarkeit wird sich auswirken auf unser Tun, das sich an Jesu Lebensbeispiel orientiert. Barmherzigkeit wird gelebt und ein liebevolles Miteinander im Leib Christi. In ihrer Fr\u00f6mmigkeitspraxis finden Gl\u00e4ubige den Ansporn und die Kraft, Jesu Beispiel des Dienens und der Solidarit\u00e4t mit denen, die m\u00fchselig und beladen sind, aufzugreifen.<\/p>\n<p>Wenn wir nachher Kommunion feiern, ist es bewusst unter beiderlei Gestalt m\u00f6glich. Diese Form ist auch an Gr\u00fcndonnerstag in vielen Gemeinden praktiziert und passt gut zur biblischen Botschaft heute, hilft uns hoffentlich, einen Zugang zu Jesus zu finden, in IHM zu bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biblische Lesungen: Lesung Dtn 8, 2&#8211;3.14&#8211;16a Lesung 1 Kor 10, 16&#8211;17 Evangelium: Joh 6, 51&#8211;58 Liebe Mitchristen Miteinander feiern wir Fronleichnam. Im Grunde geht es darum, dass sich die Glaubensbotschaft von Gr\u00fcndonnerstag entfalten kann, ohne, dass der Verrat und das Ringen Jesu mit seinem grausamen Foltertod so dominant ist. 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