Biblische Lesungen:
1. Lesung 1 Kön 3,5.7-12
Antwort-Psalm 119
2. Lesung Röm 8,28-30
Evangelium: Mt 13,44-52
Einleitung:
Heute werden wir im Evangelium das Ende einer Gruppe von 7 Gleichnissen aus dem Matthäus Evangelium hören. Jedes dieser Gleichnisse erschließt etwas über das Himmelreich. Dein Reich komme, so beten wir ja regelmäßig. 7 lässt als Zahl an Vollkommenheit denken. So leuchten da unterschiedliche Seiten der Gottesherrschaft unter uns Menschen auf.
An den letzten beiden Sonntagen waren es Bilder des Wachsens und Wachsen-lassen. Das ist eine wichtige Seite des Reiches Gottes. Gottes Gegenwart im Leben der Menschen beginnt klein und erst nach und nach zeigt sich Frucht.
Unser Lied (GL 457) drückt es mit dem Ja aus, welches Gott spricht – haben Sie davon in den letzten Tagen etwas gehört? Beschäftigt Sie noch Anliegen von Klagenden und Trauernden? — Alles, was da in uns gegenwärtig ist, soll sich Gottes Ja öffnen können – so lassen Sie uns nun miteinander das Gloria singen.
Predigt: Liebe Mitchristen
3 Schriftlesungen haben wir gehört und zu allen könnte man die ganze Predigt halten:
Da braucht es eine Hilfe, sich zu beschränken. Die soll diesmal die Frage sein: Was ist denn wirklich wichtig?
Salomo wünscht sich von Gott ein hörendes Herz. Ein hörendes Herz. Für ihn ist das wichtig. Und Salomo sagt in seinem Gebet: ich bin noch jung und weiß weder aus noch ein. Salomo vertraut auf die Führung durch Gott.
Jesus wurde ja auch einmal gefragt, was ist das wichtigste Gebot und er hat mit der Gottesliebe geantwortet.
Das lässt auf die nächste Lesung schauen: Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht,
vielleicht entsteht auch die Frage, was das denn ist, die Gottesliebe. Ich glaube, dass uns da die 3 Gleichnisse heute etwas sagen können.
Warum? Von Haus aus bin ich ja Naturwissenschaftler und ich finde es spannend, wie Liebe sich z.B. in der Neurobiologie zeigt. Da gibt es Versuche mit Personen, die in so einem Zustand sind – verliebt. Und man hat festgestellt, dass in deren Gehirn 3 Bereiche besonders aktiv sind, nämlich der Bereich für Lust oder Freude, der Bereich für Risiko und der Bereich für Verbindung.
Der Finder des Schatzes agiert in großer Freude und geht ein Risiko ein, setzt alles auf diese eine Karte – ebenso der Kaufmann. Und das Bild des Netzes lässt mich an Verbindung denken. Gleichnisse erlauben ja, sie in ganz unterschiedliche Weise auszulegen – je nach dem Interesse oder der Fragestellung.
Von Paulus haben wir eine bedeutsame Bibelstelle gehört. Lesen wir da noch einmal weiter denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern sei.
Immer wenn in der Bibel von erkennen gesprochen wird, schwingt da auch Liebe mit. Gott liebt, so sagt Paulus die Menschen schon im Voraus – wir können antworten – an Wesen und Gestalt Christi teilhaben, indem wir dafür in unseren Lebensvollzügen offen sind.
Dann sagt Paulus: Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
Wenn wir das so hören, auf dem Hintergrund der Frage: Was ist wirklich wichtig? Was kommt Ihnen dann entgegen?
Für mich ist da dieses Ja – Gottes zu spüren, von dem wir zu Beginn gesungen haben. Gott beruft, macht gerecht, verherrlicht. D.h. nicht durch eigene Verdienste gelangt der Mensch in das ewige Leben sondern durch das Wirken Gottes – dazu gab es vor einigen Jahren auch eine gemeinsame ökumenische Erklärung zum Verständnis der Rechtfertigung.
In diesem Sinn beleuchten die Gleichnisse heute eine weitere Seite der Gottesherrschaft. Nicht alles was wächst, ist in sich schon hilfreich, sinnvoll. Es braucht eine Klärung, eine Entscheidung. Sie kann plötzlich und zufällig entstehen, wie beim Mann, der im Acker den Schatz findet. Oder am Ende eines Suchprozesses, wie beim Kaufmann. Die Gottesherrschaft, das Umsetzen des Willens Gottes, braucht ein persönliches Ja – das eigene Nein muss sterben. Das Himmelreich ist nahe, kehrt um und glaubt, so heißt es zu Beginn des Wirkens Jesu. Umkehr, neues Denken ist eine Glaubensentscheidung, Abwendung von Gewohntem, Hinwendung zu Neuem.
- Wem aufgegangen ist, wie sehr es hilft, ehrlich mit sich und den anderen umzugehen, der wird aufmerksam auf manche kleine Unwahrheit und muss mit diesen Gewohnheiten auch die Annehmlichkeiten, die damit verbunden sind, loslassen.
- Oder wem deutlich wird, wie gut es tut, nicht vom Medienkonsum bestimmt zu sein – egal ob Radio, Fernsehen oder soziale Medien – der muss akzeptieren, oft nicht mehr so in zu sein …
Manches wird dabei auch anecken. Das wird für mich gut sichtbar in Fragen, was wichtig für die Zukunft unserer Gesellschaft ist. Wer auf die Grenzen des Wirtschaftswachstums für unsere endliche Erde hinweist oder auf die Folgen dieses Wachstums für das Klima, erlebt, wie so ein Bote einer schlechten Nachricht dafür Widerstand bekommt.
Mir gefällt der Humor in der Erzählung heute: Jesus fragt Habt ihr das alles verstanden? Und wie hätten Sie heute geantwortet?
Es ist doch ähnlich wie bei dem ,Gerecht gemacht werden‘ von dem Paulus spricht. Ich werde nie vergessen, wie ich während meines Studiums in den USA gefragt wurde: Are you saved? das entspricht dem gerecht gemacht – und mir damals einer der Studentenseelsorger als katholische Antwort auf diese Frage nahegelegt hat, ,ja und ich arbeite dran‘
Habt ihr das alles verstanden? – ja und wir arbeiten dran, als Jünger, als Lernende des Himmelreiches, die aus ihren spirituellen Schätzen, Neues und Altes hervorholen.
Die Engel werden dann uns unterstützen, am Ende, so dass alles, was vom Mangel an Gutem bestimmt ist, so finde ich kann man Böses sinnvoll beschreiben, keinen Bestand hat, sich verliert, weggeworfen wird.
Um Gottes Wort zu verstehen, braucht es die Entscheidung des Glaubens für das Gute, gegen das Böse. Sie erinnern sich an den Wunsch von Salomo nach einem hörenden Herz, das Gut und Böse zu unterscheiden vermag. Auf dieser Grundlage kann Gott, die Quelle alles Guten sich mitteilen. Gottes Liebe wird keinen vereinnahmen — der Mensch – Sie und ich – dürfen sich glaubend der Beziehung, der Gottesliebe öffnen, als Lernende und dann erfasst diese Quelle jeden und jede von uns – alles wird uns zum Guten gereichen. In diesem Sinn lade ich Sie ein, mit Entschiedenheit Gott in allem zu suchen.
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